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„Wir unterliegen seit Monaten einer Kontroll-Illusion“

WELT-Logo WELT 14.01.2022 Clara Ott
Durch die Omikron-Welle steigen die Corona-Zahlen. Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, steht einer Impfpflicht trotzdem kritisch gegenüber. Quelle: WELT © WELT Durch die Omikron-Welle steigen die Corona-Zahlen. Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, steht einer Impfpflicht trotzdem kritisch gegenüber. Quelle: WELT

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), ist überzeugt, dass es im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie beim Testgeschehen deutliche Änderungen geben muss und man sich auf symptomatische Fälle konzentrieren sollte. „Es wird einen Schwerpunkt geben, die Menschen mit PCR-Tests zu versehen, die gegebenenfalls aus der Quarantäne freigetestet werden sollen“, so Gassen im Fernsehsender Phoenix.

Schon jetzt lägen die Infektionszahlen „deutlich höher“, als die vom RKI kommunizierte Zahl, weil viele Ansteckungen gar nicht mehr bemerkt würden. „Wir unterliegen seit Monaten einer gewissen Kontroll-Illusion“, ergänzte der KBV-Vorstandsvorsitzende. Den kompletten Überblick über die Pandemie habe man nur in wenigen Bereichen, etwa bei den Krankenhauseinweisungen und bei Menschen, die auf Intensivstationen behandelt werden müssten.

Alle Entwicklungen im Liveticker:

21:45 Uhr: Niederlande lockern Corona-Maßnahmen

Der niederländische Regierungschef Mark Rutte hat eine Lockerung der strikten Corona-Maßnahmen angekündigt. Geschäfte, Fitnessstudios, Friseure und Sexshops dürfen ab Samstag wieder öffnen, wie Rutte am Freitag vor Journalisten ankündigte. Bars, Restaurants, Cafés und kulturelle Einrichtungen bleiben demnach weiterhin geschlossen – mindestens bis zum 25. Januar. 

Der Ministerpräsident bezeichnete die Lockerungen als einen „großartigen Moment“ für die Niederländer, die Weihnachten und Silvester zu Hause verbringen mussten, nachdem die strikten Regeln am 19. Dezember in Kraft getreten waren.

Gesundheitsminister Ernst Kuipers begründete den Schritt mit dem jüngsten Rückgang bei der Zahl der Krankenhauseinweisungen. Es sei jedoch noch zu früh, Bars und andere gastronomische Einrichtungen wieder zu öffnen, betonte Rutte.

19:55 Uhr – Neue Ausgangsbeschränkungen in Teilen Baden-Württembergs

Nach mehr als einem Monat ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg wieder über die 500er-Marke gestiegen. Am Freitag teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mit, dass sich in den vergangenen sieben Tagen landesweit 519,4 Menschen je 100 000 Einwohner nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt hätten (Stand 16.00 Uhr). Zuletzt hatte der Wert am 8. Dezember über 500 gelegen.

Der Grenzwert ist wichtig, weil bei zweimaligem Überschreiten infolge in den Regionen schärfere Maßnahmen ergriffen werden. So verkündeten unter anderem die Städte Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg und Ulm sowie die Landkreise Ravensburg, Biberach, Rastatt, Waldshut und Schwarzwald-Baar, dass ab Samstag Ausgangsbeschränkungen zwischen 21.00 und 5.00 Uhr für Nichtgeimpfte und Nichtgenesene gelten. Ausnahmen gibt es, wenn triftige Gründe vorliegen – wie Arbeit oder der Besuch von Lebenspartnern. Über 500 liegt die Inzidenz nach Angaben des Landesgesundheitsamts nunmehr in 24 der 44 Stadt- und Landkreise.

18:39 Uhr – Omikron-Welle scheint in mehreren US-Großstädten bereits wieder abzuflauen

In mehreren US-Großstädten scheint die Omikron-Welle bereits wieder abzuflauen. Die Zahl der registrierten Ansteckungen war laut am Freitag veröffentlichten Zahlen in Städten wie New York oder Washington, die als erste von der neuen Variante des Coronavirus betroffen waren, zuletzt rückläufig. Auf nationaler Ebene nahmen die Infektionen hingegen weiter zu.

New York verzeichnete zuletzt im Durchschnitt 28.500 Neuinfektionen pro Tag, nachdem es zwei Wochen zuvor noch durchschnittlich 42.000 Ansteckungen waren. Auch in der Hauptstadt Washington, die schwer vom Omikron getroffen wurde, und in Chicago verzeichneten die Gesundheitsbehörden rückläufige Zahlen. Ein ähnliches Muster wurde aus den Bundesstaaten New Jersey und Maryland gemeldet.

Experten warnen jedoch davor, anhand der Zahlen voreilige Schlüsse zu ziehen. In zahlreichen Bundesstaaten habe die fünfte Welle noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. Landesweit stiegen die Zahlen weiter.

18.17 Uhr – RKI veröffentlicht neue Empfehlung zu Quarantäne-Zeiten

Nach den von Bund und Ländern beschlossenen Änderungen bei Corona-Quarantäneregeln hat das Robert Koch-Institut (RKI) neue Empfehlungen veröffentlicht. Sie gelten ab diesem Samstag, wie das RKI mitteilte. Generell sollen sich die Quarantänezeiten für Kontaktpersonen von Infizierten und die Isolierung, wenn man selbst erkrankt ist, an einer „Sieben-Tage-Regel“ orientieren: Sie enden nach sieben Tagen, wenn man sich dann mit einem negativen PCR- oder Schnelltest „freitestet“.

