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"Mutter aller Probleme ist die Migration"

WELT-Logo WELT 06.09.2018
Seehofer: Bei Eskalation in Syrien mehr Flüchtlinge: "Mutter aller Probleme ist die Migration" © Bereitgestellt von AFP "Mutter aller Probleme ist die Migration"

Lange hatte Horst Seehofer zu den Vorfällen in Chemnitz geschwiegen. Jetzt findet der Inneminister auf einer Klausurtagung der CSU-Landesgruppe deutliche Worte. Für die Demonstranten zeigt er Verständnis.

Nachdem Horst Seehofer lange zu den teilweise gewaltsamen Protesten in Chemnitz geschwiegen hatte, verteidigte der Innenminister jetzt die Demonstranten in Sachsen. Der CSU-Vorsitzende sagte am Mittwoch am Rande einer Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im brandenburgischen Neuhardenberg, er habe Verständnis, wenn sich Leute empören, dass mache sie noch lange nicht zu Nazis, wie WELT aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Außerdem kritisierte der Innenminister voreilige Äußerungen nach den Protesten scharf. Er sei "immer dafür, dass man sich als Politiker zu solchen Dingen erst einlässt, wenn man authentische Informationen hat".

Deshalb habe er selbst sich nach dem Tötungsdelikt und den anschließenden Protesten erst einmal bei der Landesregierung und der Polizei nach den Einzelheiten erkundigt. Der Innenminister war von einigen Bundespolitikern vergangene Woche für sein langes Schweigen zu den Vorfällen in Chemnitz kritisiert worden. Seehofer sagte außerdem noch: Migration sei die "Mutter aller Probleme".

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte nach den Übergriffen in Chemnitz Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) widersprochen, die "Hetzjagden" auf Ausländer verurteilt hatte. Kretschmer sagte, das Geschehen in Chemnitz müsse richtig beschrieben werden. "Klar ist: Es gab keinen Mob, keine Hetzjagd und keine Pogrome", so Kretschmer.

Merkel bekräftigte am Mittwoch ihre Verurteilung der Auseinandersetzungen und Proteste. Die Informationen der Regierungserklärung aus Sachsen stehe "ja möglicherweise im Widerspruch zur Stellungnahme des Kanzleramtes", die er aber noch nicht in Gänze kenne, sagte Seehofer.

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