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Huawei MediaPad M5 im Test: Die Möchtichgern-Alternative zum iPad

netzwelt-Logo netzwelt 09.06.2018 Michael Knott

Verkehrte Welt! Huawei hat mit dem MediaPad M5 ein Android-Tablet im Programm, das nicht nur auf den ersten Blick mindestens genauso edel wie das iPad 6 aussieht - es ist auch noch teurer. Im Test stellen wir aber schnell fest, dass das erstarkte Selbstbewusstsein des chinesischen Herstellers nicht aus der Luft gegriffen ist.

Inhalt

Das MediaPad M5 gibt es für 400 Euro, für die an dieser Stelle getestete LTE-Variante sind 450 Euro fällig. Online erhaltet ihr das Android-Tablet ein wenig günstiger. Doch damit sind die Zeiten, in denen "China-Tablets" nur ein Bruchteil eines Apple iPads oder Samsung Galaxy Tab kosteten, wohl endgültig vorbei. Wer will, kann im Preis auch ein Indiz für das längst erstarkte Selbstbewusstsein des chinesischen Herstellers sehen, denkt dabei aber zu weit. Mit dem MediaPad M5 hat Huawei einfach ein richtig gutes Android-Tablet am Start. Dass dies seinen Preis hat, sollte weniger verwundern.

Wer kauft's?

Das MediaPad M5 hat einen 10,8 Zoll großen Bildschirm, fühlt sich in der Hand auf Grund des Bildschirmformates von 16:10 aber kompakter als das iPad Pro mit 10,5-Zoll-Bildschirm an. Da es sehr gut verarbeitet und leistungsfähig ist, bietet es sich tatsächlich als potente Alternative zum Apple iPad 6 an, das es ab 350 Euro gibt. Wer also ein iPad sucht, mit Apple oder iOS aber nichts am Hut haben möchte, sollte sich das Testgerät genau anschauen. Vielleicht auch, weil der Markt für hochwertige Tablet-PCs immer dünner wird.

Design und Verarbeitung: Interessanter Home Button

Das Huawei MediaPad M5 ist rundum hochwertig. Wie schon beim MediaPad M3 können wir keine auffälligen Spaltmaße finden. Aufwändig geschliffene Kanten, mit einem scheinbar fließenden Übergang zum Display wecken Begehrlichkeiten. Mit einem Gewicht von 506 Gramm (LTE-Variante) ist es kein Leichtgewicht. Dennoch kann man den Flachcomputer für einige Zeit gut in einer Hand halten.

Egal wie sehr wir auch versuchen, den Tablet-PC zu verbiegen und zu verwinden - das Testgerät gibt keinen Laut von sich. Und selbst das Display zeigt erst auf sehr starken Druck hin die typischen Regenbogenfarben. Uns gefällt, was wir sehen. Ungewöhnlich ist die Position des Home Buttons an der rechten Tablet-Seite, hier hat Huawei mitgedacht.

Wenn ihr das Tablet mit beiden Händen im Quermodus haltet, fällt der Daumen der rechten Hand wie von selbst an diese Stelle. Außerdem scannt der allein auf Berührung reagierende Sensorstreifen nicht nur euren Fingerabdruck, sondern die Fläche lässt sich mit weiteren Funktionen belegen. So ruft ihr etwa die Taskübersicht auf, wechselt zum Startbildschirm oder blättert eine Seite zurück. Letzteres funktioniert auch im Browser und ist in der Praxis sehr angenehm.

An der Seite des Aluminiumgehäuses finden wir einen USB Type C-Port sowie Tasten zur Lautstärkeregulierung und zum Einschalten des Tablets. Letzteres könnt ihr aber auch über die Sensorfläche bewerkstelligen. Alle Tasten sitzen akkurat im Gehäuse und bieten einen exakten Druckpunkt. Darüberhinaus gibt es noch einen microSD-Kartenslot. Der Kartenschlitten bietet in unserem Fall zusätzlichen Platz für eine microSIM-Karte.

