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Ukraine fordert in Bukarest Patriot-Luftabwehr

WELT-Logo WELT 29.11.2022
„In der Region Donezk gibt es massive Gefechte, ungeachtet der widrigen Bedingungen“, berichtet Russland-Korrespondent Christoph Wanner. Ein großes Problem ist die medizinische Versorgung. „Die Männer stehen in den Schützengräben kniehoch im Wasser“, so Wanner. Quelle: WELT © WELT „In der Region Donezk gibt es massive Gefechte, ungeachtet der widrigen Bedingungen“, berichtet Russland-Korrespondent Christoph Wanner. Ein großes Problem ist die medizinische Versorgung. „Die Männer stehen in den Schützengräben kniehoch im Wasser“, so Wanner. Quelle: WELT

Die Ukraine hat von der Nato Patriot-Luftabwehrsysteme gefordert, wie sie unter anderem Deutschland hat. Patriots brauche die Ukraine mit „am dringendsten“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Dienstag am Rande des Nato-Außenministertreffens in Bukarest, ohne Deutschland explizit zu nennen.

Kuleba sagte bei dem Auftritt mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg weiter, das Luftverteidigungssystem solle weitere russische Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine abwehren. Zuvor hatte bereits Polen die Bundesregierung aufgerufen, der Ukraine dafür das Patriot-System zur Verfügung zu stellen. Berlin hatte dies ursprünglich Warschau nach den jüngsten Raketeneinschlägen im Grenzgebiet angeboten.

Russland warnte die Nato davor, die Raketenabwehrsysteme an die Ukraine zu liefern. Der ehemalige Präsident Dmitri Medwedew erklärt auf Telegramm, sollte die Allianz die „ukrainischen Fanatiker“ mit Patriots und Nato-Personal versorgen, würden diese sofort zum legitimen Ziel für die russischen Streitkräfte. Unklar ist, ob Medwedew sich dabei auf die Patriot-Systeme, die ukrainischen Streitkräfte oder das Nato-Personal als potenzielles Ziel bezog.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) äußerte sich in Bukarest zurückhaltend zur Weitergabe der Patriots an Kiew. Die Nato müsse sicherstellen, dass sie „in ihrem eigenen Bündnisgebiet“ ausreichend Material habe, betonte Baerbock. Sie verwies zudem auf das Luftabwehrsystem Iris-T, das Berlin bereits an Kiew geliefert hat.

In Bukarest wollte Kuleba an einem Abendessen mit den Nato-Außenministern teilnehmen. Zuletzt habe er von den westlichen Partnern drei Dinge gefordert, sagte der ukrainische Außenminister: „Waffen, Waffen, Waffen“. Nun laute seine Forderung: „Schneller, schneller, schneller“.

Alle Entwicklungen im Liveticker:

19:55 Uhr – Scholz verspricht Selenskyj in Telefonat weitere Unterstützung

Deutschland hat die Ukraine nach Regierungsangaben bislang mit etwa 56 Millionen Euro dabei unterstützt, im russischen Angriffskrieg zerstörte Energieinfrastruktur zu reparieren. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach am Dienstag in einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die Lage in dem Land, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Abend mitteilte. Selenskyj habe über die Auswirkungen der russischen Luftangriffe auf zivile Infrastruktur, Wasser- und Stromversorgung informiert. „Der Bundeskanzler verurteilte den anhaltenden Beschuss und sicherte der Ukraine weitere kurzfristige Unterstützung zu.“

Bislang habe die Bundesregierung kurzfristige Finanzhilfen zur Instandsetzung der Energieinfrastruktur in Höhe von circa 56 Millionen Euro geleistet, erläuterte Hebestreit. Deutschland stelle zudem mehr als 350 Generatoren zur Verfügung.

„Der Bundeskanzler bekräftigte die fortwährende deutsche Unterstützung der Ukraine auch im Bereich Luftverteidigung und beim langfristigen Wiederaufbau“, fügte der Sprecher hinzu.

