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Trump nennt Ex-FBI-Chef Comey "unaufrichtigen Schleimball"

WELT-Logo WELT 16.04.2018
Trump nennt Ex-FBI-Chef Comey "unaufrichtigen Schleimball" © picture alliance / newscom Trump nennt Ex-FBI-Chef Comey "unaufrichtigen Schleimball"

Comey bezeichnet den Präsidenten als "unethisch" und "losgelöst von der Wahrheit". Trump wiederum nennt diesen "unaufrichtig": Der ehemalige Polizeichef schreibt seine Memoiren, und schon fliegen die Fetzen.

US-Präsident Donald Trump hat wutentbrannt auf das Buch des von ihm gefeuerten früheren FBI-Chefs James Comey geantwortet, in dem er mit einem Gangsterboss verglichen wird. Comey sei ein "unaufrichtiger Schleimball" und sollte für die Preisgabe vertraulicher Informationen strafrechtlich verfolgt werden, twitterte Trump am Freitag. Auch Mitarbeiterinnen des Präsidenten nahmen Comey ins Visier.

Comey vergleicht Trump in seinem neuen Buch mit einem unethischen Gangsterboss, der von allen um sich herum Loyalität fordert und Tatsachen verdreht. Trump hatte Comey im vergangenen Mai entlassen. Das Buch soll kommende Woche in den USA erscheinen. Der Nachrichtenagentur AP lag vorab eine Ausgabe vor.

Trump twitterte, Comey sei ein "schwacher und unethischer Schleimball" und ein schrecklicher Direktor der Bundespolizei gewesen. "Es war mir eine große Ehre, James Comey zu feuern!" Comeys Umgang mit Ermittlungen zu Trumps einstiger Wahlkampfrivalin Hillary Clinton würden als eine der schlimmsten verpfuschten Aufgaben in die Geschichte eingehen, schrieb der Präsident.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, twitterte, einer der wenigen Bereiche, in denen sich die Parteien in Washington einig seien, sei, dass Comey nicht glaubwürdig sei. Beraterin Kellyanne Conway sagte, Comey wirke wie ein verärgerter ehemaliger Mitarbeiter.

Trump sei eine "Art Mafiaboss"

Comey geht in seinen Memoiren über die Vorgeschichte seiner Entlassung hart mit Trump ins Gericht. Trump sei "unethisch" und "losgelöst von der Wahrheit", heißt es in dem Werk "A Higher Loyalty". Den Präsidenten beschreibt Comey als einen Mann, dessen Führungsstil vom eigenen Ego getrieben sei. Zudem sei Trump eine "Art Mafiaboss", der die Grenzen zwischen Polizeiarbeit und Politik habe verwischen wollen. Trump habe außerdem versucht, mit Blick auf die Ermittlungen zu einer russischen Einmischung Druck auf ihn auszuüben.

"Donald Trumps Präsidentschaft bedroht vieles von dem, das in dieser Nation gut ist", schreibt Comey. Die US-Regierung bezeichnet er als einen "Waldbrand", den selbst ethisch gesinnte Top-Politiker in den Reihen der Regierung nicht eindämmen könnten. Seine Ermittlungen zu Kontakten zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland führten aus Comeys Sicht zu seiner Entlassung.

"A Higher Loyalty" lehnt sich an Comeys öffentlichen Aussagen sowie persönlichen Notizen über Zweiergespräche mit Trump an. Details über die Treffen hatte er nach eigenem Bekunden schriftlich festgehalten, weil er zunehmend Zweifel an der Integrität des Präsidenten gehegt habe.

Comey schildert auch ein Zweiergespräch, in dem der Präsident ihn wiederholt um Untersuchungen zu Gerüchten gebeten habe, wonach russische Prostituierte in einem Hotelzimmer in Moskau auf Trumps Bett uriniert hätten. FBI-Ermittlungen sollten nach Trumps Vorstellungen zeigen, dass das Ganze eine Lüge sei. Comey hatte nach eigenen Angaben den Eindruck, dass der Präsident eine Untersuchung haben wollte, um First Lady Melania zu beschwichtigen.

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