Für das Ende einer Isolierung muss man zuvor auch noch 48 Stunden ohne Symptome sein. Ohne abschließenden Test sollen Quarantäne und Isolierung jeweils zehn Tage dauern. Für Beschäftigte in Kliniken und Pflegeeinrichtungen soll die Isolierung ebenfalls sieben Tage dauern – aber zum Abschluss verpflichtend mit einem genaueren PCR-Labortest. Zudem muss man zuvor 48 Stunden ohne Symptome sein. Für Kinder in Schulen und Kitas soll die Quarantäne als Kontaktperson fünf Tage dauern.

Bund und Länder hatten die Neuregelungen in der vergangenen Woche auch mit Blick auf die Verbreitung der neuen Virusvariante Omikron vereinbart. Bisher konnten Absonderungen je nach Variante, Impf- und Genesenenstatus für bis zu 14 Tage gelten. Wenn es sich etwa um Omikron handelt, gab es auch für Geimpfte keine Ausnahmen. Künftig sind unter anderem „Geboosterte“ mit Auffrischungsimpfung von einer Quarantäne als Kontaktperson von Infizierten ausgenommen.

18:15 Uhr – Fast alle Corona-Berater der polnischen Regierung treten zurück

Weil ihre Empfehlungen in der Corona-Krise von der polnischen Regierung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien, ist ein Großteil der Regierungsberater für die Pandemie zurückgetreten. 13 der insgesamt 17 Mitglieder des Corona-Beratungsausschusses erklärten aufgrund des „mangelnden Einflusses“ ihrer Empfehlungen auf die Regierung ihren Rücktritt. Die Ankündigung wurde von der polnischen Nachrichtenagentur PAP veröffentlicht.

Das Schreiben wurde von führenden Virologen, Epidemiologen und Intensivmedizinern unterzeichnet. Die medizinischen Berater warfen Warschau vor, „zunehmend das Verhalten von Teilen der Gesellschaft zu tolerieren, welche die von Covid-19 ausgehende Bedrohung und die Bedeutung der Impfung zur Bekämpfung der Pandemie leugnen“. Auch Regierungsmitglieder und weitere hochrangige Mitarbeiter hätten die Risiken einer Corona-Infektion geleugnet.

Die Regierung habe „nur sehr begrenzte Maßnahmen“ ergriffen, um dem Anstieg der Fälle im Herbst entgegenzuwirken, kritisierten die Berater. Das Kabinett habe es versäumt, „sich der Bedrohung durch die Omikron-Variante zu stellen, obwohl die Zahl der vorhergesagten Todesfälle erschreckend hoch ist“. Mehrere Abgeordnete der rechtsnationalistischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) haben sich offen gegen Corona-Impfungen ausgesprochen. Die Regierung von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ist auf ihre Unterstützung im Parlament angewiesen.

18.01 Uhr – Schwedens Regierungschefin mit Coronavirus infiziert

Die schwedische Regierungschefin Magdalena Andersson ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte ihr Sprecher Johan Ekström mit. Andersson befolge die medizinischen Ratschläge und setze ihre Arbeit von zu Hause aus fort. Ihr gehe es „den Umständen entsprechend“ gut, sagte Ekström. Die Corona-Infektion sei durch einen Schnelltest festgestellt worden.

Am Mittwoch hatte eine Versammlung der schwedischen Parteichefs stattgefunden. Danach waren auch der Co-Vorsitzende der Grünen, Per Bolund, und die Vorsitzende der Zentrumspartei, Annie Lööf, positiv auf das Coronavirus getestet worden und begaben sich in Isolation.

17.49 Uhr – Hannover: 2400 Menschen demonstrieren gegen Verschwörungsmythen

Mit einer Mahnwache haben in Hannover nach Polizeiangaben rund 2400 Menschen an die Opfer der Corona-Pandemie erinnert und gegen Verschwörungsmythen protestiert. Die Teilnehmenden verteilten sich mit Masken und Abstand auf dem gesamten Opernplatz. Viele Parteien und Verbände erhoben bei der Kundgebung ihre Flaggen. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) besuchte die Mahnwache.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) sagte, Corona sei die häufigste Todesursache in Deutschland. Die Gesellschaft müsse sich ernsthaft Sorgen machen, wenn Menschen den Bezug zur Realität verlören und sogenannten alternativen Fakten mehr Glauben schenkten als der Wissenschaft. Kritik an Corona sei legitim, müsse aber auf Fakten beruhen: „Meinungen müssen und können wir aushalten, falsche Fakten allerdings nicht.“

Hannovers evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr betonte: „Diese Gesellschaft ist nicht gespalten. Es gibt Spalter am Rand.“ Wer zu Gewalt aufrufe, Menschen mit dem Tod bedrohe und antidemokratische oder antisemitische Verschwörungsmythen verbreite, dürfe keine Macht haben. Bahr ist auch Mitglied des Deutschen Ethikrats.

16.37 Uhr – Erste Bundesländer wollen künftig auf Luca-App verzichten

Immer mehr Bundesländer planen, die Luca-App zur Rückverfolgung von Kontakten in der Corona-Pandemie zu kündigen. Nach Schleswig-Holstein hat nun auch Bremen entschieden, den Vertrag auslaufen zu lassen. „Der Einsatz der Luca-App hat im vergangenen Jahr bei der Kontaktnachverfolgung keinen großen Mehrwert gezeigt“, teilte die Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) mit. „In Bremen wurden nur wenige Abfragen durch das Gesundheitsamt vorgenommen, und somit hat sich das System für uns nicht bewährt.“

Auch das Brandenburger Gesundheitsministerium empfiehlt, den Vertrag nicht zu verlängern. Die Gründe dafür seien Datenschutzprobleme und die Tatsache, dass nur eines der 18 Gesundheitsämter laut einer Umfrage vom vergangenen Jahr die App regelmäßig nutze, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Zuvor hatte die „B.Z.“ darüber berichtet. Auch viele andere Länder erwägen einen Ausstieg aus der App, Schleswig-Holstein hat dies bereits entschieden.

