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Merkel „zutiefst überzeugt“ davon, dass Laschet Kanzler wird

WELT-Logo WELT 21.08.2021
Die Union startet in die heiße Wahlkampfphase. Bei der Veranstaltung im Berliner Tempodrom spricht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sehen Sie hier ihre Rede in voller Länge. Quelle: WELT © WELT Die Union startet in die heiße Wahlkampfphase. Bei der Veranstaltung im Berliner Tempodrom spricht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sehen Sie hier ihre Rede in voller Länge. Quelle: WELT

Bei einer Kundgebung von CDU und CSU zum Start der heißen Wahlkampfphase hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Unionskandidaten Armin Laschet als ihren Nachfolger empfohlen. CDU und CSU sollten dafür kämpfen, dass auch nach ihrer Regierungszeit weitere Jahre einer unionsgeführten Bundesregierung folgten, sagte Merkel und ergänzte: gemeinsam „mit Armin Laschet als zukünftigen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland“.

Davon, dass Laschet Kanzler werde, sei sie „zutiefst überzeugt“. Merkel hob in ihrer Rede vor allem die persönlichen Eigenschaften des Kandidaten hervor. Sie kenne Laschet seit seiner Zeit im Bundestag von 1994 bis 1998, sagte Merkel. „Ich habe Armin Laschet in all den Jahren als einen Menschen und Politiker erlebt, für den das ,C‘ im Namen unserer Partei nicht irgendein Buchstabe ist, sondern in allem, was er getan hat, der Kompass.“

Laschet sei es immer wichtig gewesen, den Menschen mit seiner unantastbaren Würde in den Mittelpunkt zu stellen und zwischen den Menschen Brücken zu bauen. An Laschet direkt gewandt sagte sie: „Lieber Armin, ich weiß, dass genau das dein Handeln leitet und prägt.“ Dies gelte für den Kanzlerkandidaten und, davon sei sie zutiefst überzeugt, auch für Laschet als Bundeskanzler, ergänzte Merkel unter dem Applaus der Anhänger.

Bei der Bundestagswahl würden die Karten neu gemischt, sagte Merkel. Von 72 Jahren Bundesrepublik hätten CDU und CSU mehr als 50 Jahre den Kanzler beziehungsweise die Bundeskanzlerin gestellt. „Das ist kein Anlass zu Stolz, sondern das ist Anlass zur Demut und zum Dank an die Wählerinnen und Wähler.“ Zudem sei es Anlass und Ansporn, darum zu werben, dass weitere solche Jahren folgten.


Video: Kanzlerin Merkel spricht über die Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens (glomex)

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Merkel tritt bei der Wahl am 26. September nicht mehr an, ihr Amt als Bundeskanzlerin gibt sie ab. Im Wahlkampf ihrer Partei engagiert sie sich nur sporadisch. Nach ihrer Rede am Samstag ist nur noch ein weiterer Auftritt geplant zum Ende des Wahlkampfs. Seit ihrem Rücktritt als CDU-Chefin Ende 2018 hat Merkel kein Parteiamt mehr inne, sie nimmt nur noch wenige Parteitermine wahr.

„Ihr wisst ja, dass ich mich seit der Abgabe des CDU-Vorsitzes vor fast drei Jahren grundsätzlich aus Wahlkampfveranstaltungen heraushalte“, sagte die Kanzlerin dazu auf der Kundgebung. „Amtsvorgänger, die ihre politische Arbeit beenden, sollten sich zurücknehmen, das ist meine Haltung und meine feste Überzeugung.“

Die Ausgangslage für den Wahlkampfendspurt ist denkbar schlecht für die Union: In den Umfragen hatte die Union zuletzt dramatisch verloren, während die SPD zulegte und zum Teil an den Grünen vorbei auf Platz zwei zog. In der Frage der Kanzlerpräferenz liegt SPD-Kandidat Olaf Scholz deutlich auf Platz eins. Laschets persönliche Umfragewerte haben pünktlich zum Auftakt der heißen Wahlkampf-Phase einen Tiefstwert erreicht.

Entsprechend griffen Unionspolitiker bei der Kundgebung in Berlin die SPD und die Grünen an. Es gehe um eine Richtungsentscheidung, sagten die Generalsekretäre von CDU und CSU, Paul Ziemiak und Markus Blume. Sie riefen ihre Parteien angesichts mieser Umfragewerte zum geschlossenen Kampf ums Kanzleramt auf. Ziemiak betonte, eine von der Union geführte Bundesregierung sei „eine Garantie für eine Politik der Mitte, für Stabilität“.

CSU-Chef Markus Söder rief die Union dazu auf, „endlich vernünftigen Wahlkampf“ zu machen. Jeder müsse jetzt kapieren, dass es um alles gehe. „Es ist nichts verloren. Es gibt keinen Anlass zum Jammern“, sagte Söder und betonte: „Ich habe keinen Bock auf Opposition.“ Söder forderte die Anwesenden auf, für „einen Moment ehrlich“ zu sein. „Es ist knapp, es wird sehr knapp werden, und jeder muss kapieren mit dem heutigen Tag, dass es echt um alles geht.“

Outgoing Chancellor Angela Merkel delivers her speech at an event kicking off the conservatives' the center-right Union bloc election campaign for upcoming national election, in Berlin, Germany, Saturday, Aug. 21, 2021. On Sept. 26 national election will held in Germany. (Photo/Markus Schreiber) © AP/Markus Schreiber Outgoing Chancellor Angela Merkel delivers her speech at an event kicking off the conservatives' the center-right Union bloc election campaign for upcoming national election, in Berlin, Germany, Saturday, Aug. 21, 2021. On Sept. 26 national election will held in Germany. (Photo/Markus Schreiber)
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