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Ramelow: Ostdeutsche müssen sich für alles rechtfertigen

AFP-LogoAFP 03.10.2018
Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit: Die Ministerpräsidenten der neuen Länder haben mehr Respekt für die Menschen im Osten. 28 Jahre nach der Wiedervereinigung sei der gesamtdeutsche Umgang miteinander "oftmals verheerend", sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. © Bereitgestellt von AFP Die Ministerpräsidenten der neuen Länder haben mehr Respekt für die Menschen im Osten. 28 Jahre nach der Wiedervereinigung sei der gesamtdeutsche Umgang miteinander "oftmals verheerend", sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Die Ministerpräsidenten der neuen Länder haben mehr Respekt für die Menschen im Osten sowie die Angleichung von Löhnen und Renten gefordert. 28 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung sei der gesamtdeutsche Umgang miteinander "bis heute oftmals verheerend", sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). "Auf der emotionalen Seite erleben die Menschen im Osten nahezu täglich Verletzungen."

Die Ostdeutschen machten immer wieder die Erfahrung, dass sie sich rechtfertigen müssen. "Für alles", kritisierte der Linken-Politiker. Dabei leisteten sie genau so viel für die deutsche Einheit wie die Menschen im Westen. Die Ostdeutschen arbeiteten länger und das für weniger Lohn und müssten sich dann noch anhören, sie seien "undankbar". "Es geht aber nicht um Dankbarkeit, sondern um Respekt", sagte Ramelow.

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Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte "eine stärkere Sichtbarkeit und Wertschätzung der Ostdeutschen". "Fast drei Jahrzehnte nach der Einheit haben wir immer noch nicht volle Lohn- und Rentengleichheit erreicht", sagte er dem "Tagesspiegel" (Dienstagsausgabe). Der Osten leide nach wie vor unter strukturellen Defiziten.

Wie Woidke drängen auch andere Ost-Politiker auf die Ansiedlung von mehr Bundesbehörden in Ostdeutschland. Es gehörten "endlich auch mehr Bundesbehörden in den Osten" und Beamte aus dem Osten seien "angemessen zu berücksichtigen", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dem "Tagesspiegel".

Der Osten kranke zudem daran, dass leistungsstarke und innovative Großunternehmen fehlten. Deshalb müsse der Ausbau einer innovativen mittelständischen Wirtschaft gefördert werden, sagte Haseloff weiter.

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, sieht in der Digitalisierung "eine große Chance". Ein verstärktes Augenmerk müsse zudem auf die Angleichung der Löhne gerichtet werden. "Gleichwertige Lebensverhältnisse sind erst erreicht, wenn wir gleiche Löhne und gleiche Renten haben", sagte Schwesig der Zeitung.

Auch für Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) kommt es darauf an, dass die ökonomisch immer weniger haltbare Ungleichbehandlung Ostdeutscher bei Einkommen, im Sozial- und Rentenwesen abgeschafft werde.

In Berlin haben am Montag (14.00 Uhr) die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober begonnen. Zu dem dreitägigen Bürgerfest unter dem Motto "Nur mit Euch" werden rund um das Brandenburger Tor und den Deutschen Bundestag mehr als eine Million Besucher erwartet. Spitzenvertreter von Bund und Ländern kommen am Mittwochvormittag zu einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom und einem anschließenden Festakt in der Staatsoper zusammen. Berlin hat in diesem Jahr die Bundesratspräsidentschaft inne und richtet deshalb die Einheitsfeierlichkeiten aus.

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