15.21 Uhr – Impfgegner scheitern mit Eilantrag gegen Demonstrationsverbot

Die Organisatoren der Impfgegner-Demonstrationen in Hamburg sind mit ihrem Eilantrag gegen das Verbot einer Versammlung an diesem Samstag gescheitert. Das Hamburgische Verwaltungsgericht habe den Antrag abgewiesen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Das Gericht teilte demnach die Einschätzung der Polizei, die die Demonstration aus Infektionsschutzgründen verboten hatte.

Es bestünden „hinreichende konkrete und belastbare Anhaltspunkte, dass – wie bei vorangegangenen, von der Antragstellerin angemeldeten Versammlungen – auch bei Durchführung dieser Versammlung eine Vielzahl von Teilnehmenden die Maskenpflicht sowie Mindestabstände nicht einhalten würden“, hieß es vom Gericht. Der Anmelderin der Demonstration bleibt nun noch der Weg vor das Oberverwaltungsgericht.

14.58 Uhr – Österreich wird wieder als Hochrisikogebiet eingestuft

Die Bundesregierung stuft das Nachbarland Österreich wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Sonntag an erneut als Hochrisikogebiet ein. Ausgenommen davon sind die Gemeinden Mittelberg und Jungholz sowie das Rißtal im Gemeindebiet von Vomp sowie Eben am Achensee. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Damit werden dann alle neun Nachbarländer Deutschlands auf der Risikoliste stehen.

Neben Österreich kommen mehr als 30 andere Länder auf die Liste, viele davon in Afrika und in der Karibik. Die Zahl der Hochrisikogebiete erhöht sich damit zum zweiten Mal innerhalb eine Woche deutlich. Insgesamt werden damit ab Sonntag 140 der rund 200 Länder auf der Welt auf der Risikoliste stehen. Kein Land wird von der Liste gestrichen.

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

14.50 Uhr – Brandenburg beschließt Corona-Sonderweg

Die 2G-plus-Regel in Gaststätten mit Test oder Booster-Impfung wird in Brandenburg nicht wie von Bund und Ländern vereinbart eingeführt. Das Kabinett beschloss auf Bitten der CDU eine Sonderregelung. Danach gilt die 2G-plus-Regelung nicht, wenn die Warnampel bei der Inzidenz neuer Krankenhauspatienten mit Covid-19 sieben Tage lang unter 6 bleibt (Gelb) und der Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten unter 10 Prozent liegt (Grün).

14.47 Uhr – Protest gegen Corona-Schulpolitik: Kältester Klassenraum gesucht

Kalt, kälter, Klassenraum: Aus Protest gegen die Corona-Politik in Nordrhein-Westfalen sucht die Landeselternkonferenz (LEK) in einem Wettbewerb nach dem kältesten Klassenraum im Land. „Fast zwei Jahre Pandemie und überall im und vom Land, insbesondere im Landtag, werden Luftfilter für Gerichte und Behörden erworben“, teilte die LEK gemeinsam mit der Landeselternschaft der integrierten Schulen in NRW (LEiS) mit. „Nur in den Schulen lautet die Devise: Wir erfrieren den Virus.“

Um einen Überblick über die Temperaturen in den Klassenzimmern im Land zu gewinnen, sollen nun die Schülerinnen und Schüler helfen. Sie können bis Anfang März unter #kältesteKlasseinNRW Bilder von Temperaturanzeigen aus ihren Räumen auf Instagram oder Twitter posten. Wer bei drei Bildern aus einer Woche die niedrigste Durchschnittstemperatur nachweist, gewinnt – zumindest den Wettbewerb. An den ersten Platz sollen dann ein Satz Fleecedecken gehen, die Zweitplatzierten erhalten einen Satz Taschenwärmer und die Klasse auf dem dritten Platz kann sich immerhin noch mit zehn Litern Punsch warmhalten.

14.28 Uhr – Novavax-Impfstoff laut Gesundheitsminister ab 21. Februar verfügbar

Der Impfstoff von Novavax wird nach Angaben von Gesundheitsminister Karl Lauterbach am 21. Februar in Deutschland verfügbar sein. Die Firma habe zunächst die Lieferung von 1,75 Millionen Impfdosen zugesagt, sagte Lauterbach. Weitere 3,25 Millionen seien gekauft. „Ich kann nicht sagen, wann sie geliefert werden.“ Er hoffe aber, dass dies noch im Februar der Fall sein werde.

14.19 Uhr – Lauterbach sieht vorerst keinen Anlass für zusätzliche Beschränkungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht in der Corona-Krise vorerst keinen Anlass für zusätzliche Verschärfungen von Alltagsbeschränkungen. Aus seiner Sicht sei zur jetzigen Zeit „das richtige Maßnahmenpaket am Platz“, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Sollten die Fallzahlen aber noch deutlich steigen und eine Überlastung der medizinischen Versorgung zu erwarten sein, müsse auch mit anderen Maßnahmen gegengesteuert werden. „An dem Punkt sind wir nicht.“ Noch könne man der Welle mit der neuen Omikron-Variante auch mit beschleunigten Auffrischimpfungen Herr werden. Nötig seien aber Kontrollen und flächendeckende Umsetzung bestehender Beschränkungen.

