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Ukrainekrieg: US-Geheimdienste blicken skeptisch auf Russlands Kapazität für Frühjahrsoffensive

DER SPIEGEL 04.12.2022 Anna-Theresa Bachmann

Fehlender Nachschub, sinkende Moral: Laut US-Geheimdienstexperten bröckelt Russlands Stärke im Ukrainekrieg. In Kiew sei man auf eine neue Offensive nach dem Winter besser vorbereitet.

© Alexandr Kulikov / AP

Die US-amerikanischen Geheimdienste erwarten im Verlauf des Winters eine weitere Verlangsamung des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt. Bereits jetzt sei ein reduziertes Tempo der Kämpfe zu beobachten; beide Konfliktparteien versuchten, sich für weitere Kämpfe im Frühjahr neu aufzustellen, sagte US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines auf einem Militär-Forum in Simi Valley, Kalifornien. Jedoch herrsche in Geheimdienstkreisen ein »gewisses Maß an Skepsis« darüber, ob die russischen Streitkräfte für neue Kämpfe im März überhaupt gerüstet seien. Diesbezüglich sei der Blick auf die Ukrainer optimistischer, so Haines.

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Derzeit setze Russland mehr Munition ein, als es nachproduzieren könne. Das »wirklich außergewöhnliche« Tempo, mit dem die russischen Streitkräfte ihre Munition aufbrauchten, veranlasse Moskau dazu, Länder wie etwa Nordkorea um Hilfe zu bitten, sagte Haines in einem Gespräch mit dem US-Fernsehsender NBC auf dem Reagan National Defense Forum.

Trotz Misserfolg: Putin halte an Kriegsziel fest

Neben der Nachschub-Beschaffung sah Haines auch Herausforderungen auf logistischer und moralischer Ebene für Russland in der seit mehr als neun Monate dauernden Offensive. Unklar sei, inwiefern Russlands Präsident Wladimir Putin die Schwierigkeiten bewusst seien. »Ich denke, er wird zunehmend über die Herausforderungen informiert, denen das Militär in Russland gegenübersteht. Aber wir sind uns immer noch nicht sicher, dass er voll und ganz im Bilde darüber ist, wie groß sie sind«, so Haines.

Putin habe sein politisches Ziel, die Ukraine zu kontrollieren, nicht geändert, sei aber vom ausbleibenden Erfolg der Offensive überrascht worden. Die US-Geheimdienstexperten hielten es für möglich, dass Putin seine militärischen Ambitionen zumindest temporär zurückfahren könne, »mit der Idee, dass er später wieder darauf zurückkommt«.

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