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Rettungsschiff bricht Evakuierung zweier Frauen mit ihren Kindern ab

WELT-Logo WELT 06.04.2019
Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" fährt seit Tagen über das Mittelmeer Quelle: FABIEN HEINZ/SEA-EYE.ORG/HANDOUT © FABIEN HEINZ/SEA-EYE.ORG/HANDOUT Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" fährt seit Tagen über das Mittelmeer Quelle: FABIEN HEINZ/SEA-EYE.ORG/HANDOUT

Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ hat die Evakuierung zweier Mütter mit ihren Kindern abgebrochen, weil die Frauen sich nicht von ihren Männern trennen wollten. Wie die Organisation Sea-Eye am späten Freitagabend mitteilte, hätten sich die Familien gegen eine Trennung entschieden.

Italien, das dem vor Lampedusa kreuzenden Schiff die Einfahrt in seine Gewässer verweigert, hatte zuvor angeboten, dass die beiden Frauen mit einem elf Monate und einem sechs Jahre alten Kind in Italien an Land gehen könnten – allerdings die Väter der Kinder nicht, teilte Sea-Eye mit.

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Dagegen habe die NGO beim Auswärtigen Amt protestiert. „Die Mütter und Kinder von ihren Vätern zu trennen, ohne dass es dafür einen vernünftigen Grund gibt, ist aktive Familientrennung und emotionale Folter“, erklärte Sprecher Gorden Isler.

Italien und Deutschland hätten zuvor die Evakuierung zweier Familien aus humanitären Gründen vereinbart, so die Organisation. Nach Darstellung von Sea-Eye hat das Außenministerium in Berlin im Gegensatz zu Italien nicht darauf bestanden, die Familien zu trennen.

Inzwischen nahm die „Alan Kurdi“ Kurs auf Malta. Das Schiff hatte am Mittwoch 64 Migranten aus dem Mittelmeer vor Libyen geborgen, darunter auch das Baby. Malta sowie Italien waren um Angabe eines sicheren Hafens gebeten worden.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte dem Schiff die Einfahrt verwehrt, da dieses „eine Bedrohung der Staatssicherheit“ darstelle. Das italienische Außenministerium betonte in einem Brief an Berlin, die Bundesregierung sei zuständig, da das Rettungsschiff unter deutscher Flagge fahre. Auch Malta wollte das Schiff bisher nicht anlegen lassen.

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