13.48 Uhr – RKI-Chef Wieler: Mit Omikron „neue Phase der Pandemie“

Deutschland tritt mit der Ausbreitung der Omikron-Variante und den stark steigenden Infektionszahlen nach Ansicht des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, in eine „neue Phase der Pandemie“ ein. „Die reinen Fallzahlen werden weniger entscheidend sein. Wichtiger ist, wie viele Menschen schwer an Covid-19 erkranken und wie stark das Gesundheitssystem dann belastet sein wird“, sagte Wieler. Er warnte allerdings auch, selbst wenn Infektionen durch Omikron insgesamt milder verliefen, „durch die Masse an Infektionen müssen wir uns leider darauf einstellen, dass auch die Zahl der Hospitalisierungen und der Todesfälle natürlich wieder steigen wird“.

13.44 Uhr – Virologe Drosten: Zu viele Ungeimpfte über 60 Jahre

Der Virologe Christian Drosten warnt, schon jetzt auf eine Durchseuchung der Bevölkerung in Deutschland zu setzen. Drei Millionen Menschen über 60 Jahren seien noch nicht geimpft, fast neun Millionen nicht geboostert und damit nicht vollständig gegen die Omikron-Virus-Variante geschützt, sagte er. Aber irgendwann müsse man das Virus „laufen lassen“, weil man die Bevölkerung nicht immer wieder nachimpfen könne.

13.42 Uhr – Britische Regierung entschuldigt sich bei Queen für Lockdown-Partys

Der Amtssitz des britischen Premierministers Boris Johnson hat sich beim Buckingham-Palast für zwei Lockdown-Partys am Vorabend der Beisetzung von Queen-Gemahl Prinz Philip entschuldigt. „Es ist zutiefst bedauerlich, dass dies zur Zeit nationaler Trauer stattgefunden hat“, sagte Johnsons Sprecher am Freitag in London.

Wie der „Telegraph“ berichtete, hatten etwa 30 Mitarbeiter am 16. April 2021 bis in die Nacht im Amtssitz getrunken und getanzt, um den Abschied von zwei Mitgliedern des Teams des Regierungschefs zu feiern. Damals galten strenge Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie. Johnson nahm an den Partys am 16. April laut dem „Telegraph“ nicht teil.

Die Queen musste wegen der Vorschriften am nächsten Tag ganz alleine in der Kapelle ihrer Residenz Windsor sitzen, als dort ihr Ehemann, mit dem sie 73 Jahre verheiratet war, bestattet wurde. Prinz Philip war am 9. April 2021 im Alter von 99 Jahren gestorben. Bis zu seiner Beisetzung am 17. April galt landesweit eine nationale Trauer.

13.41 Uhr – Drittligaspiel zwischen Braunschweig und Berlin wegen Coronafällen abgesagt

Das für Sonntag angesetzte Heimspiel von Viktoria Berlin in der 3. Fußball-Liga gegen Eintracht Braunschweig ist abgesagt worden. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund am Freitag nach mehreren Corona-Fällen bei Spielern des Hauptstadtclubs mit.

13.19 Uhr – Trotz Lockdown: Niederländische Unternehmer öffnen Cafés und Läden

Trotz des Lockdowns haben Unternehmer in der niederländischen Kleinstadt Valkenburg ihre Gaststätten und Geschäfte geöffnet. Die Unternehmer protestierten mit dieser Aktion gegen die harten Corona-Maßnahmen. Bürgermeister Daan Prevoo stufte den Protest als Demonstration ein. „Demonstrieren ist ein Grundrecht“, sagte er dem TV-Sender WNL. Daher werde die Polizei nicht eingreifen.

Der Widerstand gegen den Lockdown nimmt auch daher zu, weil in manchen Nachbarländern das öffentliche Leben trotz der Maßnahmen weitgehend normal verläuft. Etwa vier Wochen nach Einführung des Lockdowns steht zwar eine Lockerung bevor – Geschäften soll es bald wieder gestattet sein, Kunden empfangen zu dürfen. Doch Gaststätten und der Kultursektor sollen weiter geschlossen bleiben.

13.08 Uhr – Lauterbach ordnet Priorisierung bei PCR-Tests an und schließt Lockerungen aus

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet damit, dass Krankenhäuser und Labore durch die hohen Ansteckungszahlen mit der Omikron-Variante des Coronavirus an ihre Belastungsgrenzen kommen werden. Deshalb sollten PCR-Tests künftig vorrangig eingesetzt werden für Personal im Gesundheitswesen und in Pflegeeinrichtungen. Er habe diese Priorisierung am Donnerstag veranlasst.

Die aktuellen Anti-Corona-Maßnahmen halte er für im Moment ausreichend, so Lauterbach. Sorge bereite ihm aber, dass die vereinbarte 2Gplus-Regelung nicht überall umgesetzt werde und das nach seinem Eindruck die Kontrollen nicht ausreichten. „Lockerungen kann man zum derzeitigen Zeitpunkt ausschließen“, fügt der SPD-Politiker hinzu.

12.42 Uhr – Hongkong verbietet Transit-Flüge aus über 150 Ländern

Der internationale Flughafen Hongkong wird Passagieren aus mehr als 150 Ländern und Gebieten einen Monat lang den Transit verbieten. Fluggästen, die sich in den letzten 21 Tagen an Orten aufgehalten haben, die als hochriskant eingestuft würden, darunter die USA und Großbritannien, werde die Durchreise in Hongkong vom 16. Januar bis zum 15. Februar untersagt, hieß es in einem am Freitag vom Flughafen veröffentlichten Hinweis. Ziel sei die Eindämmung der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus.

12.15 Uhr – China verschärft landesweit Corona-Maßnahmen

China hat am Freitag seine Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Peking und im ganzen Land weiter verschärft. Zuvor gab es im Vorfeld der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in etwas mehr als zwei Wochen weiterhin vereinzelte Ausbrüche.

