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Das sind die besten Webcams für Streaming und Videotelefonie

WELT-Logo WELT 31.05.2020 Robert Ladenthin
Welche Webcam macht die besten Videos? Sechs Internetkameras im Test Quelle: Computer Bild, Logitech, Trust, Microsoft © Computer Bild, Logitech, Trust, Microsoft Welche Webcam macht die besten Videos? Sechs Internetkameras im Test Quelle: Computer Bild, Logitech, Trust, Microsoft

Anfang der 2000er-Jahre dienten Webcams vor allem für Videotelefonie. Durch Chat-Dienste wie Skype 2003 wurden die kleinen USB-Kameras für den PC sehr beliebt. Inzwischen klappt Videotelefonie auch per Smartphone, aber weiterhin verabreden sich Menschen am Computer zum Telefonieren mit Bild – etwa am Arbeitsplatz oder um die Hände frei zu haben.

Voll im Trend liegen Webcams bei Gamern und Bloggern. Sie filmen sich beispielsweise beim Spielen und übertragen das Bild live auf Videoplattformen wie YouTube oder Twitch. Welche Webcam ist am besten zum Streamen und Telefonieren? Der Test von „Computer Bild“ zeigt es.

Webcam-Test: USB- gegen eingebaute Kamera

Bei aktuellen Notebooks sitzt meist eine Webcam im Rahmen unter oder über dem Bildschirm. Die ist aber nur eingeschränkt empfehlenswert: Aus Kostengründen bauen Laptop-Hersteller oft Kameras mit magerer Auflösung ein.

Im direkten Vergleich sieht man den Schärfeunterschied zwischen einer eingebauten Webcam (links) und einer USB-Kamera (rechts) Quelle: Computer Bild, Medion, Razer © Computer Bild, Medion, Razer Im direkten Vergleich sieht man den Schärfeunterschied zwischen einer eingebauten Webcam (links) und einer USB-Kamera (rechts) Quelle: Computer Bild, Medion, Razer

Eine externe Cam ist deshalb technisch besser – und flexibler: Sie lässt sich frei positionieren und ihre Perspektive dank Gelenk feiner justieren.

Webcams einrichten und aufstellen

Bevor der Besitzer seine Webcam nutzen kann, muss er sie in Betrieb nehmen. Das klappt seit Windows 7 angenehm einfach: Kamera per USB andocken, und schon ist sie bereit. Das mühselige Installieren von Treibern entfällt. Über das Microsoft-Programm Kamera auf Windows-Computern steuern Sie die Basisfunktionen der Webcam und stellen etwa die Auflösung ein.

Wie beim Film muss bei Webcam-Aufnahmen die Perspektive stimmen. Hockt der Besitzer vor dem PC-Monitor, sollte er die Kamera an der Bildschirmoberseite mittig platzieren. Die Webcams im Test haben allesamt eine Klemmhalterung und lassen sich einfach an der Bildschirmkante befestigen.

Bei der Microsoft LifeCam Studio ist das allerdings eine wackelige Angelegenheit: Die Halterung mit biegbarem Gelenk hält nicht so stabil wie die Klammer der Logitech-Kameras. Zudem ist das Gelenk zwischen Kamera und Klemme sehr schwammig, was die Feinjustierung erschwert.

Abgesehen von der Trust Vero, lässt sich an allen Modellen ein Stativ anschrauben – praktisch etwa, um die Webcam seitlich auf den Schreibtisch zu stellen. Die Trust Xper hat sogar ein kleines Dreibeinstativ im Lieferumfang, das jedoch ein wenig fragil wirkt.

Bildqualität für Telefonie und Streaming im Check

Neben einem guten Blickwinkel brauchen Gesprächspartner oder Gaming-Stream-Zuschauer ein scharfes Bild. Deshalb sollte die Webcam eine Auflösung von mindestens 1920x1080 Pixeln (Full HD) haben, die alle Modelle mit 30 Bildern pro Sekunde (FPS) liefern.

