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Der Plan, die Reaktionen, die Probleme: So will Berlin in den Kitas Notbetreuung für alle anbieten

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 07.05.2020 Ingo Salmen, Sylvia Vogt, Saara von Alten, Nina Breher

Den Anfang machen am 14. Mai die Vorschulkinder: Der Berliner Senat will allen eine stundenweise Kita-Betreuung ermöglichen. Doch was passiert in den Ferien?

Da geht's lang: Viele Eltern und Kinder können bald wieder die Kitas aufsuchen. © Foto: imago images/Patrick Scheiber Da geht's lang: Viele Eltern und Kinder können bald wieder die Kitas aufsuchen.

Der Berliner Senat will die Kita-Betreuung in der nächsten Zeit in mehreren Stufen deutlich ausweiten. "Bis zum Sommer soll jedes Kind wieder ein Betreuungsangebot erhalten", kündigte Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstagbend an. Allerdings können die meisten Kinder nur stundenweise die Kitas besuchen. "Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen kann es noch nicht wieder für alle eine Ganztagsbetreuung geben." Scheeres bat die Eltern um Verständnis und die Arbeitgeber um Unterstützung. Offen ist noch, was Eltern in den Sommerferien machen sollen. Viele Kitas schließen dann normalerweise für mehrere Wochen.

Die nächste Ausweitung des schon bestehenden Notbetreuungsangebots erfolgt in einer Woche: Ab Donnerstag, 14. Mai, sollen zunächst die Kinder am Übergang zur Grundschule und deren Geschwister wieder in die Kita gehen können. Entsprechende Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Nachmittag bestätigte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Abend in einer Pressemitteilung. "Für die nächsten Öffnungsschritte ist vorgesehen, dass jeweils altersmäßig absteigend weitere Jahrgänge hinzukommen, plus die jeweiligen Geschwisterkinder", hieß es darin. "Der konkrete Zeitpunkt hängt vom weiteren Infektionsgeschehen ab."

Auch die Kindertagespflege soll dann hinzukommen. Darüber hinaus gab Wirtschaftssenatorin Ramona Pop eine Neuerung bei privat organisierter Betreuung an: Anstelle einer Obergrenze von fünf Kindern gelte nun die Regel, dass maximal drei Familien sich gegenseitig aushelfen dürfen.

Eine Rückkehr zur Normalität in Vor-Corona-Zeiten bedeuten die Pläne des Senats noch nicht: Die Kita-Betreuung erfolgt in der Regel nur halbtags. "Um jeweils allen anspruchsberechtigten Kindern ein Angebot unterbreiten zu können, müssen die vorhandenen Ressourcen geteilt werden", teilte die Senatsverwaltung mit. "Grundsätzlich erhalten deshalb alle anspruchsberechtigten Kinder ein Betreuungsangebot von bis zu vier Stunden pro Tag (Halbtagsplatz), das flexibel gestaltet werden kann." Für systemrelevante betriebsnotwendige Berufsgruppen, insbesondere im Gesundheits- und Pflegebereich, könnten "in Einzelfällen" längere Betreuungszeiten vereinbart werden. Einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung gebe es nicht.

Die Notbetreuung wird in kleineren Gruppen und zeitversetzt erfolgen. Die Gruppengrößen können abhängig von den räumlichen und personellen Gegebenheiten in den Einrichtungen variieren. "Mögliche Maßnahmen, die von der Kita-Aufsicht empfohlen werden, sind beispielsweise eine tage- bzw. stundenweise Betreuung von Kindern, Vormittags-/Nachmittagsgruppen oder ein wöchentliches Wechselmodell", teilte die Senatsverwaltung mit. "In Kitas sollten alle verfügbaren Räume für die Betreuung von Kindern genutzt werden, auch die Nutzung von Räumen anderer Einrichtungen wie Familienzentren ist zu begrüßen." Neuaufnahmen und Eingewöhnungen seien nur zulässig, soweit für diese Kinder ein Anspruch auf Notbetreuung besteht.

