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USA mahnen Fluggesellschaften zu Vorsicht bei Flügen über den Golf

WELT-Logo WELT 18.05.2019
Die USA haben ihren Flugzeugträger Abraham Lincoln mit B-52-Bombern in den Persischen Golf geschickt Quelle: AP © AP Die USA haben ihren Flugzeugträger Abraham Lincoln mit B-52-Bombern in den Persischen Golf geschickt Quelle: AP

Angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran mahnt die US-Luftfahrtbehörde FAA den zivilen Flugverkehr über dem Persischen Golf und dem Golf von Oman zur Vorsicht.

Es gebe in der Region eine erhöhte militärische Aktivität und verstärkte politische Spannungen, erklärte die FAA am späten Freitagabend. Damit steige für die zivile Luftfahrt das Risiko, dass es zu Fehleinschätzungen und Irrtümern bei der Identifizierung von Flugzeugen komme.

Die US-Regierung hatte sich vor einem Jahr aus dem Atomabkommen zurückgezogen, das den Iran am Bau von Kernwaffen hindern soll und im Gegenzug das Ende von Sanktionen vorsieht. Die USA haben seither neue Sanktionen verhängt und setzen die anderen Unterzeichner unter Druck, ebenfalls keine Geschäfte mehr mit dem Iran zu machen. Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland wollen jedoch an dem Vertrag festhalten.

Vergangene Woche drohte der Iran, bald wieder mit der Anreicherung von Uran auf mehr als die im Atomvertrag erlaubten 3,67 Prozent spaltbaren Materials zu beginnen, wenn es kein neues Abkommen gebe. Die US-Regierung hat einen Flugzeugträger und zusätzliche Bomber in die Region beordert und vergangene Woche erklärt, sie habe neue Bedrohungen für US-Bürger und amerikanische Interessen durch den Iran und mit Teheran verbündete Kräfte in der Region entdeckt.

Die zunehmenden Spannungen werden in Irans Nachbarland Irak mit Sorge beobachtet. Der irakische Außenminister Mohammed Ali al-Hakim sagte am Freitag, sein Land solle sich aus dem drohenden Konflikt heraushalten. Alle Möglichkeiten sollten ausgeschöpft werden, um „Spannungen und Eskalation“ im Nahen Osten zu verhindern. Ein Konflikt würde die Entwicklung und den Wiederaufbau des Iraks verzögern, mahnte er.

US-Präsident Trump machte derweil die Medien in den USA als Schuldigen für die erhöhten Spannungen aus. In einem Tweet schrieb er, durch falsche und erfundene Nachrichten wisse immerhin der Iran nun nicht, was aktuell geschehe und los sei – „was zu diesem Zeitpunkt durchaus gut sein könnte!“

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Iran: Verhandlungen nicht mit vorgehaltener Waffe

Das Weiße Haus hatte am 5. Mai entschieden, seine Militärpräsenz im Nahen Osten zu erhöhen. Seither hat die US-Regierung wiederholt abgelehnt, öffentlich zu erklären, welche neuen Bedrohungen mutmaßlich von Teheran ausgehen. Noch am Donnerstag hatte Trump gesagt, er hoffe, dass es nicht zu einem Krieg mit dem Iran kommen werde. Davor sagte er, bald werde der Iran wohl auf Verhandlungen eingehen.

In der Islamischen Republik allerdings stehen die Zeichen weiter auf Skepsis. Wer Sanktionen verhänge und zugleich verhandeln wolle, benehme sich wie jemand, der von seinem Gegenüber mit vorgehaltener Pistole verlange, er solle sein Freund sein, kritisierte etwa der iranische General Rassul Sanaeirad.

General Saleh Dschokar drohte einem Bericht der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars zufolge damit, ein Krieg werde die Energieversorgung weltweit in Bedrängnis bringen. Außerdem sei es für iranische Kurzstreckenraketen leicht, die derzeit im Persischen Golf stationierten Kriegsschiffe zu erreichen.

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