Die Bildrate reicht für ein flüssiges Bild ohne stockende Bewegungen. Reduziert der Nutzer bei der Razer Kiyo die Auflösung, zeichnet die Webcam sogar 60 Bilder pro Sekunde auf. Dadurch wirken Bewegungen geschmeidiger, beim Telefonieren ist aber ein schärferes Bild wichtiger.

Die Modelle von Logitech, die Razer Kiyo und die Microsoft LifeCam Studio haben einen Autofokus. Damit fangen sie nahe wie entfernte Motive scharf ein. Die Trust Xper Streaming besitzt einen manuellen Fokus. Für den gewünschten Schärfebereich dreht der Nutzer die Linse mit oder gegen den Uhrzeigersinn.

Das Rädchen ist allerdings sehr empfindlich, was das Einstellen etwas mühselig macht. Ein weiteres Problem des manuellen Fokus: Der Nutzer darf sich nur wenig vor der Kamera bewegen, weil er sonst den Schärfebereich verließe. Das gilt für die Trust Vero, bei der die Fokussierung fest für den Einsatz am Schreibtisch eingestellt und nicht veränderbar ist.

Die schärfsten Videos im Test produzierte die Razer Kiyo. Weniger überzeugend als die Detailgenauigkeit sind allerdings die zu kräftigen Farben. Gesichter wirken hierdurch leicht unnatürlich.

Die beste Farbwiedergabe liefert die Logitech HD Pro 920C: Ihr Bild ist fast originalgetreu. Enttäuscht hat im Test die Trust Vero: Sie zeigt blasse, stellenweise matschige Videos.

Webcam für Twitch und YouTube anpassen

Gefällt das Bild nicht, passen Sie es mit der Kamerasoftware von Microsoft leicht an, etwa indem Sie die Belichtung modifizieren. Zudem stellen Nutzer per Klick den Autofokus ein und aus oder wechseln die Auflösung. Das Programm ist recht übersichtlich, sodass auch Einsteiger schnell zurechtkommen.

Wer etwa Gaming-Videos auf YouTube oder Twitch streamt, sollte seine Videos mit einer umfangreicheren Software aufpeppen. Die Logitech C920 installiert beim Anschließen automatisch die Software Logitech Capture, über die Sie die Kamera vielfältig einstellen. Anwender wählen unterschiedliche Effektfilter und passen Farbtöne per Schieberegler an.

Über die kostenlose Software "Logitech Capture" stellen Nutzer unter anderem Videofilter ein Quelle: Computer Bild, Logitech, Microsoft © Computer Bild, Logitech, Microsoft Über die kostenlose Software "Logitech Capture" stellen Nutzer unter anderem Videofilter ein Quelle: Computer Bild, Logitech, Microsoft

Das Programm hat sogar eine Option für Greenscreens – mit dieser Technik lassen sich neue Hintergründe ins Videobild einblenden. Dazu nehmen Sie das Video vor einer grünen Wand auf, und das Programm tauscht die grüne Fläche im Clip dann gegen einen Hintergrund der Wahl. Auch das laufende Bild eines Videospiels lässt sich auf diese Weise als Hintergrund verwenden, wie es häufig auf YouTube oder Twitch zu sehen ist. Den Download zum Programm finden Sie auf der Logitech-Website.

Käufer der Razer Kiyo können das kostenlose Programm Razer Synapse 3 herunterladen. Die Software verwaltet alle angeschlossenen Razer-Geräte und erlaubt bei der Webcam, beispielsweise Kontrast und Helligkeit anzupassen. Für eine bessere Ausleuchtung des Videos schlingt sich bei der Kiyo ein Lichtring ums Objektiv. Durch Drehen im Uhrzeigersinn stellen Sie die Leuchtstärke ein.

