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Migrantenverbände fordern "Tag der deutschen Vielfalt"

WELT-Logo WELT 03.10.2018
Seit dem 3. Oktober 1990 feiern die Deutschen an diesem Tag ihre Einheit © pa/dpa/Jörg Schmitt Seit dem 3. Oktober 1990 feiern die Deutschen an diesem Tag ihre Einheit

Mehrere Migrantenverbände fordern anlässlich des Tages der Deutschen Einheit auch einen "Tag der deutschen Vielfalt". Bislang werde am 3. Oktober die Einheit nur aus einer "deutschdeutschen" und "weißen" Perspektive gefeiert.

Neben dem Tag der deutschen Einheit sollte es nach Ansicht von Migrantenverbänden auch einen "Tag der deutschen Vielfalt" geben, der die positiven Aspekte der Einwanderungsgesellschaft würdigt. "Es ist wichtig, dass die Wiedervereinigung jedes Jahr symbolisch gefeiert wird", heißt es in einem Appell, den die Verbände am Mittwoch gemeinsam mit den "Neuen Deutschen Organisationen" veröffentlichten, einem Netzwerk von Vereinen, die für Teilhabe und gegen Rassismus eintreten.

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Auch die Einwanderungsgesellschaft brauche einen symbolischen Akt – als Anerkennung der gesellschaftlichen Vielfalt in Deutschland. Die deutsche Einheit werde üblicherweise "aus einer rein ,weißen' Sicht betrachtet – deutschdeutsche Ostdeutsche wiedervereint mit deutschdeutschen Westdeutschen", heißt es in dem Papier weiter.

Ostdeutsche erlebten Entfremdung und Stigmatisierung

Die "Bindestrichdeutschen" auf beiden Seiten würden dabei oft vergessen. Dabei sei die deutsche Einheit für sie zum Teil mit "rassistischen Erfahrungen" verbunden gewesen. Ein großer Teil der ostdeutschen Bevölkerung habe in den Jahren nach der Vereinigung Entfremdung und Stigmatisierung erlebt. Die Einheit bleibe unvollendet, wenn diese Geschichten nicht erzählt würden.

Unterzeichnet haben den Appell unter anderen die Türkische Gemeinde in Deutschland, der Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, der Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine und die Iranische Gemeinde.

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