Die Einwohner werden aufgefordert, nur dann zu reisen, wenn es unbedingt notwendig ist, ohne Garantie, dass sie zurückkehren dürfen, wenn sie eine Stadt oder Region besucht haben, in der ein Ausbruch aufgetreten ist. Flüge und Busverbindungen zwischen Peking und mehreren Städten wurden eingestellt. Die Maßnahmen spiegeln offenbar die Nervosität über einen möglichen Anstieg der Fälle im Vorfeld der Spiele in Peking wider.

12.11 Uhr – Omikron-Welle: Frankreich rechnet mit weniger Intensivpatienten

Frankreich rechnet in der Omikron-Welle mit weniger Intensivpatienten als während der ersten Corona-Welle vor zwei Jahren. „Wir gehen von Szenarien aus, die die Krankenhäuser stark belasten werden, aber nicht schlimmer werden, als was wir bereits erlebt haben“, sagte Simon Cauchemez vom Institut Pasteur der Nachrichtenagentur AFP.

Die Zahl der Covid-Intensivpatienten werde nach den jüngsten Schätzungen des Institut Pasteur die Zahl von 6000 wohl nicht überschreiten. Der Höhepunkt bei den Krankenhauseinweisungen werde mit täglich 2500 bis 5000 Covid-19-Patienten für Ende des Monats erwartet. Derzeit sind in Frankreich etwa 4000 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation. Die Höchstzahl lag im April 2020 bei etwa 7000 Intensivpatienten.

In Frankreich ist die Zahl der Fälle mit der Omikron-Welle explodiert. Derzeit werden täglich mehr als 300.000 Infektionen gemeldet. Die Inzidenz liegt landesweit bei etwa 2800, in fünf Départements im Pariser Raum und in den französischen Alpen bei über 4000 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Die Omikron-Variante macht etwa 90 Prozent aller Fälle aus.

11.59 Uhr – Israel knackt Marke von 500.000 Viert-Impfungen

Mehr als 500.000 Menschen haben in Israel eine vierte Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Das teilte das israelische Gesundheitsministerium mit. Israel hatte im vergangenen Monat damit begonnen, die zweite Auffrischungsimpfung für vollständig Geimpfte über 60 Jahren anzubieten.

Die Behörden hoffen, mit den zusätzlichen sogenannten Booster-Shots eine von der Omikron-Variante des Coronavirus getriebene Infektionswelle zu brechen. Zahlen des Gesundheitsministeriums zufolge gibt es in Israel derzeit etwa 260.000 aktive Corona-Fälle. Es werden jedoch nur 289 Patienten als ernsthaft krank aufgeführt, deutlich weniger als bei früheren Infektionswellen.

Israel hatte als eines der ersten Länder vor etwa einem Jahr sein Impfprogramm gegen das Virus gestartet. Im Sommer wurde mit der Vergabe dritter Impfdosen begonnen, um gegen die Delta-Variante vorzugehen. Fast die Hälfte der Bevölkerung hat mindestens eine Auffrischungsimpfung erhalten. Das Land mit fast 9,5 Millionen Einwohnern hat bislang 8293 Corona-Todesfälle verzeichnet.

11.34 Uhr – Tausende Hindus baden trotz Corona gemeinsam im Ganges

Trotz steigender Corona-Zahlen - Zehntausende Hindus haben in Nordindien am Freitag an einem heiligen Bad im eiskalten Wasser des Ganges teilgenommen. Angeführt von Klostervorstehern und ascheverschmierten Asketen versammelten sich die Pilger am Sangam, dem Zusammenfluss der drei Flüsse Ganges, Yamuna und dem mythischen Saraswati, um am Magh-Mela-Festival teilzunehmen, einer der wichtigsten Pilgerfahrten im Hinduismus. Sie badeten im Ganges, ein Ritual, von dem die Hindus glauben, dass es ihre Sünden abwäscht und sie vom Kreislauf aus Tod und Wiedergeburt befreit.

Eine ähnliche Zusammenkunft bei einem Hindufest im vergangenen Jahr in der Himalaya-Stadt Haridwar im Unionsstaat Uttarakhand trug zur verheerenden Verbreitung der Delta-Variante bei, die Indien zu einem der am schlimmsten betroffenen Länder der Welt machte. Epidemiologen bezeichneten das Festival als „Superspreader-Ereignis“.

Dennoch wird erwartet, dass auch diesmal Millionen Hindus das Fest in den kommenden 47 Tagen besuchen werden.

10.49 Uhr – Bundesrat stimmt für Verkürzung der Quarantänezeit

Die neuen Quarantäneregeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen können in Kraft treten. Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat einer Verordnung zugestimmt, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft. Sie sieht unter anderem vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Außerdem werden damit kürzere Quarantänezeiten im Fall von Infektionen ermöglicht, um bei stark steigenden Infektionszahlen den personellen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche zu verhindern.

10.46 Uhr – Corona-Inzidenz in Italien bei fast 2000

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle in Italien steigt weiter an. Stand Donnerstag verzeichneten die Behörden in den zurückliegenden sieben Tagen landesweit durchschnittlich 1988 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner, wie das Oberste Gesundheitsinstitut ISS unter Berufung auf Daten des Gesundheitsministeriums am Freitag in Rom mitteilte. Eine Woche zuvor lag der Wert noch bei 1669 Fällen.

Seit Weihnachten zeigt der Trend, dass immer mehr Covid-19-Patienten Betten in den Krankenhäusern belegen. Für die Intensivstationen gab das ISS den italienweiten Anteil mit 17,5 Prozent an. Damit liegt der Wert aber noch unter der Alarm-Schwelle von 30 Prozent.

