Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Besseres Bild für 150 Euro – wie gut sind die günstigen GoPro-Alternativen?

WELT-Logo WELT 05.12.2019 Jan Becker
Mit der Hero8 hat der Hersteller GoPro kräftig nachgelegt Quelle: GoPro © GoPro Mit der Hero8 hat der Hersteller GoPro kräftig nachgelegt Quelle: GoPro

Radtour, Bergsteigen oder eine Runde mit dem Gleitschirm – es ist schön, Erlebtes im Foto- und Videoformat festzuhalten. Und das, ohne sich unterwegs Sorgen um das Smartphone oder die Systemkamera zu machen. Für gefährliche, sportliche oder auch alltägliche Einsätze gibt es Action-Cams: robuste kleine Kameras, wasserdicht und hart im Nehmen.

Der Klassenprimus kam bisher und kommt erneut von GoPro. Da müssen sich die anderen Hersteller warm anziehen! Ob das durch seine Drohnen bekannte Unternehmen DJI mithalten kann? Wie schlagen sich Sony und Rollei? Und was bekommt man bei günstigen Action-Cams? Das alles zeigt der Test von „Computer Bild“.

Action Cams sind leicht und strapazierfähig

Die handlichen Videokameras sind wunderbar unkompliziert und flexibel: Sie wiegen gerade einmal um die 100 Gramm, verschwinden in praktisch jeder Hosentasche und sind mit zwei bis drei Tasten oder gar einem Touchscreen simpel zu bedienen. Die Technik ist überaus widerstandsfähig, da Action-Cams keine bewegte Mechanik wie Zoom-Objektive haben.

Mit der Hero8 hat der Hersteller GoPro kräftig nachgelegt © GoPro Mit der Hero8 hat der Hersteller GoPro kräftig nachgelegt

Oft stehen immerhin zwei oder drei Bildwinkel zur Auswahl – von sehr weit bis etwas weiter. Die großen Winkel lassen Bewegungen in Blickrichtung dynamischer wirken und erleichtern die Ausrichtung der Kamera.

Es genügt, sie grob in Fahrtrichtung zu halten, trotzdem befindet sich alles im Bild. Damit ist ein Farbdisplay zur Motivvorschau eigentlich verzichtbar. Die Aufnahme starten und stoppen – das ist es fast schon, was Abenteuerfilmer an den Cams einstellen.

Verbindung zwischen Action-Cam und Smartphone

Action-Kameras inklusive WLAN verbinden sich via Funknetzwerk mit einem Handy. So sehen Nutzer das Videobild auf dem Smartphone-Bildschirm – praktisch, um die Cam zu justieren – und steuern die Kamera per App. Je nach Modell lassen sich die Filme auf dem Handy speichern und dort bearbeiten oder auf Videoplattformen wie YouTube hochladen.

Mit wenigen Fingertipps ändert man die Einstellungen der Cams, etwa die Auflösung von 4K auf Full HD. In den Apps ist das häufig übersichtlicher als an den winzigen Kameradisplays.

GoPro für Perfektionisten

Die GoPro Hero7 Black ist wieder ganz vorn dabei – und die GoPro Hero8 Black noch ein Stückchen weiter vorn. Der „Computer Bild“-Test des aktuellen Modells zeigt, warum: Die Bildqualität ist sehr detailreich und scharf, schnelle Bewegungen nimmt die Action-Cam dank 60 Bildern pro Sekunde flüssig auf, und der Hypersmooth-Bildstabilisator in Version 2.0 bügelt nahezu jede Bodenwelle aus. Das Videobild sehen Sie auf dem Touchscreen oder dem per WLAN verbundenen Smartphone.

Mit der Hero8 hat der Hersteller GoPro kräftig nachgelegt Quelle: GoPro © GoPro Mit der Hero8 hat der Hersteller GoPro kräftig nachgelegt Quelle: GoPro

Spannende Neuigkeit: Nutzer erweitern die Hero8 mit den sogenannten Mods um ein Mikrofon, ein zweites Display oder eine LED-Leuchte. In die Kamera ist eine Halterung integriert, ein extra Gehäuse damit überflüssig.

Ein Richtungssensor (Gyroskop) und ein Beschleunigungssensor sammeln die Bewegungsdaten des Trägers. Die gefahrene Geschwindigkeit oder gar die Route lässt sich per App im Video anzeigen; das bot bereits die Hero7 Black und davor nur die Garmin Virb Ultra 30.

