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Jubelt Äthiopien zu früh? Nil-Staudamm verursacht Wassersorgen

Staatlich veranlasste Jubelszenen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Zehntausende fluteten landesweit die Straßen. Aus einem populären Grund: Die Regierung hatte auch in sozialen Netzwerken aufgerufen, entscheidende Fortschritte bei der Vollendung des Jahrhundertbauwerks zu feiern - einen gigantischen Staudamm im Blauen Nil, der Wohlstand fürs Volk verheißt. Einwohnerin Zenash Ayal sagte während der Straßenparty in Addis Abeba: "Wir unterstützen die Regierung von ganzem Herzen. Und ich möchte meine Solidarität zeigen. Bisher backen wir unser Brot im Kohleofen. Bald können wir Strom benutzen." Und den Weg dazu ebnet der zu rund drei Vierteln fertig gestellte "Große Äthiopische Renaissance-Damm", der Äthiopien eint und Nordostafrika zu spalten droht. Denn der Staudamm könnte anderen Staaten buchstäblich das Wasser abgraben. Die äthiopische Regierung hofft, dass die künftig im Stauwerk erzeugte Energie wenigsten einem Teil der 110 Millionen Bürger aus der Armut hilft. Doch flussabwärts stauen sich die Probleme. Nicht nur für den Nachbarn Sudan, sondern auch für Ägypten ist der Nil eine Lebensader. Beide Nationen befürchten, dass Äthiopien im Fall einer langanhaltenden Dürre den Wasserfluss begrenzen oder ganz stoppen könnte. In die seit fast zehn Jahren stockenden, trilateralen Verhandlungen soll jetzt wieder Bewegung gekommen sein. Die Jubelarien in Äthiopien könnten allerdings einigen der insgesamt sogar elf Anrainerstaaten des Blauen und Weißen Nils sauer aufstoßen.
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