18:44 Uhr – Außenminister Estlands fordert ein Prozent des BIP für Ukraine

Beim Treffen der Nato-Außenminister in Bukarest hat Estland die anderen Bündnisstaaten aufgefordert, deutlich mehr Geld zur Unterstützung der Ukraine in die Hand zu nehmen. Wenn alle Nato-Staaten ein Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Waffenlieferungen und andere militärische Hilfe einsetzen würden, könnte das einen strategischen Unterschied machen, sagte der estnische Außenminister Urmas Reinsalu am Dienstag.

18:15 Uhr – Italienische Abgeordnete ziehen Antrag für Waffenlieferungen zurück

Italiens rechtsgerichtete Regierungsparteien haben einem Insider zufolge einen Antrag zurückgezogen, der es der Regierung erlaubt hätte, auch 2023 weiterhin Waffen in die Ukraine zu liefern. Auslöser für den Schritt sei eine Aufforderung der Opposition gewesen, ein separates Dekret dafür auf den Weg zu bringen, verlautete aus Parlamentskreisen. Die Regierung in Rom konnte bislang auf der Grundlage eines Dekrets, das Ende des Jahres ausläuft, Hilfsgüter in die Ukraine schicken, ohne jedes Mal die Genehmigung des Parlaments einzuholen.

Die Opposition kritisiert, dass sich das betreffende Dekret nicht spezifisch auf die Ukraine bezieht. Der Minister Luca Ciriani kündigt an, dass die Regierung die Lieferungen über ein weiteres Dekret durchsetzen wolle. Die Waffenlieferungen an die Ukraine sind in der Regierungskoalition umstritten.

17:15 Uhr – Russland kann laut Geheimdiensten militärisches Grundkonzept in Ukraine nicht umsetzen

Nach schweren Niederlagen im Krieg gegen die Ukraine ist Russland nach britischer Einschätzung von seinem militärisch-taktischen Grundkonzept abgerückt. In den vergangenen drei Monaten seien die russischen Kräfte in der Ukraine größtenteils nicht mehr als taktische Bataillonsgruppen (BTG) aufgetreten, teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit.

Die hochintensiven Kämpfe auf weiter Fläche hätten mehrere Fehler des Konzepts offengelegt. „Die relativ geringe Zuteilung von Infanterie an die BTG hat sich oft als unzureichend erwiesen.“ Zudem habe es die dezentrale Verteilung von Artillerie Russland nicht ermöglicht, seinen Mengenvorteil bei dieser wichtigen Waffe auszuschöpfen. Nur wenige Kommandeure hätten die Erlaubnis, das Modell flexibel zu nutzen, hieß es in London.

Das BTG-Konzept ist ein zentraler Pfeiler der russischen Militärdoktrin der vergangenen Jahre. Dabei wird jeder taktische Verband sowohl mit Infanterie als auch mit Flugabwehr, Artillerie sowie Logistik- und Aufklärungseinheiten ausgestattet. Dies soll den Einheiten ermöglichen, selbstständig mit mehreren Waffengattungen zu kämpfen.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor.

16:48 Uhr – USA sagen weitere 53 Millionen Dollar für die Ukraine zu

Die USA haben am Rande des Nato-Treffens in Bukarest weitere Hilfen für die Ukraine im Umfang von 53 Millionen Dollar (gut 51 Millionen Euro) zugesagt. Damit wollen die Vereinigten Staaten „wichtige Ausrüstung für das Stromnetz bereitstellen“, wie Außenminister Antony Blinken in der rumänischen Hauptstadt erklärte. Die ukrainische Energie-Infrastruktur ist durch russische Angriffe massiv gestört.

Das US-Paket umfasst unter anderem Transformatoren, Trennschalter, Fahrzeuge und andere Ausrüstung. Washington will sie als Soforthilfe an die Ukraine liefern. Zuvor hatten die USA bereits 55 Millionen Dollar unter anderem für Generatoren in Aussicht gestellt.

Blinken machte die neuerliche Zusage anlässlich eines Treffens der sieben großen Industriestaaten (G7) mit bis zu 20 Partnerländern am Rande der Nato-Tagung in Bukarest. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte die G7-Debatte organisiert. Deutschland wollte in Bukarest ebenfalls zusätzliche Mittel ankündigen, mit denen weitere Generatoren, Treibstoff und Krankenwagen angeschafft und Projekte zur Minenräumung unterstützt werden.

