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USA und Verbündete töten erstmals mehr Zivilisten als die Taliban

WELT-Logo WELT 24.04.2019
Insgesamt ist die Zahl der zivilen Opfer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken Quelle: AP/Rahmat Gul © AP/Rahmat Gul Insgesamt ist die Zahl der zivilen Opfer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken Quelle: AP/Rahmat Gul

Zum ersten Mal seit Erfassung der Daten sind in Afghanistan mehr Zivilisten durch Truppen der USA und ihrer Verbündeten getötet wurden als durch die Taliban und andere Rebellengruppen. Während der ersten drei Monate dieses Jahres seien internationale und regierungstreue Truppen für den Tod von 305 Zivilisten verantwortlich gewesen, erklärte die UN-Mission in Afghanistan (Unama) in ihrem am Mittwoch veröffentlichten vierteljährlichen Bericht. Aufständische töteten demnach im selben Zeitraum 227 Menschen.

Die meisten Tötungen erfolgten laut Unama durch Luftangriffe oder Suchaktionen am Boden. Die von den USA unterstützten afghanischen Truppen schienen dabei in einem rechtsfreien Raum zu agieren, konstatiert der Bericht.

Seit US-Präsident Donald Trump im Jahr 2017 die Bombardierung von Positionen der Taliban durch US-Kampfflugzeuge erleichterte, erhöhte das US-Militär den Einsatztakt.

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Der jüngste Bericht zeigt jedoch auch, dass die Zahl der zivilen Opfer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um 23 Prozent gesunken ist. Demnach dokumentierte Unama im ersten Quartal 1773 zivile Opfer, darunter 581 Tote und 1192 Verletzte. Das sind die niedrigsten Zahlen in den ersten drei Monaten seit 2013.

Grund für die niedrigeren Zahlen ist laut Unama vor allem der Rückgang an Selbstmordanschlägen. Ob dies am harten Winter liegt oder eine Strategie der Taliban während der laufenden Friedensgespräche ist, bleibt unklar.

Unama erfasst seit 2009 Daten zu zivilen Opfern im Afghanistankrieg. Im vergangenen Jahr hatte die Zahl ziviler Opfer in Afghanistan einen neuen Höchststand erreicht. 2018 wurden bei Anschlägen und Gefechten 3804 Zivilisten getötet und 7189 weitere verletzt. Das waren elf Prozent mehr als 2017.

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