Streit mit Kita? Senatsverwaltung richtet Hotline für Eltern ein

Die Kita-Träger sollen in den nächsten Tagen ein Informationsschreiben mit ausführlichen Hinweisen zum Personaleinsatz, zur Organisation des Betreuungsbetriebs, zur Gestaltung des Kita-Alltags und zum Gesundheitsschutz erhalten, teilte die Senatsverwaltung weiter mit. Sie will außerdem in der kommenden Woche eine Hotline einrichten, an die sich Eltern in Streitfällen mit der Kita wenden können. Für Träger gibt es eine solche Hotline bereits.

"Mir ist bewusst, dass die weitere Öffnung eine große Herausforderung für die Kitas und Träger darstellt", sagte Scheeres. "Ihr Engagement verdient höchste Anerkennung."

„Wir Eltern begrüßen es, dass ein weiterer Öffnungsschritt kommt", ließ sich die Vorsitzende des Landeselternausschusses Kita (Leak) , Corinna Balkow, in der Mitteilung der Senatsverwaltung zitieren. "Aus unserer Sicht müssen möglichst viele Familien in den Notbetrieb integriert werden." Balkow ging auch auf mögliche Konflikte ein, wenn Eltern, die jetzt schon die Notbetreuung nutzen, wieder Einschränkungen hinnehmen müssen: "Wir appellieren an Eltern solidarisch auch kürzere Betreuungszeiten zu akzeptieren."

Eltern: Hinweise zu alternativen Schutzmaßnahmen für Kitas fehlen

In seiner eigenen Mitteilung zeigte der Leak aber auch Mängel auf. Die üblichen Vorgaben in der Corona-Krise seien etwa in Kitas kaum anwendbar. "Allen Beteiligten in der Kindertagesbetreuung dürfte allerdings klar sein, dass Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt kaum Abstandsregelungen einhalten werden bzw. pflegende Tätigkeiten dieses auch nicht zulassen", hieß es. "Hinweise, welche alternativen Schutzmaßnahmen je nach pädagogischer Situation sinnvoll zu ergreifen sind, fehlen bisher." Die Kitas würden "an die Grenzen des machbaren und fachlich verantwortbaren kommen".

Der Leak forderte von der Senatsverwaltung ergänzende Angebote zur Förderung, Betreuung und Bildung. Die Kita sollte "nur eine Option unter mehreren sein". Beispielhaft zählte er die Unterstützung durch Familienzentren, Nachbarschaftshäuser, Kirchengemeinden oder Kinder- und Jugendfreizeitzentren auf, um Angebote auf Spiel- und Sportplätzen, feste Spielgruppen in der Nachbarschaft und ähnliches zur Entlastung von Familien zu organisieren. "Die Perspektive der Kinder kommt in der Diskussion um Corona regelmäßig zu kurz", schrieben die Eltern. "Die Kontaktbeschränkungen treffen sie hart, ihnen fehlt das Spielen und Lernen in der Gruppe."

Forderung: Erzieher regelmäßig testen, Studien in Kitas

Besondere Angebote seien zudem für Kinder und Familien erforderlich, die zu einer Risikogruppe gehören, erklärte der Leak weiter. In all diese Überlegungen sollten die Elternvertretungen in den Kitas sowie auf Bezirks- und Landesebene einbezogen werden.

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Von Berlins Arbeitsgebern verlangten die Eltern, Familien im Homeoffice durch eine bessere Organisation zu entlasten. Ferner wiesen sie auf die Möglichkeiten der Lohnfortzahlung bei Einkommensausfällen hin. Den Senat forderten sie auf, ein regelmäßiges Screening von Erzieherinnen und Erziehern und wissenschaftliche Studien zur Verbreitung des Virus in Kitas und jungen Familien durchzuführen. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) steht auch koalitionsintern in der Kritik, weil sie bisher keine Test-Strategie vorgelegt hat.