16:41 Uhr – Russisches Militär berichtet von Angriffen im Gebiet Donezk

Das russische Militär greift nach eigenen Angaben an der Front im Gebiet Donezk weiter die ukrainischen Truppen an. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Lagebericht des russischen Verteidigungsministeriums in Moskau hervor. An dem Frontabschnitt im Gebiet Donezk wird seit Monaten um die von den Ukrainern verteidigten Städte Bachmut und Awdijiwka gekämpft. Das russische Militär zählte umliegende Orte wie Werchnokamjanske, Andrijiwka und Wodjane auf, die auch aus der Luft angegriffen worden seien.

Die Moskauer Angaben decken sich in diesem Fall mit den Berichten des Kiewer Generalstabs, der massive russische Truppenkonzentrationen an diesen Abschnitten verzeichnet. Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) zog allerdings in Zweifel, dass Russland mit seiner Offensive bei Bachmut vorankommt.

Ein Stück weiter nördlich bei den Städten Kupjansk und Lyman wehrten russische Truppen nach Moskauer Angaben ukrainische Angriffe ab. Das passt zu ukrainischen Angaben, dass dort die Russen in der Defensive seien.

16:37 Uhr – Klitschko bittet Deutschland um weitere Unterstützung für Ukraine

Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko hat Deutschland um weitere Hilfe bei der Abwehr des russischen Angriffs auf die Ukraine gebeten. „Das Verbrechen, das Kriegsverbrechen, was in der Ukraine stattfindet, muss ein Ende haben. Das Leiden muss ein Ende haben“, sagte der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko in Berlin bei einem Treffen mit FDP-Politikern.

Deutschland habe schon viel geleistet, aber er komme und bitte um weitere Unterstützung auch mit Blick auf den Winter. Klitschko: „Es kann nicht sein, dass in der Ukraine Krieg herrscht und man schaut weg und denkt, es wird nicht an meine Tür klopfen. Es wird.“ Er traf im Bundestag die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes-Strack-Zimmermann, sowie den FDP-Fraktionsvize und Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff.

Wladimir Klitschko, ehemaliger Boxer und Berater seines Bruders Vitali, dem Bürgermeister von Kiew Quelle: dpa/Michael Kappeler © dpa/Michael Kappeler Wladimir Klitschko, ehemaliger Boxer und Berater seines Bruders Vitali, dem Bürgermeister von Kiew Quelle: dpa/Michael Kappeler

16:09 Uhr – Erster Frachter mit russischem Dünger verlässt die Niederlande

Die erste Lieferung mit russischem Dünger hat die Niederlande Richtung Malawi verlassen, teilt ein UN-Sprecher mit. Es ist die erste Lieferung von Dünger, dessen Weitertransport im Rahmen der EU-Sanktionen bislang verhindert wurde. Die UN hatte einer Verlängerung des Getreide-Abkommens zwischen Russland und der Ukraine vermittelt. Dadurch kann die Ukraine weiter Getreide ausführen und Russlands Dünger wurde freigegeben. Beide Grundprodukte haben einen entscheidenden Einfluss auf die globalen Lebensmittelpreise.

14:31 Uhr – G-7-Staaten wollen bei Verfolgung von Kriegsverbrecher näher zusammenarbeiten

Die G-7-Staaten wollen zur besseren Verfolgung von russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine ein Netzwerk von nationalen Kontaktstellen für Ermittlungen zu Völkerstraftaten einrichten, an die sich internationale Organisationen und andere Staaten wenden können. Dazu hätten sich die sieben führenden Industriestaaten (G7) verpflichtet, sagte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) am Dienstag nach einem Treffen der G-7-Justizminister in Berlin. Auch die Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland seien dazu aufgerufen, „uns zu berichten, was sie gesehen haben“.

