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SPD: Wolfgang Thierse bietet Saskia Esken offenbar Parteiaustritt an

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 03.03.2021 Florian Pütz

Wolfgang Thierse hat mit einer Kritik an Identitätspolitik für Unmut in der SPD gesorgt. Parteichefin Esken zeigte sich in einem Brief angeblich »beschämt«. Nun stellt der Berliner Politiker laut einem Bericht des »Tagesspiegel« seine Parteimitgliedschaft infrage.

© Simone Kuhlmey / imago images/Pacific Press Agency

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken offenbar seinen Parteiaustritt angeboten. Der »Tagesspiegel« berichtet, Thierse habe Esken einen Brief geschickt, in dem er seine SPD-Mitgliedschaft infrage stellt.

Er bitte darum, ihm öffentlich mitzuteilen, ob sein »Bleiben in der gemeinsamen Partei weiterhin wünschenswert oder eher schädlich« sei. Er selbst habe Zweifel, »wenn sich zwei Mitglieder der Parteiführung von mir distanzieren«, so zitierte der »Tagesspiegel« aus dem Brief.

Auslöser war demnach, dass Esken und SPD-Vize Kevin Kühnert zu einer Diskussion mit ausgewählten Parteimitgliedern eingeladen haben. In der Einladung hieß es laut »Tagesspiegel«, man sei »beschämt« über SPD-Vertreter, die ein »rückwärtsgewandtes Bild der SPD« zeichneten. Vermutet wird, dass damit auch Thierse gemeint sein könnte, der Ende Februar in einem Gastbeitrag in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« Identitätspolitik und gendergerechte Sprache kritisiert hatte.

Damit hatte Thierse die Kritik von Parteikollegen auf sich gezogen. So twitterte Aziz Bozkurt, Bundesvorsitzender der AG Migration und Vielfalt in der SPD, zu dem »FAZ«-Text: »Ach Wolfgang...traurig, wie sich Einige entwickeln, einfach im letzten Jahrhundert verharren.«

Im Deutschlandfunk kritisierte Thierse daraufhin Identitätspolitik von rechts wie von links. »Die Identitätspolitik von rechts ist eine Politik, die zu Ausschließung, zu Hass, ja zu Gewalt führt«, so der 77-Jährige: »Und die Identitätspolitik von links führt, wenn sie weiter so einseitig und in dieser Radikalität betrieben wird, zu Cancel Culture.« Zudem kritisierte er, dass gendergerechte Sprache »auf dem Verordnungswege« durchgesetzt werde.

In seinem Brief an Esken schrieb Thierse nun dem »Tagesspiegel« zufolge, er habe versucht, »zu Mäßigung zu mahnen und verstärkte Anstrengungen auf das Gemeinsame und Verbindende einer mehr denn je pluralen, diversen Gesellschaft zu richten«. Er meine, »dies sei gut sozialdemokratisch.«

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