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Zu Unrecht abgeschobener Afghane kehrt nach Neubrandenburg zurück

WELT-Logo WELT 03.08.2018
Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan © dpa/Matthias Balk Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan

Obwohl sein Asylverfahren noch nicht rechtskräftig abgeschlossen war, wurde ein junger, in Neubrandenburg lebender Afghane in sein Heimatland abgeschoben. Der Behörden-Fehler soll nun behoben werden.

Der unrechtmäßig aus Neubrandenburg abgeschobene afghanische Asylbewerber soll in Kürze nach Deutschland zurückkehren. Die nötigen Papiere lägen vor, der Rückreise des 20-Jährigen stehe damit nichts mehr im Wege, berichtete "Spiegel Online" am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise. Der Deutschen Presse-Agentur wurden die Angaben in Berlin auf Nachfrage bestätigt.

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Alle Formalitäten seien erledigt, sagte die Anwältin des Mannes, Sonja Steffen, dem Sender NDR 1 Radio MV. Sie rechne daher mit der baldigen Rückführung ihres Mandanten.

Laut "Spiegel" befindet sich der 20-Jährige seit einigen Tagen an einem sicheren Ort in der Nähe von Kabul, den das Auswärtige Amt organisiert habe. Von dort solle er zunächst in die pakistanische Hauptstadt Islamabad fliegen, wo ihm die deutsche Botschaft ein gültiges Visum für die Weiterreise nach Deutschland ausstellen werde. Die Rückreise werde von der Internationalen Organisation für Migration vorbereitet, die Kosten trage das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, berichtete der "Spiegel" weiter.

Der Mann, der seit 2015 in der Bundesrepublik lebte, war einer jener 69 Menschen, die am 3. Juli mit einem Charterflug aus München nach Afghanistan abgeschoben wurden. Zwei Wochen später wurde bekannt, dass der 20-Jährige wegen eines laufenden Verfahrens am Verwaltungsgericht Greifswald zu diesem Zeitpunkt nicht hätte abgeschoben werden dürfen. Er hatte gegen die Ablehnung seines Asylantrags geklagt. In der Woche nach der Abschiebung hätte der Flüchtling vor Gericht angehört werden sollen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) räumte nach Bekanntwerden des Falles "Verfahrensfehler" ein. Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die Behörde die Identität des Mannes falsch zugeordnet. Der Fall wurde der Behörde zufolge zum Anlass genommen, bestehende Prozesse im Bamf "nochmals zu prüfen und anzupassen".

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