Die neue Alternative zur GoPro

Die kam überraschend: Die DJI Osmo Action ist die erste Action-Cam des Drohnenherstellers, der unter anderem mit der DJI Mavic 2 Pro sein Geld verdient. Und die Neue schlug ein wie eine Bombe: schickes Metallgehäuse, knackige Videoaufnahmen in 4K und mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde (fps), wasserdicht bis elf Meter, Sprachsteuerung und einfache Bedienung.

Einfach mehr sehen: Mit dem zweiten Display auf der Vorderseite der Osmo Action sind Selfies deutlich einfacher Quelle: DJI © DJI Einfach mehr sehen: Mit dem zweiten Display auf der Vorderseite der Osmo Action sind Selfies deutlich einfacher Quelle: DJI

Toll: Die Osmo Action hat neben dem großen Touchscreen auf der Rückseite ein zweites Farbdisplay auf der Vorderseite. Das zeigt auch das Livebild an – was sich in der Praxis als sehr hilfreich erwies. GPS hat DJI bei der Osmo nicht mit eingeplant, und die Akkulaufzeit fiel mit 84 Minuten etwas kürzer aus als bei der GoPro Hero7 Black.

Günstige GoPro-Modelle

Wer unbedingt eine GoPro, aber möglichst wenig ausgeben will, greift zur GoPro Hero (2018). Die sieht aus wie die teureren Modelle des Herstellers, filmt jedoch nicht in 4K-Auflösung. Dafür liefert sie die besten Full-HD-Aufnahmen in dieser Preisklasse, mit knackigen Details. Touchscreen und Sprachsteuerung besitzt sie ebenso wie eine ordentliche Akkulaufzeit von 105 Minuten.

Die günstigen GoPros im Test (von links nach rechts): Hero 2018, Hero7 Silver, Hero7 White Quelle: GoPro © GoPro Die günstigen GoPros im Test (von links nach rechts): Hero 2018, Hero7 Silver, Hero7 White Quelle: GoPro

Alternativ steht die GoPro Hero7 White von 2019 zur Verfügung, die allerdings im Test nicht so gut abschnitt wie das 2018er-Modell. Wer 4K-Videos für kleines Geld möchte, greift zur GoPro Hero7 Silver. Weiterer Vorteil der GoPros: Das Zubehörangebot des Herstellers und von Drittanbietern ist gewaltig. Auch der Gebrauchtmarkt hält die eine oder andere Perle bereit, wie die GoPro-Übersicht zeigt.

Sonys Go-Pro-Alternativen im Vergleich

So gut die GoPros sind: Schnäppchen sind sie nicht. Der Test von „Computer Bild“ beweist, dass es außerhalb ihres Universums interessante und vor allem preisgünstige Alternativmöglichkeiten gibt. Die kleine Sony HDR-AS50 beispielsweise bietet ebenfalls Zeitraffer- und Serienbildaufnahmen.

Die Bildqualität in Full-HD-Auflösung ist bis auf Farbsäume an Kontrastkanten sehr ordentlich. Nur in dunklen Partien fehlen Details. Der Ton war im Test gut ausgesteuert, wenn auch mit etwas wenig Tiefen garniert.

Für den Preis von rund 160 Euro (Stand: 21. November 2019) bekommen Sie mit der HDR-AS50 eine unterm Strich gut ausgestattete Action-Cam mit beachtlicher Bildqualität.

Die Sony FDR-X3000R liefert Top-Videoqualität und hat einen tollen Bildstabilisator Quelle: Sony © Sony Die Sony FDR-X3000R liefert Top-Videoqualität und hat einen tollen Bildstabilisator Quelle: Sony

Falls perfekte Videos wichtiger als der Kontostand sind, führt kaum ein Weg an der Sony FDR-X3000 vorbei. Die Aufnahmen sind qualitativ top, vor allem ist der optische Bildstabilisator eine Wucht. Damit gelingen unverwackelte, souveräne Clips selbst in heftigem Getümmel. Praktisch ist die mitgelieferte Armband-Fernbedienung mit Farbbildschirm. Er zeigt die Motivvorschau, womit der Filmstart leichter gelingt als an der Kamera.

Action Cams von viel günstigeren Anbietern

Die großen Action-Cam-Hersteller bekommen von viel günstigeren Anbietern Gegenwind: Die GoXtreme Black Hawk+ 4K für rund 150 Euro (Stand: 21. November 2019) fiel im Test mit toller Ausstattung auf. Die Kamera filmt in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde, hat allerdings keinen Touchscreen. Besitzer steuern sie über Tasten am Gerät oder über die Smartphone-App.