Staatssekretärin: Sieben bis zehn Tage für jede neue Stufe

Scheeres' Staatssekretärin Sigrid Klebba (SPD) hatte bereits am Mittag im Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses gesagt, weitere Jahrgänge könnten dann nacheinander mit jeweils einer Woche oder zehn Tagen Zeitabstand folgen. Schon für den ersten Schritt seien ein paar Tage Vorlauf nötig, weil die Kitaträger nach eigenen Angaben für jede weitere Stufe eine Woche Vorbereitung bräuchten. Weil bei der Ausweitung müsse aber das Infektionsgeschehen im Auge behalten werden müsse, seien auch in Zukunft noch Änderungen am Plan möglich, sagte Klebba.

Man müsse auch über kreative Lösungen nachdenken, um die Betreuungskapazitäten zu erweitern - als Beispiele nannte Klebba, dass Kitas eventuell Räume von anderen Kitas, die noch Platz haben, oder von Jugend- oder Stadtteileinrichtungen nutzen könnten.

37 Prozent der Kinder bereits in Notbetreuung - aber nicht jeden Tag

Momentan nehmen etwa 37 Prozent der Kitakinder insgesamt die Notbetreuung in Anspruch, sagte Klebba. Allerdings seien davon täglich nur etwa die Hälfte in den Kitas, da nicht alle Kinder jeden Tag kommen. Die Eltern verhielten sich sehr verantwortungsbewusst.

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Am 17. März mussten viele Berliner Kitas wegen der Corona-Pandemie schließen. Eltern aus bestimmten systemrelevanten Berufsgruppen wie etwa Polizei, Gesundheitssektor oder Verwaltung konnten ihre Kinder in eine Notbetreuung in den Kitas geben. Der Kreis der Anspruchsberechtigten wurde seither bereits schrittweise erweitert, zuletzt etwa für Alleinerziehende. Momentan können deshalb 60.000 Kinder betreut werden.

Müller: "Gehen jetzt schrittweise auf 70 Prozent"

„Wir sind schon bei einer Versorgung von rund 40 Prozent des Normalbetriebs und gehen jetzt schrittweise auf 70 Prozent“, hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Morgen im RBB-Inforadio gesagt. Das sei bereits deutlich mehr als in anderen Bundesländern, die teilweise erst jetzt eine Notbetreuung einrichteten.

Man werde „Schritt für Schritt beinah jeden Tag etwas besser werden und mehr Angebot machen können“, versicherte Müller. „Aber wie in allen anderen Lebensbereichen wird das leider nicht von heute auf morgen auf hundert Prozent hochgehen.“

Einen genaueren Plan vorzulegen, sei mit Blick auf die Infektionsentwicklung und das zur Verfügung stehende Personal riskant, betonte der Regierungschef. So könnten viele Erzieherinnen wie auch Lehrer nicht sofort arbeiten gehen, weil sie zu einer Risikogruppe gehörten und erst getestet werden müssten. Nach dpa-Informationen steht aktuell in den Kitas 70 Prozent des Personals zur Verfügung.

Kita-Träger von Müllers Äußerungen überrascht

Kita-Träger wunderten sich über Müllers Ziel von 70 Prozent Auslastung, das auch Innensenator Andreas Geisel (SPD) Abend nach der Senatssitzung hervorhob. Wie eine Umfrage des Tagesspiegels ergab, ist das unter den gegebenen Bedingungen kaum zu erreichen. Sollten die Kitas weiterhin den Empfehlungen der Leopoldina folgen, die für die Kitakinder eine Betreuung in kleinen und beständigen Gruppen vorschreibt, dann könnten die Einrichtungen seines Verbands maximal eine Auslastung von 50 Prozent ermöglichen, sagte Torsten Wischnewski-Ruschin, Referent des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Er vertritt 118 Träger mit 528 Kitas, in denen es regulär rund 45.000 Plätze gibt. Auch andere Träger nannten die Größenordnung von 50 Prozent.