13:58 Uhr – Litauen: Nato hat genügend Panzer für Ukraine

Die Nato hat nach litauischen Angaben genügend Panzer, die sie der Ukraine überlassen könnte. „Der Nato gehen die Panzer nicht aus“, sagte der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis vor dem Treffen mit seinen Nato-Kolleginnen und Kollegen in Bukarest. „Wenn wir also den Bestand an Panzern ausweiten, die in die Ukraine geschickt werden, hat die Nato die Chance, die Versorgung aufrechtzuerhalten.“

13:51 Uhr – Baerbock bezeichnet Russlands Krieg als „Bruch der Zivilisation

Außenministerin Annalena Baerbock hat den russischen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine als „Bruch der Zivilisation“ bezeichnet. Die Grünen-Politikerin benutzte damit bei einem Nato-Treffen in der rumänischen Hauptstadt Bukarest einen Begriff, der oft als Beschreibung für den Holocaust gebraucht wird. Dieser ist wiederum die nahezu weltweit gebräuchliche Bezeichnung für den Völkermord an Europas jüdischer Bevölkerung durch die Nationalsozialisten mit etwa sechs Millionen Toten.

13:15 Uhr – Luftalarm in gesamter Ukraine

In der gesamten Ukraine wird Luftalarm gegeben. Zuvor hatten die Behörden gewarnt, dass die russischen Streitkräfte eine weitere Welle an Raketen- und Drohnenangriffen vorbereiten.

11:45 Uhr – Stoltenberg sagt weitere Nato-Hilfe für Ukraine zu

Die Nato-Mitglieder werden nach den Worten von Generalsekretär Jens Stoltenberg ihre Hilfe für die Ukraine aufstocken. „Wir haben Generatoren und Ersatzteile geliefert, und die Verbündeten helfen beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur“, sagt Stoltenberg vor einem Treffen der Nato-Außenministerinnen und -minister in Bukarest. Dieses diene als Plattform, um die westliche Hilfe für den Wiederaufbau der durch russische Angriffe zerstörten Energie-Infrastruktur zu verstärken.

10:35 Uhr – G 7 koordinieren Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der Ukraine

Die Ermittlungen zu in der Ukraine verübten Kriegsverbrechen sollen besser koordiniert werden. Um das zu erreichen, sind die Justizminister der G-7-Staaten in Berlin zusammengekommen. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP), hatte zu den Beratungen auch eine Delegation aus der Ukraine eingeladen. Er sagte, es gehe bei der verbesserten Zusammenarbeit vorrangig darum, Beweismaterial zu sichern und Doppelarbeit zu vermeiden. Opfer, die Zeugenaussagen machten, sollten zu ihren traumatisierenden Erlebnissen beispielsweise nicht mehrfach aussagen müssen. Von der Zusammenkunft gehe das Signal aus: „Kriegsverbrechen dürfen nicht ungesühnt bleiben.“

10:30 Uhr – Von Russland inhaftierte russische Soldaten erstatten Anzeige wegen „Entführung“

Russische Soldaten sollen im ukrainischen Luhansk in einem Keller unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt worden sein, nachdem sie den Kampf gegen die Ukrainer verweigerten, weil sie „medizinisch und materiell ungenügend versorgt waren“. Die „Novaya Gazeta“, eines der letzten unabhängigen Medien in Russland, berichtete, dass einige Soldaten einen offiziellen Antrag auf Strafverfolgung bei einem russischen Untersuchungskomitee wegen rechtswidriger Inhaftierung, Entführung und Autoritätsmissbrauch gestellt haben.

Laut der Menschenrechtsgruppe Agora saßen etwa 280 russische Soldaten für zwei Wochen in dem Keller „LPR“ fest. Sie bekamen nur etwa einmal am Tag unzureichendes Essen. Sobald ihr Kriegsdienst laut Vertrag offiziell endete, wurden sie zurück nach Russland gebracht. Befehlshaber und Justizpersonen des Militärs sollen psychischen Druck und Androhungen gegen die Soldaten ausgesprochen haben. Medienberichte über unmenschliche Inhaftierung von russischen Soldaten, die ihren Kriegsdienst verweigerten, gab es bereits.

