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Konflikt um Berg-Karabach: Armenien gibt mehr als 120 Orte an Aserbaidschan ab

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 23.11.2020

Die armenische Regierung hat eine Liste mit Städten veröffentlicht, die in die aserbaidschanische Kontrolle übergehen sollen. Teile davon gelten als vermint.

Berg-Karabach ist seit Jahrzehnten zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan umkämpft. © Foto: Sergei Grits/AP/dpa Berg-Karabach ist seit Jahrzehnten zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan umkämpft.

Im Konflikt mit Aserbaidschan um die Südkaukasusregion Berg-Karabach gibt Armenien die Kontrolle über mehr als 120 Ortschaften ab. Die armenische Regierung veröffentlichte am Montag eine Liste mit insgesamt 121 Städten und Dörfern, die in die aserbaidschanische Kontrolle übergehen. Teils hatte Armenien die Kontrolle über die Orte zuletzt bei Kämpfen verloren, teils kommt es zu einer kampflosen Übergabe.

Teile der nun übergebenen Gebiete gelten als vermint. Ein russischer Offizier sowie vier Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums von Karabach wurden durch eine Explosion verletzt, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium mitteilte. Ein Offizier der aserbaidschanischen Armee wurde demnach getötet. Sie waren dabei gewesen, das Gelände nach Leichen abzusuchen.

Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan hatte in der Nacht zum 10. November unter Vermittlung des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev ein Abkommen über das Ende der Kämpfe unterzeichnet. Aliyev feierte das als „großen Sieg“. Paschinjan hingegen sieht sich bei Protesten in Armenien mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, weil er die „Niederlage“ und den Verlust der Gebiete zu verantworten habe.


Video: Afghanistan-Konflikt: Friedensgespräche nach Angriff in Kabul (Euronews)

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Berg-Karabach ist seit Jahrzehnten zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan umkämpft. In dem neuen Krieg, der am 27. September begonnen hatte, holte sich Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Das Land sah sich dabei von seinem „Bruderstaat“ Türkei unterstützt. Armenien sieht Russland als seine Schutzmacht.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow mahnte bei einem Treffen am Samstag mit Aliyev in Baku, dass in Karabach die Bedingungen geschaffen werden müssten, damit Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Ethnien friedlich zusammenleben könnten.

In der Vergangenheit war es zu Konflikten zwischen christlichen Karabach-Armeniern und muslimischen Aserbaidschanern gekommen. In Karabach sind rund 2000 russische Friedenssoldaten zur Kontrolle der Waffenruhe stationiert. (dpa)

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