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Ihr könnt im Juli über Deutschland wunderschöne, leuchtende Wolken beobachten — sie haben eine unheimliche Ursache

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 11.07.2019 Joshua Fritz
© Bereitgestellt von Business Insider Inc  

Mit etwas Glück könnt ihr in den nächsten Wochen am Nachthimmel über Deutschland seltene, leuchtende Wolken entdecken, die an Polarlichter erinnern. Man nennt dieses Phänomen NLC (Noctilucent Clouds).

Es sind weder Regenwolken noch Gewitterwolken oder Schönwetterwolken, denn diese liegen mit etwa 13 Kilometern Höhe zu niedrig. Das spektakuläre Phänomen ereignet sich in etwa 83 Kilometern Höhe, in der sogenannten „Mesopause“, also der Schicht zwischen der Mesosphäre und der Thermosphäre, wie das MDR-Magazin „Brisant“ Ende Juni berichtete.

Hier sind die Bedingungen für die leuchtenden Wolken ideal, denn in dieser Höhe gibt es vergleichsweise wenig Wasser, die Atmosphäre ist dünn und die Temperaturen eiskalt. Minus 120 Grad Celsius sind in dieser Höhe nötig, damit Wasser zu Eiskristallen zu gefrieren kann.

Um überhaupt kristallisieren zu können, braucht das Wasser einen festen Kern, um den es vereisen kann. Dazu eignen sich die Staubpartikel in der Mesopause, die beim Verglühen von Meteoren übrig geblieben sind. Werden diese Kristalle dann frühmorgens oder spätabends von der Sonne angestrahlt, reflektieren sie das Licht in silbernen und weißen Farben.

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Die leuchtenden Wolken treten heute deutlich häufiger auf als früher. Vor der Industrialisierung wurden die Wolken nur einige Male über mehrere Jahrhunderte hinweg beobachtet, heute könnt ihr sie mehrmals im Jahr bestaunen.

Ursachen des Klimawandels machen die Wolken sichtbarer

© Wikicommon  

Deswegen setzte sich eine Studie des Leibnitz-Instituts für Atmosphärenphysik in Kühlungsborn, das zur Universität Rostock gehört, damit auseinander, ob der Mensch dazu beigetragen hat. Unter der Leitung von Phsyiker Franz-Josef Lübken fanden die Forscher mittels einer Simulation heraus, dass die vermehrten Sichtungen der Wolken einer Ursache des Klimawandels geschuldet sind.

Seit der Industrialisierung sorgen die Menschen vermehrt für Methan in der Luft, vor allem durch die Viehzucht. Das Methan wird dann in der Mesopause oxidiert, wobei Wasser entsteht. Dadurch können mehr Eiskristalle gebildet werden, die dann wiederum das Licht der Sonne reflektieren — die Wolken erscheinen. Das ist der Grund, warum sie in unseren Breitengrad nun häufiger zu sehen sind als noch vor Hunderten Jahren.

Früher konnte man dieses Phänomen nur in den arktischen Breitengraden beobachten. „Es hat mich geschockt, dass ich leuchtende Nachtwolken beim Spaziergang kurz nach Sonnenuntergang beobachten konnte“, sagte Wetterforscher Brian Guyer vom  Wetterdienst der USA gegenüber „Spaceweather.com“, der die Wolken über Albuquerque, New Mexico, beobachten konnte.

Um eine gute Chance zu haben, eine leuchtende Nachtwolke zu entdecken, müsst ihr nach Sonnenuntergang ab 22 Uhr bis Mitternacht Richtung Nordwesten blicken. Frühmorgens von etwa halb drei bis halb fünf Uhr könntet ihr die Wolken im Nordosten erspähen.

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