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Frühestes Molekül des Universums im All nachgewiesen

WELT-Logo WELT 18.04.2019
Die Übergangsregion des Nebels NGC 7027 zwischen heißem ionisiertem Gas (weißlich-gelb) und kühlerer Hülle (rot). Hier entstehen Heliumhydrid-Ionen (als Molekülsymbole dargestellt) Quelle: dpa/NIESYTO design © dpa/NIESYTO design Die Übergangsregion des Nebels NGC 7027 zwischen heißem ionisiertem Gas (weißlich-gelb) und kühlerer Hülle (rot). Hier entstehen Heliumhydrid-Ionen (als Molekülsymbole dargestellt) Quelle: dpa/NIESYTO design

Forscher haben das erste nach dem Urknall entstandene Molekül im All nachgewiesen. Zuvor hatten sie Jahrzehnte nach den Heliumhydrid-Ionen gesucht. Der Nachweis könnte helfen, die frühe Entwicklung des Universums besser zu verstehen. Das berichtet ein Team um Rolf Güsten vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie im Fachmagazin „Nature“.

Heliumhydrid-Ionen waren die ersten Moleküle, die sich nach dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren im Universum bildeten. Obwohl die Existenz des Ions, eine Verbindung aus ionisiertem Wasserstoff und Helium, bereits 1925 im Labor gezeigt wurde, blieb es im All lange unauffindbar. „Es gab bislang einfach keine entsprechenden Detektoren“, sagte Astrophysiker Güsten.

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Weit mehr als zehn Jahre hätten seine Kollegen und er geforscht, um ein hochauflösendes Spektrometer zu entwickeln, das die individuelle Infrarotstrahlung des Moleküls im All aufspüren kann. Auch Forscher der Uni Köln waren beteiligt. Von einer zur fliegenden Sternwarte umgebauten Boeing 747 aus wurden schließlich die entscheidenden Messungen gemacht. Das Molekül fand sich in einem planetarischen Nebel etwa 3000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

„Wir hatten die Suche nach den Heliumhydrid-Ionen lange auf der Agenda. So etwas Bedeutendes wie das erste Molekül des Universums weckt natürlich den wissenschaftlichen Ehrgeiz“, sagte Güsten. Die Forscher erhoffen sich von der Entdeckung, chemische Reaktionen in der Frühphase des Universums kurz nach dem Urknall künftig besser modellieren zu können.

Das Fern-Infrarot-Spektrometer GREAT (German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) innerhalb der Druckkabine im Flugzeugobservatorium SOFIA, montiert am Teleskop-Flansch Quelle: dpa/Carlos Duran © dpa/Carlos Duran Das Fern-Infrarot-Spektrometer GREAT (German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) innerhalb der Druckkabine im Flugzeugobservatorium SOFIA, montiert am Teleskop-Flansch Quelle: dpa/Carlos Duran
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