Die Corona-Fallzahlen befinden sich derzeit auf Rekordniveau. Am Donnerstagabend meldeten die Behörden rund 184.600 Corona-Neuinfektionen und 316 Tote mit dem Virus binnen eines Tages. Die Regierung verschärft seit Monaten Schritt für Schritt die Corona-Regeln. Mittlerweile gilt eine Impfpflicht gegen die Krankheit für Menschen älter als 50 Jahre.

10.36 Uhr - Lauterbach: Deutschland kann Pandemie in diesem Jahr beenden

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht ein Ende der Pandemie kommen. Es gebe die Möglichkeit, die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr zu beenden, sagt Lauterbach im Bundesrat. Nun müsse diese Möglichkeit auch genutzt werden. Nicht jedes Land sei dazu in der Lage. „Wir sind privilegiert“, sagt der SPD-Politiker.

10.04 Uhr - Deutscher Staat auch 2021 mit tiefroten Zahlen wegen Corona

Der deutsche Staathaushalt ist 2021 wegen hoher Corona-Kosten das zweite Jahr in Folge tief in die roten Zahlen gerutscht. Die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung überstiegen die Einahmen um 153,86 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Das entspricht einem Defizit von 4,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dies sei „das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung“.

Im Rezessionsjahr 2020 hatte es ein Minus von 4,3 Prozent oder 145,2 Milliarden Euro gegeben, nachdem zuvor jahrelang Überschüsse erzielt wurden. Der Staat gab wegen der Corona-Krise beispielsweise viel Geld für Soforthilfen an Unternehmen sowie zur Unterstützung der Krankenhäuser aus.

Für dieses Jahr rechnen die meisten Experten mit einer deutlich geringeren Neuverschuldung – auch wegen der erwarteten kräftigen Konjunkturerholung. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) etwa erwartet ein Finanzierungsdefizit von 1,8 Prozent, das 2023 auf 1,4 Prozent fallen soll.

9.33 Uhr - Griechischer Premier besteht auf Geldstrafe für ältere Ungeimpfte

Von Montag an droht Ungeimpften über 60 in Griechenland eine Geldstrafe von monatlich 100 Euro – das hat der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis in einem Interview bestätigt.

Der Ausweg sei einfach: „Du lässt Dich impfen und zahlst keine Strafe“, sagte Mitsotakis am Donnerstagabend dem TV-Sender ANT1 auf die Frage, ob er sich bewusst sei, wie hart die Strafe für viele griechische Rentner sei.

Die Maßnahme war im November angekündigt worden. „Seither sind nun fast 90 Prozent der über 60-Jährigen geimpft“, sagte Mitsotakis. Von Montag an wird die staatliche Sozialversicherung die Daten Ungeimpfter an das Finanzamt weiterleiten, das die Strafzahlungen einzieht. Das Geld soll den Krankenhäusern des Landes zukommen.

9.28 Uhr: Epidemiologe Stöhr: „Wir brauchen einen Exit-Plan“

Der Virologe Klaus Stöhr hält die Kontaktnachverfolgung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland für nicht mehr sinnvoll. „Wir brauchen einen Exit-Plan“, sagte er in einem Podcast von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Ich kann Ihnen nicht sagen, warum man in Deutschland noch Kontaktnachverfolgung machen sollte. Von der Inzidenz her ist es von den Gesundheitsämtern nicht mehr zu stemmen“.

„Wenn ein Großteil der Bevölkerung mild und asymptomatisch infiziert ist und Antikörper hat, wird eine sogenannte Kontaktnachverfolgungs-Quarantäne sinnlos“, bekräftigte Stöhr. „Der beste Weg aus der Pandemie wäre: sich erst impfen lassen und sich dann infizieren.“ Im „Paket“ werde es dann einen langanhaltenden Immunschutz geben.

Zur politischen Debatte über eine allgemeine Impfpflicht sagte der langjährige Leiter des globalen Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation: „Für Omikron kommt die Impfpflicht in diesem Winter zu spät.“ Für die Atemwegserkrankungen im Winter 2022/2023 werde sie „nicht mehr notwendig“ sein.

9.10 Uhr - Halbe Million Israelis zum vierten Mal gegen Corona geimpft

Eine halbe Million Israelis über 60 Jahre haben bereits die vierte Impfung gegen das Coronavirus erhalten. „Israels bahnbrechende Impfkampagne hat einen weiteren Meilenstein erreicht“, sagte Ministerpräsident Naftali Bennett laut einer Mitteilung seines Büros am Donnerstagabend.

Israel verabreicht seit zwei Wochen vierte Corona-Impfungen. Derzeit erhalten Menschen mit Immunschwäche, Menschen ab 60 Jahren und medizinisches sowie Pflegepersonal für Senioren den zweiten Booster. Aktuell gelten nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch rund 62 Prozent der 9,4 Millionen Israelis als vollständig geimpft. Die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen steigt rasant an: Am Donnerstagabend wurden 48.311 Fälle gemeldet.

8.47 Uhr – Ärzte skeptisch zu Quarantäne-Lockerungen

Die Medizinerin Susanne Johna hat sich skeptisch zu den bevorstehenden Lockerungen der Quarantäne-Regeln für Genesene und Geimpfte geäußert. Im ZDF-„Morgenmagazin“ kritisierte die Vorsitzende des Ärzte-Verbandes Marburger Bund am Freitag, dass es für diese Gruppen keine Pflicht zur Absonderung mehr geben soll, selbst wenn sie sehr enge Kontaktpersonen sind. „Das sehen wir kritisch, weil wir fürchten, dass dann Infektionen weitergetragen werden“, sagte dazu Johna.

Die Verbandsvorsitzende bekräftigte ihre Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht, schlug aber vor, deren Dauer auf zwei Jahre zu befristen oder diese an die Feststellung des Bestehens der Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu koppeln. Sie glaube, „dass wir eine Impfpflicht tatsächlich zeitlich begrenzt nur brauchen“, sagte sie dem ZDF.

