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Qualcomm: EU verhängt Millionenstrafe gegen US-Chiphersteller

Die EU-Kommission hat gegen den US-Chipkonzern Qualcomm wegen illegaler Geschäftspraktiken erneut eine Strafe verhängt. Das Unternehmen soll 242 Millionen Euro zahlen, so Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in Brüssel. Qualcomm habe Chips unter Produktionskosten verkauft , um einen Konkurrenten zu verdrängen. Vestager: "Aggressives Dumping führt kurzfristig zu geringen Preisen, aber langfristig haben Kunden dadurch Nachteile. Denn wenn das Opfer des Preiskampfes erst einmal ausgeschaltet ist, dann hat die marktbeherrschende Firma keinen Wettbewerber mehr und wird versuchen, ihre Verluste durch höhere Preise auszugleichen und Investitionen und Innovationen zum Nachteil der Verbraucher einschränken." Vestager galt zwischenzeitig als Favoritin für die Nachfolge von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Jetzt soll sie Vizepräsidentin werden. Sie machte sich in ihrer fünfjährigen Amtszeit einen Namen als kritische Wettbewerbshüterin, die vor allem großen US-Firmen zu Leibe rückte. Erst am Mittwoch kündigte die Kommission ein Verfahren gegen Amazon an. Auch die Technologieriesen Apple und Google wurden bereits zu Milliardenstrafen oder Steuernachzahlungen verdonnert. Zudem wurde Vestager durch weitere Verfahren gegen Facebook, Chrysler oder Starbucks zum Feindbild der Konzerne. US-Präsident Donald Trump bezeichnete sie als Amerika-Hasserin. Qualcomm bestritt die Vorwürfe der EU und argumentierte, Kundinnen und Kunden hätten sich nicht wegen der Preise für Qualcomm-Chips entschieden, sondern wegen der technischen Überlegenheit. Der Konzern will die Strafe anfechten. Es ist bereits das zweite Mal, dass das Unternehmen von der EU-Kommission belangt wird.
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