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Gedankenlesen, Kälteschlaf, Cyborgs: Hier sind 9 Sciencefiction-Visionen, die gerade Realität werden

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 11.03.2020 Tristan Fiedler

Raumfahrt ist von Sciencefiction zur Selbstverständlichkeit geworden. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Raumfahrt ist von Sciencefiction zur Selbstverständlichkeit geworden.  

Sciencefiction-Filme waren schon immer voll von Visionen davon, wie die Zukunft aussehen könnte. Einige davon sind jetzt dabei, Wirklichkeit zu werden.

Zu Zeiten als noch Potsdam-Babelsberg – und nicht Hollywood – das weltweite Zentrum der Filmindustrie war, brachte der Sciencefiction-Film "Metropolis" (1927) erstmals die Vision von Robotern auf die Kinoleinwand. Inzwischen, ein knappes Jahrhundert später, sind diese längst Realität geworden.

Ähnlich war es mit dem sowjetischen Film "Aelita" (1924), der die bemannte Raumfahrt cineastisch vorwegnahm — fast ein halbes Jahrhundert, bevor Menschen tatsächlich begannen, ins All zu fliegen.

Und auch spätere Science-Fiction-Filme hatten teils sehr konkrete Visionen, wie die Zukunft aussehen könnte, und was in ihr alles möglich sein würde. Manche dieser Visionen sind jetzt im Begriff Wirklichkeit zu werden. Janosch Deeg hat in einem Artikel für Spektrum einige davon gesammelt, wir haben die Liste weiter ergänzt:

1. Virtuelle Realität

In einer virtuelle Realität herrschen andere physikalische Gesetze. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland In einer virtuelle Realität herrschen andere physikalische Gesetze.  

Im Sciencefiction-Klassiker "Matrix" verschmelzen die Wachowski-Geschwister bahnbrechende Spezialeffekte und Kameratechnik, fernöstliche Kung Fu-Anleihen und jede Menge christliche Symbolik mit einer Technik-Dystopie: Dem Hacker Neo wird bewusst, dass die Realität in der wir leben tatsächlich eine perfekte Computersimulation ist – die Matrix.

Gegen die berühmten Kamerafahrten in Zeitlupe, in denen selbst noch das Mündungsfeuer aus Neos Waffen bis ins Detail zu sehen ist, mutet heutige Virtuell Reality zwar noch an wie Minecraft an. Doch wenn man bedenkt in welcher Geschwindigkeit fotorealistische Grafik etwa bei Computerspielen Einzug erhält, dann scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis wir perfekte virtuelle Realitäten erzeugen können.

Bisher ist es noch schwer vorstellbar, dass eine VR nicht mehr von der Realität unterscheidbar ist, weil sie hauptsächlich Augen und Ohren anspricht. Doch längst arbeiten Forscher daran andere, haptische Sinneseindrücke zu simulieren, sodass sich bald schon virtuelle Gegenstände wie reale anfühlen könnten.

Und wer weiß, vielleicht ist das alles nur eine weitere perfide Illusion innerhalb der Matrix. Nicht nur Elon Musk glaubt nämlich, dass wir höchstwahrscheinlich in einer Computersimulation leben, auch Physiker diskutieren die sogenannte Simulationstheorie.

2. Laserschwerter

Gegen Laserschwerter bleiben sogar Laserpistolen nutzlos. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Gegen Laserschwerter bleiben sogar Laserpistolen nutzlos.

Kaum eine Sciencefiction-Saga ist so kultig wie "Star Wars" von George Lucas, kaum eine Waffe so ikonisch wie das Laserschwert der Yedi Ritter. Es taugt zur Abwehr im Nahkampf so gut wie zur Abwehr von Lasergeschossen und schneidet durch dicke Stahlpanzer wie ein warmes Messer durch Butter.

Zwar reichen die bisherigen Versuche ein Laserschwert nachzubauen noch nicht ganz an das filmische Vorbild heran, doch die Hindernisse dabei scheinen eher praktischer als theoretischer Natur zu sein. Auch an der Energieeffizienz muss noch gearbeitet werden. Ein Student der Leicester University hat errechnet, dass ein solche Waffe 7 Megawatt Energie bräuchte — mehr als doppelt so viel wie ein normales Windkraftwerk liefert.

Der Youtuber Styroporo hat sich deshalb zunächst mit einer Light-Version des Laserschwerts zufrieden gegeben: Sein Nachbau durchschneidet immerhin Papier und Klebeband. Das israelische Verteidigungsministerium dagegen hat zwar kein Laserschwert, dafür aber eine Laserkanone zur Abwehr von Raketen entwickelt.

3. Gedankenlesen

Gedankenlesen ist in greifbarer Nähe. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Gedankenlesen ist in greifbarer Nähe.

Ob der Film "Listening" von Khalil Sullins aus dem Jahr 2014 schon zu den Klassikern des Genres gezählt werden kann, sei mal dahingestellt. Doch der Film zeigt eindrucksvoll wie sich die Welt verändert, nachdem ein paar Studenten eine Technik entwickelt haben um Gedanken zu lesen.

