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Spionagevorwurf: Reporter der „New York Times“ kurzzeitig in Tunesien festgenommen

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 28.07.2021 ksta
Eingang zum tunesischen Parlament © picture alliance/dpa/AP Eingang zum tunesischen Parlament

Die tunesische Polizei hat inmitten der politischen Krise im Land zwei Reporter der „New York Times“ vorübergehend festgehalten. Das bestätigte eine Sprecherin der US-Zeitung der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage am Mittwoch.

Ihm sei Spionage vorgeworfen worden, sagte der Journalist Massinissa Benlakehal der dpa auf der Polizeiwache in der Nähe der Hauptstadt Tunis. Nach Angaben der „New York Times“ sei auch ihre Mitarbeiterin Vivian Yee festgenommen worden. Beide seien wieder frei.

Polizei untersagt weitere Recherchen

Die Beamten hätten ihn bei Recherchen festgenommen, sagte Benlakehal. Nach mehr als zwei Stunden sei er freigelassen worden. Er dürfe seine Recherchen eigenen Angaben zufolge aber nicht fortsetzen, da ihm laut Polizei eine Genehmigung dafür fehle. Der freiberufliche Journalist besitzt eigenen Aussagen nach eine offizielle Akkreditierung als Reporter im Land.

Beide Journalisten setzten „die wichtige Arbeit der Berichterstattung über die politische Krise des Landes fort“, betonte die „New York Times“.

Präsident Kais Saied hatte am Sonntagabend Regierungschef Hichem Mechichi abgesetzt und die Arbeit des Parlaments für zunächst 30 Tage eingefroren. Saied erklärte, sich im rechtlich zulässigen Rahmen der Verfassung zu bewegen. Kritiker sprechen dagegen von einem Putsch.

Sturm auf den Fernsehsender Al-Dschasira

Am Montag stürmte die Polizei das Hauptstadtbüro des Fernsehsenders Al-Dschasira. Mindestens zehn bewaffnete Beamte sollen dabei Telefone und anderes Gerät beschlagnahmt haben. Der populäre Nachrichtenkanal wird von der Regierung Katars finanziert. Nach Ansicht von Kritikern bietet er Muslimbrüdern und anderen Islamisten zu viel Raum.

Präsident Saied liefert sich seit Monaten einen Machtkampf mit der islamisch-konservativen Ennahda-Partei. Saied hatte noch am Dienstag versprochen, die Meinungs- und Pressefreiheit im Land zu wahren. (dpa)

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