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USA: Truppen im Irak jetzt in hoher Alarmbereitschaft

SZ.de-Logo SZ.de 15.05.2019 SZ.de/Reuters/dpa/ebri
© picture alliance / dpa

Es gebe "glaubhafte Bedrohungen" durch von Iran unterstützte Kräfte, so das US-Militär. Ein Kommandeur vor Ort widerspricht.

Zuletzt waren sowohl von Seiten der USA als auch von Iran Beteuerungen zu hören, man wolle einen Krieg vermeiden. Dennoch nehmen die Spannungen nun weiter zu: Die US-Streitkräfte haben die Alarmbereitschaft für ihre Anti-Terror-Kräfte in der Region erhöht, wie sie am Dienstag bekanntgaben. Es gebe "glaubhafte Bedrohungen" durch von Iran unterstützte Kräfte.

Damit unterstreicht das US-Militär seine Warnungen vor einer möglicherweise unmittelbaren Bedrohung amerikanischer Soldaten im Irak. Die US-Truppen dort seien in "hohe Alarmbereitschaft" versetzt worden, sagte ein Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen Zentralkommandos des US-Militärs. Konkret geht es um die im Irak und in Syrien stationierten Truppenteile der Anti-Terror-Operation Inherent Resolve (OIR) erhöht.

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Das US-Militär widerspricht explizit dem stellvertretenden OIR-Kommandeur und britischem General Chris Ghika. Dieser hatte das Bedrohungsszenario relativiert und gesagt: "Es gibt keine erhöhten Bedrohungen von durch den Iran unterstützten Kräften im Irak und Syrien".

Die US-Streitkräfte reagierten scharf. Diese Einschätzung sei nicht mit den Geheimdiensterkenntnissen der USA und ihrer Verbündeten im Einklang. US-Außenminister Mike Pompeo sagte bei seiner Abreise aus Russland, es gebe derzeit keine neuen Erkenntnisse zum Bedrohungsszenario. "Ich denke in den kommenden Stunden und Tagen werden wir die Antwort haben."

Ghika, der in der von den USA geführten Allianz zur Bekämpfung der IS-Miliz stellvertretender Kommandeur für die Bereiche Strategie und Information ist, wollte diese Einschätzung wenig später allerdings auf Nachfrage von Journalisten nicht mehr bekräftigen.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten zuletzt erheblich zugenommen. Hinzu kamen nach saudiarabischen Angaben Sabotage-Zwischenfälle in der Region. Saudi-Arabiens Energieminister teilte am Dienstag mit, zwei Pumpstationen einer Pipeline in der Nähe von Riad seien von bewaffneten Drohnen angegriffen und beschädigt worden.

Die "New York Times" berichtete, in der US-Regierung werde unter anderem die Verlegung von 120.000 Soldaten in die Region erwogen im Falle eines iranischen Angriffs. Präsident Donald Trump wies dies allerdings als "Fake News" zurück. Irans geistliches und politisches Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, sagte, es werde keinen Krieg mit den USA geben.

Zuvor hatten in dem Konflikt beide Seiten beteuert, keinen Krieg zu wollen. Sowohl Washington als auch Teheran gaben sich am Dienstag aber unnachgiebig in ihren Positionen. Die Trump-Regierung richtete erneut eine Warnung an den Iran. Außenminister Pompeo sagte bei einem Besuch in Russland, dass sein Land keinen Krieg gegen den Iran wolle. "Wir wollen, dass sich der Iran wie ein normales Land verhält." Wenn aber amerikanische Interessen angegriffen würden, dann würden sich die USA wehren.

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