Lange war das Gedankenlesen — auch Telepathie genannt — eine Spinnerei innerhalb der esoterischen Parapsychologie. Doch die Neurowissenschaft hat sich des Themas angenommen und kann bereits eindrucksvolle Ergebnisse vorzuweisen.

In einem von Facebook finanzierten Forschungsprojekt haben Wissenschaftler Patienten während einer Gehirnoperation Elektroden implantiert und versucht anhand der Gehirnsignale deren Gedanken zu decodieren: Die Probanden sollten an die Antwort denken, die sie auf eine einfache Frage geben wollten. In mehr als 60% konnte diese Technik die Antwort identifizieren.

Ein anderes Gerät namens AlterEgo kann die Signale auslesen, die unser Gehirn auch dann an die Stimmbänder schickt wenn wir stumme Selbstgespräche führen; und diese dann in Worte übersetzen. Daneben wirken selbst moderne Lügendetektoren — einst selbst Sciencefiction — ganz schön altertümlich.

4. Fliegende Autos

Fliegende Autos könnten die Verkehrsprobleme in großen Städten lösen. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Fliegende Autos könnten die Verkehrsprobleme in großen Städten lösen.

Seitdem die Menschheit in der Lage ist immer höhere Gebäude zu bauen, leben in Metropolen immer mehr Menschen auf immer engeren Raum zusammen. Doch die Verkehrsinfrastruktur ist immer noch auf Straßen angewiesen. In Luc Bessons Film "Das fünfte Element" ist dieser Missstand endlich behoben und die Kamera verfolgt einen von Bruce Willis gespielten Taxifahrer bei seinen waghalsigen Sturzflügen durch kilometertiefe Hochhausschluchten.

Tatsächlich einsatzfähige Fluggefährte für den Individualverkehr sind heute keine ferne Zukunftsvision mehr. Zahlreiche Unternehmen erproben bereits solche Gefährte — auch wenn diese optisch meistens eher an eine Mischung aus Drohne und Helikopter erinnern als an Autos. Im chinesischen Guangzhou sollen die Flugtaxis sogar schon dieses Jahr ihren Betrieb aufnehmen.

5. Künstliche Organe

Können menschliche Organe bald im Labor gezüchtet werden? © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Können menschliche Organe bald im Labor gezüchtet werden?

Im Jahr 2025 kann sich jedermann künstliche Organe einpflanzen lassen um sein Leben zu verlängern und diese per Kredit abstottern. Können die Schuldner nicht mehr zahlen, schickt der Organhersteller einen Schuldeneintreiber vorbei der ihnen die Leihgaben kurzerhand wieder abnimmt. Diese Dystopie entwirft der Film "Repo Men" von Miguel Sapochnik.

Die Herstellung künstlicher Organe macht heute tatsächlich riesige Fortschritte. 2019 ist es Forschern gelungen, funktionierende Herzklappen und andere Teile des menschlichen Herzens herzustellen – in einem 3D Drucker. Kurz zuvor gelang einem anderen Forscherteam die Herstellung einer künstlichen Lunge. Bleibt nur zu hoffen, dass die Organe unveräußerliches Eigentum ihrer Besitzer werden — und nicht vermietet.

6. Dinosaurier klonen

Ob auch ein T-Rex geklont werden sollte, müsste nochmal diskutiert werden. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Ob auch ein T-Rex geklont werden sollte, müsste nochmal diskutiert werden.  

Steven Spielberg ist ein Meister darin überraschende Thriller- und Horror- Elemente in seine Filme einzubauen. Statt von den ewig gleichen Außerirdischen oder Zombies ist die Welt in "Jurassic Park" nämlich von Dinosauriern bedroht. Im Film ist es einem Wissenschaftler gelungen diese mit Hilfe moderner Gentechnik als Touristenattraktion wieder zum Leben zu erwecken.

Was dem Zuschauer 1993 wohl noch ziemlich abwegig erschien, rückt heute den Bereich des Denkbaren. Schon vor sieben Jahren gelang es Forschern Embryonen einer ausgestorbenen Froschart zu klonen. In einem anderen Fall ist ein solcher Klon auch geboren worden — allerdings kurz darauf  wieder verstorben.

Die Technik ist also offensichtlich noch nicht ausgereift. Doch sofern intaktes DNA-Material vorhanden ist — und in den Permafrostböden der Welt dürften einige gut erhaltene Urtiere konserviert sein — scheint die Auferstehung der Toten nicht mehr ausgeschlossen zu sein.

Ob Dinosaurier die ersten Kandidaten wären, ist allerdings eher fraglich: Nicht nur weil "Jurassic Park" gezeigt hat, dass es nicht umbedingt eine gute Idee wäre, sondern auch weil deren DNA nach Jahrmillionen in Bruchstücke zerfallen ist, die sich nicht ohne weiteres zusammenfügen lassen – noch.

7. Selbstbewusste Maschinen

Können Maschinen von ihren Schöpfern unabhängig werden? © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Können Maschinen von ihren Schöpfern unabhängig werden?