Webcams mit mäßigen Mikrofonen

Ein gutes Bild bringt nicht viel, wenn Zuschauer oder Gesprächspartner kaum etwas verstehen – doch von den eingebauten Mikrofonen der Webcams dürfen Nutzer nicht zu viel erwarten. Stimmen klingen darüber oft blechern oder dumpf.

Die Microsoft LiveCam Studio liefert noch die beste Tonqualität. Grundsätzlich gilt: Für Videotelefonie reichen die eingebauten Mikrofone aus. Um Videos für YouTube oder Twitch zu produzieren, sollten sich Streamer jedoch ein separates USB-Mikrofon zulegen.

So schützen Sie Ihre Webcam

Auch ein YouTuber hat mal Pause. Eine Objektivabdeckung zum Schutz der Privatsphäre gehört allerdings nur bei der Microsoft LifeCam zum Lieferumfang. Die Trust Xper hat zumindest einen Ein-/Ausschalter an der Rückseite. Wer mehr Sicherheit will, zieht den USB-Stecker. Das Ein- und Ausstöpseln nervt aber schnell, wenn die Buchse an der Rückseite eines Desktop-PCs sitzt, der unter dem Tisch steht.

Alternativ versprechen Antivirenprogramme digitalen Schutz der Privatsphäre. Bei Schutzsoftware wie Bitdefender Internet Security nehmen Sie unter dem Menüpunkt „Privatsphäre“ Sicherheitseinstellungen für die Webcam vor. Zum Beispiel legen Sie fest, welche Programme auf die Kamera zugreifen dürfen. Wenn sie gerade läuft, leuchtet bei allen Modellen eine kleine Lampe neben der Linse – mit einer Ausnahme: Die Trust Xper gibt keinerlei Zeichen, ob sie aktiv ist oder nicht.

Fazit: Den Testsieg holte die Razer Kiyo. Die Bildschärfe sowie die Farben überzeugten, und der clevere Lichtring sorgte für eine gute Beleuchtung. Lediglich die Klangqualität fiel ab – da greifen Nutzer besser zu einem externen USB-Mikrofon. Das gilt auch für den Preis-Leistungs-Sieger Logitech HD Pro C920, der ansonsten mit einer umfangreichen Software und einem guten Bild punktete.

Testergebnisse im Detail

Platz 6: Trust GXT 1160 Vero Streaming Webcam

Die Trust Vero hinterließ im Test einen mäßigen Eindruck: Sie filmt zwar flüssige Videos mit akzeptablen Farben, das Bild ist aber insgesamt weich und stellenweise matschig. Ein weiteres Problem ist der fehlende Autofokus. Nur im Bereich zwischen einem halben bis einem Meter ist das Motiv einigermaßen scharf. Ganz vorn liegt sie immerhin bei der Tonqualität. Und die Einrichtung ist wie bei der Konkurrenz sehr einfach. Die Klammerhalterung hinterließ dagegen einen eher wackeligen Eindruck, da die Klemme an sich sehr dünn ist. Ein Schraubgewinde für ein Stativ und eine Abdeckung für die Linse fehlen.

Stärken: gute Tonqualität

Schwächen: kein Autofokus, keine Stativmöglichkeit

Testnote: befriedigend (2,7)

Platz 5: Trust GXT 1170 Xper Streaming Cam

Bei der Trust Xper gehört ein kleines Stativ zum Lieferumfang – klasse. Die Klemmenhalterung für Monitor- und Laptop-Oberseiten ist okay. Gleiches gilt für die Bildqualität. Die Xper macht scharfe und detailreiche Videos, denen es allerdings an Farben mangelt. Sie hat einen manuellen Fokus; der Nutzer stellt das Bild an der Linse per Drehung scharf. Anschließend muss er ziemlich still sitzen, um den Schärfebereich nicht zu verlassen. Eine Info-LED fehlt. So weiß der Nutzer nie, wann die Webcam aktiv ist und wann nicht. Immerhin ist die Einrichtung einfacher als bei der gesamten Konkurrenz.