7.55 Uhr – Kinderinfektiologe: Impfung für Fünf- bis ElfJährige gut verträglich

Eltern müssen sich aus Sicht des Freiburger Kinderinfektiologen Roland Elling keine Sorgen wegen einer Impfung ihrer jüngeren Kinder gegen das Coronavirus machen. Man habe eine US-Analyse von 8,7 Millionen Impfungen bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren sehr positiv wahrgenommen, sagte Elling der „Badischen Zeitung“. Es habe keine Hinweise auf gehäuft relevante Nebenwirkungen gegeben. Auch über eine Herzmuskelentzündung sei bei 8,7 Millionen Impfungen nur in 11 Fällen berichtet worden. „Ich war ohnehin recht optimistisch, was die Verträglichkeit der Impfung bei Kindern angeht, und es ist schön zu sehen, dass sie tatsächlich so gut verträglich ist“, sagte Elling.

Nach einer ärztlichen Aufklärung könnten sich Eltern ohne Sorge für die Impfung entscheiden, sagte der Infektiologe – auch wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) bislang Impfungen für Fünf- bis Elfjährige nur eingeschränkt empfiehlt. Der Kenntnisstand zur Sicherheit der Impfung habe sich aber zuletzt positiv verändert, sagte Elling. Wie effektiv die Impfung vor Omikron schütze, wisse man allerdings nicht – aber analog zu den Erwachsenen könne man auch bei Kindern von einer guten Schutzrate vor schweren Infektionsverläufen ausgehen.

Roland Elling ist Funktionsoberarzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Freiburger Uniklinik.

05.23 Uhr – FDP-Gesundheitspolitiker setzt bei Impfpflicht auf Hilfe aus Gesundheitsministerium

Der FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann will für einen fraktionsübergreifenden Antrag für eine gestaffelte Impfpflicht auf die Hilfe des Bundesgesundheitsministeriums setzen. „Die Bundesregierung hat den Abgeordneten ihre Unterstützung zugesichert“, sagte der FDP-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitagausgabe). „Sofern wir Parlamentarier für unsere Vorschläge gesetzgeberische Formulierungshilfen benötigen, werden die Ministerien uns entsprechend zuarbeiten“, sagte der Würzburger Arzt und Medizinprofessor.

„Mein Ziel ist es, einen Antrag in den Deutschen Bundestag einzubringen, der eine verpflichtende Impfaufklärung und gegebenenfalls eine abgestufte Impfpflicht beinhaltet“, erklärte Ullmann. Er befinde sich dazu mit verschiedenen Abgeordneten im Austausch. „Leider verweigern sich die Kollegen von der Union aus parteitaktischen Gründen jeder Mitarbeit“, kritisierte der FDP-Politiker. Er setzte deshalb auf die sogenannte Orientierungsdebatte über die Impfpflicht Ende Januar. „Von dieser Debatte erhoffe ich mir viel“, betonte Ullmann. „Sie wird zeigen, welche weiteren Positionen und Kooperationsmöglichkeiten im Plenum existieren“, fügte er hinzu. Danach könnten die nächsten Schritte zügig beschlossen werden.

05.00 Uhr – Bayrische Kliniken müssen Operationen weiter verschieben

Wegen steigender Corona-Infektions-Zahlen müssen Dutzende Krankenhäuser in Bayern unter medizinischen Aspekten aufschiebbare Behandlungen aussetzen. In sechs der sieben bayerischen Regierungsbezirke gelten entsprechende Anweisungen. Damit solle die stationäre Versorgung von Notfällen und Covid-19-Patienten sichergestellt werden, hieß es. Medizinisch dringliche Eingriffe wie Herz- oder Tumor-Operationen seien aber weiter möglich.

Die rechtliche Grundlage für den Erlass dieser Maßnahmen hatte die Staatsregierung geschaffen. Betroffen sind vor allem Covid-19-Schwerpunktkrankenhäuser, die vorrangig die Versorgung von Corona-Patienten übernehmen.

Bei den verschobenen Eingriffen geht es etwa um nicht dringliche Krebsoperationen und orthopädische Eingriffe wie das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks. Nicht zuletzt sollen Intensivstationen nicht voll belegt sein, damit nach Herzinfarkten, Schlaganfällen, schweren Unfällen, Bränden und anderen Unglücken Betten für Akut-Patienten frei sind.

04.50 Uhr – Stiko-Empfehlung ist Beitrag für offene Schulen

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat die Stiko-Empfehlung zur Booster-Impfung für 12- bis 17-Jährige mit Blick auf den Schulbetrieb im Land begrüßt. Es sei gut, dass die Ständige Impfkommission in dieser Frage Klarheit geschaffen habe, sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. „Das Boostern von 12- bis 17-Jährigen erhöht den Schutz vor Omikron. Es ist damit auch ein Beitrag zur Offenhaltung der Schulen. Dort brauchen wir jetzt mehr niedrigschwellige Impfangebote.“

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte sich für eine Corona-Auffrischimpfung auch bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ausgesprochen. Die derzeitige Lage mit den stark ansteigenden Fallzahlen durch die Omikron-Variante mache eine entsprechende Ausweitung der Impfkampagne notwendig, hieß es zur Begründung. Booster-Impfungen für diese Altersgruppe waren zwar auch vorher schon möglich, wie etwa Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Dezember deutlich gemacht hatte. Viele Ärzte richten sich aber nach den Empfehlungen der Stiko.

