Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Terroranschlag von Wien: Österreich verstärkt Schutz von Kirchen

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 26.11.2020 Lisa Duhm

Die Sorge vor Nachahmungstätern ist groß: Österreich will nach dem Terroranschlag von Wien ab sofort seine Kirchen bewachen lassen. Diese sind auch während des landesweiten Lockdowns geöffnet.

© Ronald Zak / dpa

Aus Sorge vor Nachahmungstaten nach dem Terrorakt von Wien Anfang November verstärkt Österreich den Schutz von Kirchen und anderen Religionsstätten. Das kündigte Innenminister Karl Nehammer an. Ermittlungen zeigten, »dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Täter auch Opfer in Kirchen bewusst suchen wollte«, sagte er. »Wir befinden uns in einer heiklen Phase nach dem Terroranschlag.«

Zu konkreten Informationen zum Ermittlungsstand verwies Nehammer auf die Staatsanwaltschaft, die allerdings zunächst keine Auskünfte erteilte.

Am 2. November hatte ein 20-Jähriger in einem belebten Wiener Ausgehviertel mit einem Sturmgewehr und einer Pistole das Feuer auf Passanten eröffnet. Er tötete vier Menschen, mehr als 20 weitere wurden verletzt. Die Polizei erschoss den 20-Jährigen auf einem Platz an einer Kirche.

Der Österreicher war wegen einer versuchten Ausreise zur Terrormiliz IS vorbestraft. Er soll den Anschlag nach bisherigen Erkenntnissen allein begangen haben, gegen 21 Männer laufen Ermittlungen als mögliche Mitwisser. Nach der Tat wurden Versäumnisse der Sicherheitsbehörden bekannt.

Österreich ist seit zehn Tagen in einem zweiten harten Lockdown. Alle Geschäfte, die nicht für die Grundversorgung nötig sind, wurden geschlossen, Schulen auf Fernunterricht umgestellt und eine Ausgangssperre verhängt. Die Kirchen des Landes blieben offen, allerdings wurden Gottesdienste vorübergehend ausgesetzt. Der Lockdown gilt vorerst bis zum 6. Dezember.

Danach soll das öffentliche Leben wieder schrittweise hochgefahren werden. Erwartet wird, dass der Handel und die Schulen in der Vorweihnachtszeit zuerst wieder aufgesperrt werden. Die Polizeikräfte sollen ab sofort verstärkt vor Kirchen und anderen Stätten der Religionsausübung Präsenz zeigen.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von DER SPIEGEL

DER SPIEGEL
DER SPIEGEL
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon