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Russland schickt Truppen Richtung türkische Grenze

t-online-Logo t-online 01.12.2022 T - Online

Warnung an Erdoğan?

Russland schickt Truppen Richtung türkische Grenze

© T - Online

Im Konflikt in Nordsyrien schickt Russland offenbar militärische Verstärkung. Dies könnte als Signal an die Türkei gesehen werden, von einer Offensive besser abzusehen.

Russland verlegt offenbar Truppen nach Nordsyrien, wo die Türkei gerade kurdische Kämpfer angegriffen hat. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte seien Soldaten in der Grenzstadt Kobane gesehen worden. Außerdem werde ein nahegelegener Luftstützpunkt verstärkt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat eine Bodenoffensive in der Region nicht ausgeschlossen. Nach Meinung der Beobachtungsstelle könnten die russischen Truppenverlegungen eine Warnung an Ankara sein. Die umkämpfte Region ist nur knapp 15 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt und wird von kurdischen Kämpfern kontrolliert. Nach unbestätigten Berichten von Bewohnern seien bereits russische Soldaten gesichtet worden, die Straßensperren errichtet haben sollen.

Warnung vom Baerbock

Russland ist ein Verbündeter des syrischen Regimes und kämpft seit 2015 an seiner Seite. Im gleichen Jahr war ein russischer Jet von der Türkei abgeschossen worden. Ein Abkommen mit der Türkei sicherte Moskau eine Präsenz im Nordosten Syriens zu. Dennoch kam es immer wieder zu Spannungen, unter anderem weil durch den Krieg in Syrien Tausende Flüchtlinge in die Türkei kamen. Die Türkei unterstützt syrische Rebellen, die gegen das Regime in Damaskus kämpfen. In jüngster Zeit kam es aber zu ersten Gesprächen zwischen den beiden Ländern.

Außenministerin Annalena Baerbock hatte am Mittwoch die Türkei zu Zurückhaltung beim Vorgehen gegen kurdische Milizen in Syrien und im Irak aufgerufen. Sie habe in Gesprächen deutlich gemacht, dass beim Schutz vor Terrorismus natürlich das Völkerrecht gelte, sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch am Rande eines Nato-Treffens in Bukarest. Dabei habe sie auch appelliert, von Maßnahmen abzusehen, "die die Gewaltspirale weiter vorantreiben würden". Als Beispiel nannte sie "eine mögliche Bodenoffensive in Nordsyrien" und die Militäraktionen im Nordirak.

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