04.42 Uhr - Corona-Neuinfektionen überschreiten erstmals Schwelle von 90.000

Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat erstmals die Schwelle von 90 000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben vom Freitagmorgen 92.223 Fälle in 24 Stunden. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.35 Uhr wiedergeben. Am Mittwoch war die Zahl erstmals größer als 80 000 gewesen. Vor genau einer Woche waren es 56.335 erfasste Neuinfektionen, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte mit 470,6 einen Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 427,7 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 303,4 (Vormonat: 375,0).

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 286 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 264 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7 835 451 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 3,09 an (Mittwoch 3,13; Dienstag mit 3,34). Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitagmorgen mit 6 914 700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115 337.

04.01 Uhr – Pfizer beantragt in Japan Zulassung für Corona-Tablette

Laut eigenen Angaben hat Pfizer die Zulassung für seine Pillen zur Behandlung von Covid-19 in Japan beantragt. Wie der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida bestätigt, habe er bereits im vergangenen Monat mit Pfizer-CEO Albert Bourla gesprochen, um zwei Millionen Dosen der Tablette für Japan zu sichern.

01.40 Uhr – Kassenärzte sauer über Steinmeiers Impfpflicht-Debatte

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist empört über die Impfpflicht-Diskussion von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Bürgerinnen und Bürgern. „Dass der Bundespräsident zum Dialog lädt und die Ärzte nicht dabei hat, war clownesker Höhepunkt der Debatte“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Stephan Hofmeister, der „Ärzte Zeitung“ (Freitagsausgabe).

Stattdessen seien Impfgegner zu Wort gekommen mit ihren „an den Haaren herbeigezogenen“ Einwänden, monierte Hofmeister. „Die können nun sagen, sie hätten das beim Präsidenten vorgetragen und sie seien nicht widerlegt worden. Eine Groteske.“

KBV-Chef Andreas Gassen kritisierte die Debatte grundsätzlich. „Wie kann man denn so eine Impfpflichtdiskussion führen? Das Beispiel zeigt, wie ignorant die Politik manchmal unterwegs ist“, sagte er der „Ärzte Zeitung“. Sein Stellvertreter Hofmeister forderte, andere Diskussionen zu führen: „Ich will endlich von Verantwortlichen hören, ab welchen Parametern wir die Corona-Maßnahmen zurückfahren. Ab welcher Impfquote hören wir denn auf, Maske zu tragen?“, fragte er.

01.00 Uhr – Krankenhäuser sehen Probleme bei einrichtungsbezogener Impfpflicht

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Gewerkschaft Verdi sehen eine große Rechtsunsicherheit bei der Umsetzung der Corona-Impfpflicht in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Kliniken und Pflegeheimen. „Wir müssen ab 15. März den Gesundheitsämtern melden, von wem wir keinen Nachweis über eine Impfung bekommen haben“, sagte DKG-Chef Gerald Gaß den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Dann müsste das Gesundheitsamt nach seinen Worten auf diese Menschen zugehen, ihnen eine Frist setzen, bis zu der sie den Nachweis erbringen müssten und die Krankenhäuser dann über den aktuellen Stand informieren.

Die Gesundheitsexpertin im Verdi-Bundesvorstand, Sylvia Bühler, sagte den Zeitungen: „Aus unserer Sicht darf wegen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht niemandem gekündigt werden.“ Niemand dürfe dem Gesundheitswesen ganz verloren gehen, man brauche alle Arbeitskräfte. „Daher: Kündigungen dürfen nicht ausgesprochen werden. Das ist unsere politische und juristische Auffassung.“

00.02 Uhr – Krankenhausgesellschaft erwartet starke Belastung von Normalstationen

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, befürchtet angesichts steigender Corona-Infektionszahlen eine starke Belastung der Normalstationen in den Kliniken. „Wir werden vor allen Dingen stärker belastete Normalstationen erleben“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Dies bedeutet aber auch, dass der ambulante Sektor vor einer neuen Herausforderung stehen wird.“ Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte müssten ihre Patientinnen und Patienten verstärkt ambulant behandeln, um zu vermeiden, dass Krankenhäuser überfordert werden, meinte Gaß.

„Dazu gehören mehr Hausbesuche in Altenheimen und bei allein lebenden Menschen“, sagte Gaß. „Wir müssen die Krankenhäuser vor Überlastung schützen, denn wir dürfen nicht vergessen, dass noch immer über 3000 Covid-Patienten auf den Intensivstationen liegen.“ Die Krankenhäuser befürchten nach seinen Worten, dass es mit der Omikron-Virusvariante zu mehr Personalausfällen kommen wird. „Deshalb wird es wichtig sein, dass die Zusammenarbeit zwischen den Sektoren funktioniert und die schweren, aber nicht direkt krankenhauspflichtigen Omikron-Fälle ambulant umfassend versorgt werden können.“

22.59 Uhr – Spielwarenmesse in Nürnberg abgesagt

Wegen der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus und der damit verbundenen Absagen von Ausstellern ist die Nürnberger Spielwarenmesse im Messezentrum abgesagt worden. Die jüngste Entwicklung habe keine andere Wahl gelassen, teilte die Veranstalterin, die Spielwarenmesse eG, am Donnerstagabend in Nürnberg mit. Alternativ würden sich Aussteller, Fachhandel und Medienvertreter jetzt auf der Plattform Spielwarenmesse Digital treffen. Die weltweit als Leitmesse geltende Schau sollte stationär vom 2. bis 6. Februar stattfinden.

Als Reaktion auf die rasche Verbreitung der Omikron-Variante hätten zahlreiche Aussteller in Sorge um die Gesundheit ihrer Teams ihren Stand abgesagt, hieß es vonseiten der Spielwarenmesse eG. Es komme erschwerend hinzu, „dass durch eine jederzeit mögliche behördliche Absage keine Planungssicherheit mehr gegeben ist“.

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Die Welt

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