Die Idee einer sich gegenüber dem Menschen verselbstständigenden Maschine ist eines der klassischsten Themen der Sciencefiction; von iRobot und Westworld hin zu HAL 9000, der selbstbewussten KI aus Stanley Kubricks Meisterwerk "2001: Odyssey im Weltall". Dort entwickelt der Bordcomputer eines Raumschiffes ein Eigenleben und heckt einen Plan aus – der erheblich von dem seiner Entwickler abweicht.

Der Film aus dem Jahr 1968 gilt vielen als bester seines Genres und begeistert bis heute mit seinen nie da gewesenen Spezialeffekten, der ersten realistischen Darstellung der Raumfahrt und dem vielleicht offensten Ende der Kinogeschichte. Damals — zu Zeiten als es noch nicht einmal PCs gab — waren Maschine Learning und Künstliche Intelligenz reine Zukunftsmusik. Inzwischen hat sich das geändert. Doch KI ist bislang immer noch von ihren Programmierern abhängig, und selbstbewusste Intelligenz damit momentan ein menschliches Alleinstellungsmerkmal.

Doch an der Columbia University haben Wissenschaftler kürzlich einen Roboter-Arm, der darauf programmiert ist Objekte hochzuheben und an einer anderen Stelle wieder abzulegen, mit einem Fortsatz "verkrüppelt". Dem Roboter gelang es jedoch sein Selbstmodel ohne zusätzliche Programmierung anzupassen, sodass er seine Aufgabe weiterhin erfüllen konnte: Er verstand also gewissermaßen, dass er ein anderer geworden war. Laut den Forschern könnten das die ersten rudimentären Formen von Selbstbewusstsein sein.

8. Kälteschlaf

In flüssigem Stickstoff eingefroren soll die Zeit dem Körper laut den Anhängern der Kryonik nichts mehr anhaben können. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland In flüssigem Stickstoff eingefroren soll die Zeit dem Körper laut den Anhängern der Kryonik nichts mehr anhaben können.

In Ridley Scotts sechsteiligem Sciencefiction-Epos "Alien" werden die Weltraumreisenden eingefroren, und am Ziel angekommen wieder aufgetaut: So lassen sich beliebig lange intergalaktische Reisezeiten überbrücken und die Zeit kann den schlafenden Körpern nichts mehr anhaben. 

Dieser Kälteschlaf — auch Kryonik genannt— ist heute bereits mit einfachen Lebewesen wie Fadenwürmern möglich. Bei Menschen hingegen steht die Wissenschaft noch vor großen Herausforderungen; so müsste beispielsweise alles Blut durch Frostschutzmittel ersetzt werden. Dennoch sind wir der Unsterblichkeit, dem wohl ältesten Traum der Menschheit, näher als jemals zuvor.

Das US-Unternehmen Alcor Life Extension Foundation hat eigenen Angaben zufolge bereits die Körper von 172 Menschen und 33 Haustieren nach ihrem Tod in einen Kälteschlaf versetzt: Darin verharrend erwarten sie das Auferwecken durch die Medizin der Zukunft.

9. Cyborgs

Hoffentlich werden die Cyborgs künftig wie Alex Murphy für Recht und Gesetz kämpfen. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Hoffentlich werden die Cyborgs künftig wie Alex Murphy für Recht und Gesetz kämpfen.

Der Polizeibeamte Alex Murphy stirbt im Einsatz auf grausame Weise. Gleichzeitig haben die schon entwickelten Polizei-Roboter viele gefährliche Fehlfunktionen. Was wäre naheliegender als den Menschen und den Roboter zu einem Cyborg zu vereinigen? Der so entstandene RoboCop lehrt die Verbrecher das Fürchten. Seit dem sind Cyborgs nicht mehr aus der Popkultur wegzudenken.

17 Jahre nach Erscheinen des Films von Verhoeven hat im ganz realen Leben der farbenblinde Neil Harbisson sich dauerhaft eine Antenne n seinen Schädel implantieren lassen. Diese hilft ihm Farben zu hören. Als er versuchte seinen Pass zu verlängern, teilten ihm die Behörden zunächst mit, dass sein Passfoto nicht zulässig sei, da es ein elektronisches Gerät zeige. Nach langer öffentlicher Diskussion akzeptierte die Regierung schließlich die Antenne als Teil von Harbissons Körper: Somit wurde er 2004 zum ersten anerkannten Cyborg der Geschichte.

Technisch gesehen sind heute viele Menschen schon Cyborgs: Denn wenn eine Maschine dauerhaft zum Körper eines Menschen gehört — wie etwa bei einem Herzschrittmacher — qualifiziert man sich als solcher. Doch daneben gibt es eine ganze Szene von Biohackern und Cyborg-Enthusiasten die aktiv daran arbeiten ihren Körper mit Technik zu verschmelzen; von künstlichen Gliedmaßen über Sensoren bis zu Speicherchips.

Dima Zel/shutterstock © Dima Zel/shutterstock Dima Zel/shutterstock
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