10:24 Uhr – Steinmeier ruft zu mehr Hilfe für die Ukraine auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der massiven Zerstörung der Energieinfrastruktur in der Ukraine zu mehr Hilfe für das Land aufgerufen. „Millionen von Ukrainern stehen jetzt vor einem Winter in großer Not, Dunkelheit und Kälte“, sagte Steinmeier bei einem Besuch des Logistikzentrums des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Flughafen BER vor seinem Abflug nach Skopje. Er forderte Städte und Gemeinden dazu auf, Partnerschaften mit ukrainischen Kommunen einzugehen. Über diese erfolge Hilfe ganz unbürokratisch von Mensch zu Mensch. Er rief zudem zu Geldspenden auf, damit Hilfsorganisationen etwa Generatoren oder Heizgeräte beschaffen könnten.

09:00 Uhr – USA wollen Nato-Anwärter Finnland Waffen im Millionenwert verkaufen

Die USA wollen dem an Russland grenzenden Finnland Waffensysteme im Wert von rund 323 Millionen US-Dollar (knapp 312 Millionen Euro) verkaufen. Es gehe unter anderem um taktische Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM 9X Block II und Gleitbomben vom Typ AGM-154 sowie die dazugehörige Ausrüstung, teilte das Pentagon am Montag mit. Das US-Außenministerium habe den geplanten Verkauf des Herstellers Raytheon an den Nato-Beitrittskandidaten genehmigt. Der Kongress muss dem Geschäft noch zustimmen.

08:29 Uhr – London: Russland ändert in Ukraine Grundkonzept der Bataillone

Nach schweren Niederlagen im Krieg gegen die Ukraine ist Russland nach britischer Einschätzung von seinem militärisch-taktischen Grundkonzept abgerückt. In den vergangenen drei Monaten seien die russischen Kräfte in der Ukraine größtenteils nicht mehr als taktische Bataillonsgruppen (BTG) aufgetreten, teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit.

Die hochintensiven Kämpfe auf weiter Fläche hätten mehrere Fehler des Konzepts offengelegt. „Die relativ geringe Zuteilung von Infanterie an die BTG hat sich oft als unzureichend erwiesen.“ Zudem habe es die dezentrale Verteilung von Artillerie Russland nicht ermöglicht, seinen Mengenvorteil bei dieser wichtigen Waffe auszuschöpfen. Nur wenige Kommandeure hätten die Erlaubnis, das Modell flexibel zu nutzen, hieß es in London.

07:37 Uhr – Ukrainische Großstadt Dnipro von vier Raketen getroffen

Die zentralukrainische Großstadt Dnipro ist Behördenangaben zufolge in der Nacht zu Dienstag von vier russischen Raketen getroffen worden. Die Produktionsanlagen einer „privaten Firma“ seien schwer beschädigt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Walentyn Renitschenko, auf Telegram mit. Nähere Angaben zu dem Unternehmen machte er nicht. Es sei ein Brand entstanden, der aber gelöscht worden sei. Niemand sei getötet oder verletzt worden, schrieb Resnitschenko. Auch die weiter südlich gelegene Stadt Nikopol am Fluss Dnipro sei beschossen worden.

05:35 Uhr – Stromausfälle gefährden Gefängnis-Sicherheit in der Ukraine

Angesichts von Stromausfällen durch russische Raketenangriffe auf Kraftwerke und Stromleitungen hat der ukrainische Justizminister, Denys Maljuska, vor einer Notsituation in ukrainischen Gefängnissen gewarnt. „Eine unserer größten Sorgen ist die Situation in den Gefängnissen. Wir brauchen die Versorgung mit Strom und Wasser in den Gefängnissen“, sagte Maljuska den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ein Belastungstest habe gezeigt, dass die Sicherheit und Versorgung in den Gefängnissen höchstens eine Woche ohne Strom aufrechterhalten werden könne. „Nach einer Woche sind Versorgung, Heizung und auch Sicherheit stark gefährdet, da im Gefängnis auch Strom für Überwachungskameras und andere Sicherheitsausstattung benötigt wird.“

Russland hatte zuletzt die Energie-Infrastruktur des Landes massiv unter Beschuss genommen. So hat die ukrainische Hauptstadt Kiew weiter mit unangekündigten Notabschaltungen bei der Stromversorgung zu kämpfen. 55 Prozent der Haushalte seien davon betroffen, teilte die Militärverwaltung der Dreimillionenstadt am Montag über Telegram mit. Die Notabschaltungen sollten dabei nicht länger als fünf Stunden dauern.