Überraschung im Test: Die GoXtreme lässt so manche gestandene Action-Cam hinter sich Quelle: GoXtreme © GoXtreme Überraschung im Test: Die GoXtreme lässt so manche gestandene Action-Cam hinter sich Quelle: GoXtreme

Die Überraschung: Ihre Videos schnitten im Sichttest minimal besser ab als die der GoPro Hero7 Silver. Mit 79 Gramm ist sie sehr leicht. Die Akkulaufzeit ist mit 90 Minuten etwas kurz.

Die preiswerten Action Cams von Rollei

In einer ähnlichen Preisklasse ist die Rollei Actioncam 430 angesiedelt, deren Bildqualität hält aber nicht mit. Auf der Habenseite führt sie ein pralles Zubehörpaket an. Interessanter ist die deutlich günstigere Rollei Actioncam 550 Touch, ebenfalls mit reichlich Zubehör im Lieferumfang, Fernbedienung und Fahrradhalterung inklusive.

Erfreuliches Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Rollei Actioncam 550 Touch gefiel im Test mit ordentlichen Videos und guter Ausstattung Quelle: Rollei © Rollei Erfreuliches Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Rollei Actioncam 550 Touch gefiel im Test mit ordentlichen Videos und guter Ausstattung Quelle: Rollei

Allerdings liefert sie nicht bessere Qualität: Gleichmäßigen Bewegungen, etwa mit dem Fahrrad auf der Straße, fehlt es an Bildruhe. Und die Kamera kommt mit suboptimalen Lichtverhältnissen weniger gut zurecht – da sehen Videos recht düster und detailarm aus.

Gut wiederum: Auf der Rückseite haben beide Rollei-Modelle einen Farbmonitor für Menü und Motivvorschau, bei der 550er ist es ein Touchscreen zur einfacheren Bedienung.

Drift hat den Akku-Dauerläufer

Im Test fiel die Drift Ghost X gleich bei zwei Punkten positiv auf. Erstens erzielte der Akku die längste Laufzeit aller bisher von „Computer Bild“ getesteten Action-Cams: Stolze fünf Stunden und 51 Minuten schaffte die Kamera, ehe die Lichter ausgingen.

Das Preisvergleichsportal Idealo.de hat die Nachfrage im Action-Cam-Markt analysiert: Hersteller GoPro liegt mit großem Abstand vorn Quelle: Idealo © Idealo Das Preisvergleichsportal Idealo.de hat die Nachfrage im Action-Cam-Markt analysiert: Hersteller GoPro liegt mit großem Abstand vorn Quelle: Idealo

Zweitens punktet sie mit einer drehbaren Optik. Damit richten Sportler den Horizont selbst aus, wenn sie das Gerät schief befestigt haben. Mit einer durchwachsenen Videoqualität und ohne großes Display verliert es jedoch den Anschluss an die Konkurrenz – und reiht sich am Ende der Action-Cam-Bestenliste ein.

Action Cams von Garmin für Sportler

Die Besonderheit der Garmin Virb Ultra 30: Sie zeichnet während der Aufnahme Geschwindigkeit, zurückgelegte Distanz und Höhe auf – die Daten binden Nutzer mit der kostenlosen Garmin-Software ins Video ein. Zusätzlich ist beispielsweise ein Herzfrequenzsensor koppelbar.

Nah am Puls: Die Garmin Virb Ultra 30 lässt sich mit einem Herzfrequenzsensor koppeln Quelle: Garmin © Garmin Nah am Puls: Die Garmin Virb Ultra 30 lässt sich mit einem Herzfrequenzsensor koppeln Quelle: Garmin

So sehen sportlich Betätigte später in ihrem Action-Clip, wo der Puls auf 180 ging. Die Bildqualität mit etwas weniger knalligen Farben als bei GoPro ist gut, die Bedienung per Touchscreen und Sprachsteuerung recht einfach.

Action-Cam-Zubehör

Große Unterschiede gibt es beim Zubehör, das den Videokameras beiliegt. Einige Hersteller knausern mit dem Befestigungsmaterial. Andere packen Halterungen für Helme, Fahrradlenker und vieles mehr in die Kartons. Sofern die Action-Cam nicht wasserdicht ist, liefern die Anbieter Unterwassergehäuse mit. Jede Menge weiteres Zubehör ist bestellbar.

Wer die Kamera etwa aufs Surfboard kleben will, bekommt passende Halteplatten. Sogar Klammern zur Befestigung an Jagdgewehren sind erhältlich. Einige wenige Modelle haben ein normales Stativgewinde für die Halterungen, die meisten fixiert eine Schraube aus dem Befestigungszubehör und eine kleine Gabel am Unterwassergehäuse. Daher passt oft das für GoPro-Kameras angebotene Zubehör auch für die Action-Cams von anderen Herstellern.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von WELT

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon