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Anomalie in der Antarktis: Forscher entdecken eine radioaktive Quelle unter dem Eis

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 23.11.2018 lisa.schoenhaar@businessinsider.de (Lisa Schönhaar)

a close up of a large rock: Die Antarktis © Provided by Business Insider Inc Die Antarktis Ian Joughin, University of Washington

In der Antarktis geht etwas Merkwürdiges vor sich. Etwas Merkwürdiges, höchst Ungewöhnliches und sehr, sehr Heißes.

Forscher der British Antarctic Surveys (BAS) entdeckten, dass sich unter der dicken Eisschicht in der Antarktis eine gigantische heiße Quelle befindet, die das Eis von unten zum Schmelzen bringt. Der Ursprung der Hitze, so vermuten die Forscher, könnte ungewöhnlich stark radioaktives Gestein sein. 

Wie die Wissenschaftler in ihrer Studie berichten, ist aufgrund der enormen Hitze bereits eine 5.000 Quadratkilometer große Eisfläche nach unten abgesackt.

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Eisschichten sinken immer weiter ab

Schon länger befürchteten Forscher geothermale Anomalien unter dem Eis der Antarktis — bislang konnten allerdings keine konkreten Fälle nachgewiesen werden. Als das BAS-Team das Areal nun überflog, entdeckte es riesige Schmelzwasserseen auf seinem Radar, die sich kilometerweit unter der Oberfläche befinden.

a close up of text on a white background: Grafik Antarktis Schmelzzone © Provided by Business Insider Inc Grafik Antarktis Schmelzzone Ian Joughin, University of Washington

Ein Eis-Abschnitt kam den Forschern dabei besonders seltsam vor, wie sie im Fachjournal „Scientific Reports“ berichten. Seltsam nämlich, weil er vollständig verschwunden war. Eine Eisfläche, die einst fünfmal so groß war wie Berlin, tauchte auf dem Radar nicht mehr auf. Stattdessen entdeckte das Team, dass die darüberliegenden Eisschichten deshalb immer weiter nach unten sinken — in Richtung einer heißen Quelle, die von radioaktiven Steinen verursacht wird, wie die Wissenschaftler annehmen.

Schmelzwasser lässt Meeresspiegel ansteigen

„Die Eisschmelze, die wir beobachten, könnte schon seit Tausenden oder sogar Millionen Jahren in Gange sein“, schreibt Studienautor Tom Jordan. „Dennoch — das zusätzliche Schmelzwasser in der Eisdecke könnte die Region in Zukunft viel anfälliger für äußere Faktoren wie den Klimawandel machen.“

Genau hier liegt auch das Problem: Seit 2012 hat sich der jährliche Eisverlust in der Antarktis bereits verdreifacht, wie eine weitere aktuelle Studie zeigt. Demnach verliert der Kontinent heute mehr Eis als jemals zuvor — etwa 220 Milliarden Tonnen pro Jahr. 

Allein durch das Schmelzwasser dieser Eismassen steigt der Meeresspiegel jedes Jahr um 0,6 Millimeter an. Die Forscher mahnen, dass dies ein Anlass zu größter Sorge sei. Die neuen Daten bestätigen, dass die weltweiten Pegel immer schneller ansteigen. Schon jetzt seien viele Küstengebiete und Inseln von Sturmfluten, Überschwemmungen und sogar dem Untergang bedroht, so die Autoren.

10.000 Jahre für die Regeneration des Schelfeises

Hinzu kommt das unberechenbare Verhalten des Antarktis-Eises. Eine Studie, in der die Eisentwicklung der vergangenen 20.000 Jahre untersucht wurde, zeigt: Es gibt in der Vergangenheit keinerlei Entsprechung zur jetzigen Situation. „Nach der letzten Eiszeit schrumpften die Eismassen der Westantarktis sehr schnell“, schreibt Erstautor Torsten Albrecht vom Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam. „Die Grundlinie zog sich innerhalb von 1.000 Jahren um etwa 1.000 Kilometer landeinwärts zurück.“

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Im Gegensatz zu heute erholten sich die Schelfeise damals rechtzeitig, bevor sie kollabierten. Dafür brauchten sie allerdings, so Albrecht, gewaltige 10.000 Jahre. Angesichts des Tempos der aktuellen Klimaveränderungen sei dieser Mechanismus aber nicht schnell genug, um die heutigen Eisschilde vor dem Schmelzen zu bewahren.

Die Forscher der British Antarctic Surveys gehen davon aus, dass noch weitere geothermische Hitzequellen unter dem Eis existieren könnten, die dringend erforscht werden sollten. Schon jetzt ist allerdings klar: eine gigantische, radioaktive heiße Quelle unter dem Antarktis-Eis ist keine gute Nachricht.

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