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Genetisches Geheimnis des Safran entschlüsselt

dw.com-Logo dw.com 17.03.2019 Sophia Wagner

Safran ist - wohl dosiert - eine Bereicherung für unsere Gesundheit. Bisher war die Zucht des Safran-Krokus allerdings schrecklich kompliziert, das Gewürz extrem teuer. Das könnte sich mit dieser Entdeckung ändern.

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Nur wenige wissen wahrscheinlich, dassder Safran überhaupt ein Geheimnis hat. Tatsächlich aber ist dieses Geheimnis für den hohen Preis des Gewürzes verantwortlich: Es ist das teuerste Gewürz der Welt. Bis zu 30.000 Euro bringt das Kilogramm auf dem Weltmarkt.

Der hohe Preis erklärt sich durch die mühsame Zucht und zeitaufwendige Ernte. Denn Safran wird nur aus den Blütenfäden einer bestimmten Krokus-Art gewonnen. Jede der Blüten enthält genau drei der kostbaren Gewürzfäden, die vorsichtig per Hand zwischen den lila Blütenblättern heraus präpariert werden müssen.

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Das klingt schon schwierig. Doch bereits die Zucht dieses Krokus ist schrecklich kompliziert. Das liegt daran, dass die Pflanze ein steriler Klon mit einem dreifachen Chromosomensatz ist. Weil diese Chromosomen bei einer Bestäubung nicht gleichmäßig aufteilt werden können, ist der Safran-Krokus quasi unfruchtbar. Deshalb kann er seit Jahrtausenden nur durch die Teilung der Knollen vermehrt werden.

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Teuer, lecker und gesund: Safranfäden © picture-alliance/Arco/J. Pfeiffer Teuer, lecker und gesund: Safranfäden

Quasi unfruchtbar

Das könnte sich jetzt aber ändern. Denn Wissenschaftler der TU-Dresden habe das Rätsel gelöst, das Botanikern jahrzehntelang Kopfzerbrechen bereitet hat: Sie haben die Eltern der weltweit identischen Krokusklone gefunden. Adam und Eva des Safrans, sozusagen.

Entgegen der bisherigen Vermutung stammen die beiden Elternindividuen nicht aus verschiedenen Arten, sondern gehören zur gleichen Ursprungsart, einem griechischen Wildkrokus mit einem zweifachen Chromosomensatz. Bei der Paarung der genetisch leicht unterschiedlichen Pflanzen wurden statt zwei Chromosomenpaaren drei übertragen, und da war er: der Safran-Krokus.

Nachdem die Forscher die Ursprungsart identifiziert haben, hoffen sie in Zukunft neue, ertragreichere Safran-Typen züchten zu können. Nicht nur für Hobbyköche wären das gute Neuigkeiten. Denn Safran ist mehr als nur ein Gewürz. Es ist ein gesundes Gewürz.

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Bestäubung nützt hier nicht viel. Der Safran-Krokus vermehrt sich durch die Teilung der Knollen © Imago/Depo Bestäubung nützt hier nicht viel. Der Safran-Krokus vermehrt sich durch die Teilung der Knollen

Die Dosis macht's

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Safran sich beispielsweise positiv auf die Psyche auswirken kann und gegen Depressionen hilft. Durch eine hohe Konzentration an Antioxidantien wie Crocin und Safranal wirkt Safran außerdem als Zellschutz.

Mehr noch: Laut einer Studie aus dem Jahr 2008 ist Safran außerdem ein Aphrodisiakum. Zumindest für männliche Ratten.

Aber auch Menschenfrauen tut Safran gut, selbst, wenn sie ihn nicht essen. In einer Studie konnte schon das Riechen des Gewürzes kann dabei helfen typische Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS) zu lindern.

Wie mit fast allem, sollte man es auch mit Safran nicht übertreiben. Es gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. So kann Safran ab einer Menge von 60mg/kg Körpergewicht auch schädliche Wirkungen auf haben.

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Autor: Sophia Wagner

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