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Flüchtlingslager Moria: Ein verschärftes Asylrecht soll die Situation verbessern

218 Tage. So lange muss ein Asylbewerber in Griechenland warten, bis sein Antrag von den Behörden geprüft wird. Nun sollen die Asylverfahren durch ein neues Gesetz beschleunigt werden. "Dieser Ort ist wie ein Gefängnis." Halili, ein 23-jähriger Mann aus Afghanistan, ist vor zwei Monaten in Lesbos angekommen. Die erste Phase seines Asylverfahrens soll im Juli 2020 beginnen. Bis dahin ist er verpflichtet, im berüchtigten Lager Moria zu leben. Er erzählt: "Ich will nach Deutschland, aber ich bin hier gestrandet. Dieser Ort ist wie ein Gefängnis. Viele Menschen bekommen psychische Probleme." Mangelnde Fairness NGOs fürchten, dass Schnellverfahren bei der Asylprozedur die Fairness beeinträchtigen könnten. Zum Beispiel würde eine posttraumatische Belastungsstörung nicht mehr als ausschlaggebender Faktor im Asylverfahren berücksichtigt. Sophie McCANN von "Ärzte ohne Grenzen" erklärt: "Es ist nachgewiesen, dass Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung während einer Anhörung, einen Flashback erleben können. Sie erinnern sich auch nur sehr schwer an ihre Erfahrungen. Dies könnte Auswirkungen auf ihren Zugang zu einem fairen Asylverfahren haben." McCann meint außerdem, dass es zu Tragödien käme, wenn Asylbewerber keinen Zugang mehr zum öffentlichen Gesundheitswesen hätten. So wie vergangenen Samstag als ein 8 Monate altes Baby aus dem Kongo verstorben ist. Neues Gesetz soll den Druck nehmen Euronews-Reporter Kostas Tsellos berichtet aus dem Lager Moria: "Der Tod des Babys ist ein weiteres Ereignis auf der Liste der Tragödien in Moria, seit dem Ausbruch der Flüchtlingskrise im Jahr 2015. Die griechischen Behörden sind sehr wachsam, weil mit dem Winter das Schlimmste noch bevorsteht." Laut griechischer Behörden soll das neue Asylgesetz, das zum 1. Januar in Kraft tritt, bald Verbesserungen bringen. 2000 Neuankömmlinge in nur vier Tagen Doch der stellvertretende Leiter des Lagers Moria, Dimitris Vafeas, meint, dass das nicht reicht: "Das neue Gesetz geht in die richtige Richtung. Es beschleunigt Asylverfahren und legt pragmatische Fristen für die Beurteilung jedes Asylantrags fest. Aber um erfolgreich zu sein, müssten diejenigen, denen kein Asyl gewährt wird, in die Türkei zurückkehren." Die griechische Regierung plant bis Ende des Jahres, rund 20 000 Asylbewerber auf das Festland umzusiedeln. Aber mit mehr als 2000 Neuankömmlingen aus der Türkei - nur in den vergangenen vier Tagen - wird damit der Druck von der überfüllten Insel nicht genommen.
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