Stärken: Stativ mitgeliefert, detailreiche Videos

Schwächen: keine Info-LED, nur manueller Fokus

Testnote: befriedigend (2,6)

Platz 3: Logitech C930e

Äußerlich ist die Logitech C930e leicht mit der HD Pro C920 zu verwechseln. Bei der Bildqualität zeigen sich die Unterschiede auf den ersten Blick. Die C930e macht gute sowie flüssige Full-HD-Videos. Bei Schärfe und Detailgenauigkeit reicht sie aber nicht an die günstigere C920 heran. Zudem lässt sich die herstellereigene Software „Logitech Capture“ mit ihr nicht nutzen. Die feste Klammerhalterung, die leichte Einrichtung und die fehlende Linsenabdeckung hat sie mit der C920 gemein. Die Tonqualität ist hingegen etwas besser, auch wenn das Mikro Stimmen etwas verwaschen und dumpf aufnimmt.

Stärken: gute Bildqualität, feste Halterung

Schwächen: keine Linsenabdeckung

Testnote: gut (2,0)

Platz 3: Microsoft LifeCam Studio

An der Microsoft LifeCam Studio gibt es wenig zu mäkeln. Die Aufnahmen sind detailreich und scharf. Die Tonqualität ist okay. Stimmen klingen etwas spitz, sind aber deutlich zu hören. Skypen und Streamen klappt mit flüssigen 30 Bildern pro Sekunde. Einzig die rote Verfärbung von Gesichtern störte im Bildtest. Punktabzug gibt es auch für die Halterung mit ihrem wackeligen Gelenk. Sicherer steht die Microsoft-Cam neben dem Laptop oder Display auf einem Stativ. Gut: Im Lieferumfang ist eine kleine Abdeckung für die Linse enthalten. Die sorgt dafür, dass niemand ungefragt zuschaut.

Stärken: gute Bildqualität, Abdeckung für die Linse

Schwächen: Ton spitz, sehr wackelige Halterung

Testnote: gut (2,0)

Platz 2: Logitech HD Pro C920

Die Logitech HD Pro C920 holt sich im Test eine gute Note: Die Webcam hat eine feste Klammerhalterung und lässt sich einfach einrichten. Sie bringt eine eigene Software mit, über die sich beispielsweise die Auflösung und der Farbton anpassen sowie verschiedene Videofilter einsetzen lassen. Das Bild überzeugt mit Schärfe, Detailgenauigkeit und flüssigen Bewegungen. Gesichter zeigt die Kamera ohne auffällige Verfärbung. Das eingebaute Mikrofon ist hingegen kein technisches Glanzstück: Stimmen klingen belegt und blechern. Und: Eine Linsenabdeckung fehlt bei dieser Kamera.

Stärken: gute Bildqualität, praktische Software

Schwächen: Mikrofon mäßig, keine Linsenabdeckung

Testnote: gut (1,9)

Platz 1: Razer Kiyo

Scharf, schärfer, Razer Kiyo: Im Test lieferte die teure Webcam gute Bilder. Das Extra der Kamera ist ihr Lichtring: Die Helligkeit des Videolichts ist einstellbar – gut in dunklen Räumen oder bei Gegenlicht. Einrichtung und Montage sind ein Kinderspiel. Auf der Monitor- oder Laptop-Oberseite sitzt die Razer mit ihrer Klammerhalterung sehr fest. Perfekt ist die Kamera allerdings nicht: Die Farben sind ohne Hilfslicht zu kräftig, mit Licht ein bisschen fahl. Gesichter sehen so leicht unnatürlich aus. Das integrierte Mikrofon nimmt Stimmen etwas dumpf und leise auf, für Telefonate reicht es jedoch. Eine Linsenabdeckung fehlt.

Stärken: gute Bildqualität, praktischer Lichtring, stabile Halterung

Schwächen: Farben zu kräftig, keine Linsenabdeckung, etwas dumpfer Ton

Testnote: gut (1,7)

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