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Studie: Smartphone-Licht macht Appetit auf Süßes

dw.com-Logo dw.com 22.07.2019 Hannah Fuchs
© picture-alliance/dpa/TASS/S. Bobylev  

Heute wieder zu lange aufs Smartphone oder den Computerbildschirm gestarrt? Dann zügeln Sie sich bitte! Das blaue Licht kann Heißhunger auf Süßes auslösen – jedenfalls bei Ratten. Diese Verbindung belegt nun eine Studie.

Das blaue Licht von Smartphone und Co. tut unserem Biorhythmus nicht wirklich gut. Das mag keinen mehr überraschen.

Wir haben spezielle Sinneszellen, die auf das kühlweiße Licht reagieren und die den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers steuern. Während das natürliche Licht in den Abendstunden eigentlich schwächer und gelblicher wird, verzögert das Licht vom Smartphone etwa die Melatoninproduktion. Das Resultat: Wir können schlechter einschlafen, schlafen weniger tief und fühlen uns am nächsten Tag nicht ausgeruht.

Doch das nehmen wir eben in Kauf – und starren munter weiter auf die Displays von Smartphone, Tablet und Computer. Wer braucht schon Schlaf, wenn man 24/7 online sein kann. Jedenfalls dürfte das auf den Großteil von uns zutreffen, behaupten wir mal. Kleiner Lesetipp für alle Smombies an dieser Stelle: Smartphone-Sucht: Gönnt euch doch mal 'ne Pause!

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Doch kommen wir auf den Punkt. Das blaue Licht löst sogar noch etwas anderes aus: Hunger auf Süßkram. Zucker-Jieper olé!

Eine neue Studie zeigt, dass Ratten, die abends eine Stunde lang blauem Licht ausgesetzt sind, mehr Zucker konsumieren. Daher steigt ihr Blutzuckerspiegel und die Glukosetoleranz verändert sich. Diesen Zusammenhang hat ein Forscherteam unter der Leitung von Anayanci Masís-Vargas und Kollegen von der Universität Straßburg und der Universität Amsterdam bei männlichen Ratten nachgewiesen.

Blaue Lichtbelästigung

Die Studie wurde auf der Jahreskonferenz der Society for the Study of Ingestive Behavior (SSIB) in Utrecht, Niederlande, vorgestellt.

Bei ihrer Untersuchung stellte das Team den Rhythmus der eigentlich nachtaktiven Laborratten um, um die Vergleichbarkeit mit dem Menschen gegenüber Licht besser zu simulieren. Das heißt, die Tiere waren tagsüber wach und schliefen nachts. Die Gemeinheit der Forscher: Sie setzten die Ratten nachts eine Stunde dem störenden weißblauen Licht aus.

Dazu bekamen die Ratten die Möglichkeit, zwischen einem ausgewogenen Mitternachtssnack zu wählen – kurzum: ihrem ganz normalen Nagetierfutter – oder aber, eine Mischung aus Wasser, Schmalz und Zuckerwasser vorzuziehen. 

Die Forscher beobachteten, dass die männlichen Tiere in der Nacht, in der sie blauem Licht ausgesetzt waren, mehr Zucker tranken als in den Nächten ohne blaues Licht.

Lecker Zucker!

Zudem bestätigte ein Zuckerbelastungstest im Anschluss, dass die Glukosetoleranz bei den männlichen Ratten verändert war – ein Warnzeichen für Prädiabetes. Hiervon sprechen Ärzte, wenn die Zuckerwerte zu hoch sind.

Bereits frühere Forschungen hatten zudem schon eine starke Verbindung von Fettleibigkeit und künstlichem Licht bei Nacht gezeigt. Der Grund: Ein Großteil des künstlichen Lichts, dem wir heute ausgesetzt sind, stammt von LED-Leuchten und LED-Bildschirmen, die ein hohes Maß an blauem Licht abgeben. Die Netzhautzellen des Auges reagieren besonders empfindlich auf dieses blaue Licht und leiten Informationen direkt an die appetitanregenden Bereiche des Gehirns weiter.

Tipp: Konsequent sein

Das Fazit der Forscher: Diese und andere Studien zeigen deutlich, dass insbesondere blaues Licht in der Nacht störend ist und dass die Verwendung des Bildschirms in der Nacht unsere Jieper auf süße Lebensmittel erhöhen kann und unsere Fähigkeit, diesen Zucker zu verarbeiten, insbesondere bei Männern, beeinträchtigt.

Obwohl die Ratten nach nur einer Nacht Lichtaussetzung getestet wurden, könnte dies über einen längeren Zeitraum zu Gewichtszunahme und Diabetes führen, so die Forscher.

"Die Begrenzung der Zeit, die wir nachts vor den Bildschirmen verbringen, ist vorerst die beste Maßnahme, um uns vor den schädlichen Auswirkungen des blauen Lichts zu schützen", sagt Masís-Vargas.

Falls es unbedingt notwendig sei, nachts Geräten ausgesetzt zu sein, empfiehlt er spezielle Apps und Funktionen, die einen Nachtmodus auf den Geräten aktivieren. Diese lassen die Bildschirme orange und weniger blau erscheinen. Eine weitere Möglichkeit sei die Verwendung von Blaufilterbrillen, die bereits auf dem Markt erhältlich sind.


Autor: Hannah Fuchs

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