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"Wir haben nur eine beschränkte Zahl von Räumen und Erziehern, zudem einige Erzieher, die zur Risikogruppe gehören. Entweder wir erweitern die Anzahl der Kinder oder wir verabschieden uns von den strengen Auflagen des Infektionsschutzes. Beides gleichzeitig gehe nicht", sagte Wischnewski-Ruschin. Eine Ausweitung auf 70 Prozent des normalen Kitabetriebs könne auch dazu führen, dass die Notbetreuung für Kinder von systemrelevanten Eltern oder Alleinerziehenden nicht mehr ganztägig fortzuführen sei.

"Unsere Kitas stoßen bereits jetzt an Kapazitätsgrenzen"

Auch Beatrice Strübing, Sprecherin der 27 Fröbel-Kindergärten, äußerte Zweifel an Müllers Äußerungen. "Unsere Kitas stoßen bereits jetzt seit der letzten Ausweitung der Notbetreuung an ihre Kapazitätsgrenzen", sagte sie dem Tagesspiegel. „Wir begrüßen, dass Kinder wieder in ihre Einrichtungen zurückkommen können, es ist uns extrem wichtig, dass Kinder eine gute Betreuung erhalten, allerdings brauchen wir dafür auch durchdachte Konzepte, wie wir dies auch umsetzen können.“

Das Dilemma ist offenkundig: Die vorgegebenen Rahmenbedingungen hinsichtlich Räume, Personal und Anzahl der Kinder in einer Gruppe, könnten ihre Kitas nur bei einer Auslastung von maximal 50 Prozent erfüllen, erläuterte Strübing. Wer die Wirtschaft wieder ankurbeln möchte und Geschäfte öffnet, müsse gleichzeitig auch eine Idee für die Kinderbetreuung entwickeln, sagte sie weiter. Denn ohne Betreuung könnten Eltern auch nicht wieder arbeiten gehen.

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Zuerst hatte der Familienstadtrat von Marzahn-Hellersdorf, Gordon Lemm (SPD), vor einem neuen Engpass durch die Ausweitung der Notbetreuung gewarnt. Eine Umfrage unter 15 von 50 Trägern seines Bezirks hatte ergeben, dass viele Einrichtungen wegen der Engpässe beim Personal und der begrenzten Gruppengröße bereits bei einer Auslastung von 35 bis 50 Prozent eine Grenze erreicht sehen. "Unsere Kitas sind bald voll", sagte Lemm. Er hatte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie schon vergangene Woche auf das Problem hingewiesen [mehr dazu hier in unserem Leute-Newsletter für Marzahn-Hellersdorf].

Noch ungeklärt: Gibt es Betreuung in den Sommerferien?

Lemm wies noch auf ein anderes Problem hin: Ungeklärt sei auch, wie die Betreuung in den Sommerferien organisiert werden soll. Normalerweise schließen dann viele Kitas für einige Wochen. Allerdings haben Eltern ihren Jahresurlaub oft schon jetzt aufgebraucht, um die Schließung der vergangenen Wochen zu überbrücken.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat aus diesem Grund bereits an seine Träger appelliert, die Einrichtungen im Sommer nicht komplett zu schließen, sagte Kita-Referent Wischnewski-Ruschin am Donnerstag dem Tagesspiegel. Viele Eltern seien im Sommer auf eine Betreuung angewiesen. Andererseits hieße das auch, dass die Erzieherinnen ihren Jahresurlaub versetzt nehmen müssten und deshalb dauerhaft Personal ausfallen würde.