05:33 Uhr – Ukrainische Menschenrechtsanwältin fordert Waffen für ihre Heimat

In einem ungewöhnlichen Schritt hat die ukrainische Menschenrechtsanwältin Oleksandra Matwijtschuk, deren Organisation CCL den Friedensnobelpreis 2022 erhält, Waffenlieferungen für ihr Heimatland gefordert. „Wir brauchen Flugabwehrsysteme. Wir brauchen andere Arten militärischer Ausrüstung, die uns helfen würden, unseren Himmel zu schützen“, sagte Matwijtschuk der Nachrichtenagentur AFP in Stockholm. „Wir müssen neuen Schaden an kritischer ziviler Infrastruktur verhindern“, fügte sie hinzu.

Matwijtschuk ist Vorsitzende der ukrainischen Menschenrechtsorganisation Zentrum für bürgerliche Freiheiten (CCL), die gemeinsam mit der russischen Organisation Memorial und dem belarussischen Politiker und Menschenrechtsaktivisten Ales Bjaljazki den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält.

02:00 Uhr – Ukrainischer Minister: Russland muss Reparationen zahlen

Mit Blick auf das Treffen der G7-Justizminister in Berlin hat der ukrainische Ressortchef Denys Maljuska die Forderung seines Landes bekräftigt, Russland für die Kriegsschäden zur Kasse zu bitten. Dabei setzt er auf Unterstützung der Siebener-Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien.

„Russland muss das ukrainische Volk für den Schaden bezahlen, den es in diesem Krieg angerichtet hat“, sagte Maljuska den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Russland muss Reparationen zahlen, wie wir es in vergangenen Kriegen in anderen Regionen gesehen haben.“ Man gehe von einem Schaden von 150 Milliarden Dollar aus, „der den wirtschaftlichen Schaden nicht einschließt und der die Kosten für die Verletzten und Kriegsopfer und ihre Familien nicht einschließt“, so der ukrainische Justizminister.

01:12 Uhr – USA kündigen Raketenverkauf an Finnland in Höhe von 323 Millionen Dollar an

Das US-Verteidigungsministerium hat den geplanten Verkauf von Raketen im Wert von 323 Millionen Dollar (rund 319 Millionen Euro) an den Nato-Beitrittsbewerber Finnland angekündigt. Der Verkauf werde die finnischen „Luft-Luft- und Luft-Boden-Waffenfähigkeiten verbessern und sich positiv auf die US-Beziehungen zu den Ländern der nordischen Region auswirken“, erklärte das Pentagon. Es sei eine Verkaufsgenehmigung für taktische Raketen der Typen AIM 9X und AGM-154 an Finnland erteilt worden.

Der Verkauf werde „die Außenpolitik und die nationale Sicherheit der USA unterstützen, indem er die Sicherheit eines vertrauenswürdigen Partners“ verbessere, der eine „wichtige Kraft für politische Stabilität und wirtschaftlichen Fortschritt in Europa“ sei, hieß es weiter.

00:38 Uhr – Insider: US-Hilfen für ukrainische Energieversorgung

Die USA wollen einem Insider zufolge die Ukraine angesichts der russischen Angriffe auf das ukrainische Energienetz bei der Wiederherstellung der Stromversorgung unterstützen. US-Außenminister Antony Blinken werde am Dienstag bei einem Treffen einer neuen Energiekoordinierungsgruppe, der die G7 und andere Nationen angehören, die Hilfen vorstellen, sagte ein anonymer US-Regierungsmitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung in Washington habe mit US-Versorgungsunternehmen und Hardware-Anbietern sowie mit europäischen Ländern zusammengearbeitet, um entsprechende Ausrüstung zur Reparatur der beschädigten Hochspannungsstationen „in den nächsten Wochen so schnell wie möglich in die Ukraine zu bringen“.

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