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Spanischer König dreht seinem Vater den Geldhahn zu

dw.com-Logo dw.com 16.03.2020 dw.com

Felipe VI. beendet den Dauerauftrag an seinen Vater und Amtsvorgänger Juan Carlos - und verzichtet später auf sein Erbe. Bei dem Zerwürfnis geht es um saudische Millionen und eine dubiose Stiftung.

Nah, aber nicht mehr innig: Spaniens Altkönig Juan Carlos und dessen Nachfolger Felipe (Archiv) © AFP/J. Reina Nah, aber nicht mehr innig: Spaniens Altkönig Juan Carlos und dessen Nachfolger Felipe (Archiv)

Der spanische König Felipe VI. hat die finanziellen Verbindungen zu seinem skandalumrankten Vater Juan Carlos gekappt. Der 52-Jährige strich das Gehalt des Altkönigs von zuletzt jährlich rund 194.000 Euro aus der Palastkasse. Das Könighaus teilte mit, Felipe werde auch auf das ihm später zustehende Erbe verzichten. Die Ankündigung folgt auf Medienberichte, die vor allem den früheren, aber auch den aktuellen König mit Millionenzahlungen des saudischen Königshauses in Verbindung bringen. Im Raum steht, dass es sich um Schmiergeld handele, das den Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium begünstigt haben könnte.

Ein ominöses Schweizer Konto

Es begann Anfang März mit einem Bericht der Schweizer Zeitung "Tribune de Genève", wonach der heute 82-Jährige Geld vom saudi-arabischen Königshaus angenommen haben soll. Die Rede war von einem 100 Millionen Dollar (derzeit 90 Millionen Euro) schweren Schweizer Bankkonto, das im Namen einer Stiftung mit Sitz in Panama geführt worden sei - und seit 2008 Juan Carlos gehöre. Am Samstag legte der britische "Daily Telegraph" nach: Laut Recherchen des Blattes soll auch Felipe Begünstigter dieser Stiftung gewesen sein.

In der nachfolgenden Erklärung des Königspalastes hieß es, Felipe habe im März 2019 von seiner Rolle in der Stiftung erfahren. Er habe daraufhin seinen Vater gebeten, ihn nicht mehr als Begünstigten führen zu lassen. Gegenüber einem Notar habe der König erklärt, kein Geld von der Stiftung annehmen zu wollen. "Die Krone muss die Würde der Institution gewährleisten, ihr Ansehen bewahren und ein integeres, ehrliches und transparentes Verhalten haben", hieß es in der Mitteilung - nur so verdiene sie ihre moralische Autorität, die sie für die Ausübung ihrer Funktionen benötige.

Francisco Franco (links) mit dem späteren König Juan Carlos bei einer Militärparade 1973 © picture-alliance/AP Photo/Anonymous Francisco Franco (links) mit dem späteren König Juan Carlos bei einer Militärparade 1973

Vom Erneuerer zum Skandal-König

Diese moralische Autorität hatten dem Altkönig Juan Carlos zuletzt viele abgesprochen. Seiner Abdankung 2014 gingen eine umstrittene Elefantenjagd, mutmaßliche Seitensprünge und andere Skandale voraus. Der Regent war seit seiner Krönung 1975 in der Bevölkerung lange sehr beliebt gewesen, weil er maßgeblich dazu beitrug, dass Spanien nach der unterdrückerischen Diktatur Francisco Francos zu einer Demokratie wurde. Seit Mitte 2019 hat sich Juan Carlos aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

ehl/sti (dpa, afp)

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