Verband der Kitaläden rechnet mit verkürzten Schließzeiten

Roland Kern vom Dachverband der Kinder- und Schülerläden (DaKS) rechnet in diesem Sommer mit verkürzten Schließzeiten. „Die allermeisten sind sich bewusst, dass es die übliche Kita-Schließzeit dieses Jahr nicht geben wird – was aber nicht heißt, dass es keine Schließzeiten geben wird.“ Zwar gebe es einen „höheren Druck, Schließzeiten zu verkürzen“, doch auch die Erzieherinnen und Erzieher müssten Urlaub nehmen. sagte Kern dem Tagesspiegel. Kitas hätten die Schließzeiten, die sich vor allem in kleineren Einrichtungen oft nicht vermeiden ließen, mit den Eltern abzusprechen. Sollten Eltern etwa dringend eine Betreuung brauchen, „gibt es eine Alternativbetreuung“. Dabei könnte es nötig werden, Kita-Gruppen zusammenzulegen.

Von Müllers 70-Prozent-Marke erfuhr Kern aus dem Radio. „Es wäre wirklich zu begrüßen, wenn diejenigen, die es durchführen, die Information ein ganz kleines bisschen vorher bekommen würden.“ Dass der Kita-Betrieb ausgeweitet wird, überrasche jedoch niemanden, sagte Kern.

"Eine Ausweitung geht nur durch Teilen – der Kuchen wird nicht größer"

Auch er betonte, dass unter den aktuellen Anforderungen an den Infektionsschutz nur bis zu 50 Prozent der Kinder betreut werden könnten. „Wer darüber hinausgeht, entscheidet sich für eine größere Gruppe.“ Weder das Personal noch der Platz in den Kitas würden unter den jetzigen Bedingungen für mehr als die Hälfte der Kinder reichen.

Eine Ausweitung darüber hinaus sei deshalb nur möglich, „wenn diejenigen, die jetzt in der Betreuung drin sind, wieder etwas abgeben“, erklärte der Kitaladen-Sprecher. „Eine Ausweitung der Kapazitäten geht nur durch Teilen – der Kuchen wird nicht größer.“ Das sei für alle Beteiligten schwierig, sagte Kern – für die Erzieher und für die Eltern, für die ein halber Tag womöglich nicht genug sei, „um nebenbei sinnvoll zu arbeiten“.

Neuköllner Kita empfängt die Kinder mit "Corona-Wand"

Astrid Meier hofft, dass in ihrer Kita bald wieder mehr los sein wird. "Hoffentlich geht es bald wieder los", sagte die Leiterin der Kita "EKT Kinderhort Gropiusstadt" dem Tagesspiegel bereits am Donnerstagmittag am Telefon. Sie und ihre Mitarbeiter sind jedenfalls bereit und haben ein Konzept entwickelt, mit dem die Hälfte der angemeldeten Kita-Kinder betreut werden können. Die Kinder sollen in Fünfergruppen aufgeteilt werden, das reiche für rund 50 Prozent der sonst 32 Kinder.

Um einen zusätzlichen Raum zu schaffen, hat Meier eigenhändig Malerfolie quer durch den Raum gespannt - "eine Corona-Wand", wie sie sagte. Seife sei vorhanden, das Team habe ein Lied ausgesucht, das genau 25 Sekunden dauert und die Kinder zum gründlichen Händewaschen animieren soll. Weil der Eingang zur Kita eng ist, hat das Team entschieden, "dass die Eltern beim Bringen und Abholen der Kinder draußen warten müssen".

Meiers Kita steht also in den Startlöchern. Die Erzieherin ist zuversichtlich: "Wir können es stemmen." Sie wünscht sich sogar, dass der Betrieb so schnell wie möglich erweitert wird - "für die Kinder und auch für die Eltern". Denn in der Neuköllner Gropiusstadt sei die aktuelle Situation für viele Familien schwer, die meisten leben in den Hochhaussiedlungen, viele Spielplätze gebe es nicht. "Hier hat nicht jedes Kind ein eigenes Zimmer", sagt Meier. Wie wichtig die Kita für das soziale Leben des Quartiers ist, bestätigten ihr sowohl die Eltern als auch die Kinder. Immer wieder habe sie in den letzten Wochen einen Satz gehört: "Hoffentlich geht es mit der Kita bald wieder los." (mit dpa)

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