Display

Stolze 2.560 x 1.600 Pixel tummeln sich auf der 10,8 Zoll messenden Anzeige des Huawei MediaPads. Daraus resultiert eine sehr scharfe Darstellung von Inhalten. Subjektiv haben wir auch an Farbtreue und Kontrast nichts auszusetzen. Wie bei den meisten anderen Tablet-PC-Displays spiegelt auch der Touchscreen des Testgerätes ordentlich. Die maximal mögliche Helligkeit schafft es nicht, diese Spiegelungen in jeder Situation zu überstrahlen, was bei einem Einsatz im Freien störend ist.

Die Ausleuchtung erfolgt sehr gleichmäßig. Störende Lichthöfe können wir auch bei der vollflächigen Darstellung von Schwarz nicht feststellen. Die automatische Anpassung der Helligkeit klappt im Test gut - zu einem nervenden Pulsieren der Luminanz kam es im Testzeitraum nicht. Das MediaPad bietet verschiedene Farbmodi, die aktiven Einfluss auf die Bilddarstellung nehmen (Normal und Lebhaft) sowie einen eingebauten Augenschonmodus. Insgesamt hinterlässt der Touchscreen bei uns einen sehr guten Eindruck, da es auch aus sehr spitzen Betrachtungswinkeln nicht zu Farbverfälschungen kommt.

Leistung und Akkulaufzeit: Mehr als ausreichend Rechenkraft

Die vom Hersteller selbst entwickelte Kirin 960s-CPU mit acht Kernen demonstriert im MediaPad M5 eindrucksvoll ihre Stärke. Sämtliche von uns ausprobierten Apps öffnen sich zügig und auch für Spiele eignet sich das Testgerät sehr gut. Zum einen, weil die Leistung auf hohem Niveau ist, zum anderen, weil Huawei softwareseitig Spielernaturen entgegenkommt.

So gibt es etwa die Huawei Game Suite. Hier lassen sich nicht nur eingehende Anrufe oder Hinweistöne sperren, wenn ihr spielt. Auch könnt ihr im so genannten Leistungsmodus die Rechenleistung für Spiele optimieren, was jedoch einen höheren Stromverbrauch zur Folge hat. Mit vier Gigabyte RAM arbeitet das edle Huawei-Tablet im Alltag auf einem vergleichbaren Geschwindigkeitsniveau, wie das Apple iPad 6. Über mangelnde Performance braucht ihr euch die kommenden drei Jahre sicherlich keine Gedanken machen. Die Wärmeentwicklung des Aluminiumgehäuses bleibt dabei stets im erträglichen Rahmen.

Unter dem Aluminiumgehäuse, das sich ohne Spezialwerkzeug nicht öffnen lässt, steckt ein nicht wechselbarer Akku. Dessen Kapazität von 7.500 Milliamperestunden verspricht lange Laufzeiten, die wir im Test größtenteils bestätigen können. Bei gekappten Funkverbindungen und mittlerer Bildschirmhelligkeit gingen bei konstanter Videowiedergabe erst nach rund zwölfeinhalb Stunden die Lichter aus und das Tablet verlangte nach einem Stromanschluss. Dort ist es über den USB Type C-Port mit Unterstützung für QuickCharge rasend schnell aufgeladen. Länger als zwei Stunden musste es bei uns nie an der Steckdose hängen.

Multimedia: Vier Lautsprecher, gute Kameras

Im Gegensatz zum iPad ragt die Kamera auf der Rückseite des MediaPads ein gutes Stück weit aus dem Gehäuse heraus. Dafür dürft ihr aber mit vergleichsweise guten Aufnahmen rechnen. Der Sensor der rückseitigen Hauptkamera löst mit 13 Megapixeln auf und liefert Bilder, die sich durchaus für mehr als nur zur Verwendung in Sozialen Netzwerken eignen. Das gilt jedoch nur bei Tageslicht. Bei schummrigem Kunstlicht oder wenig Helligkeit zeigen die Testaufnahmen schnell starkes Bildrauschen.

Sehr kräftig tönen die insgesamt vier Lautsprecher, die Huawei rund um das Gehäuse verteilt. Auch Apple baut vier Speaker ein, jedoch nicht im günstigen iPad sondern nur in den Modellen der Pro-Reihe. Wenig verwunderlich, dass das aktuelle Testgerät bei Bedarf nicht nur lauter ist, sondern auch besser als das iPad der sechsten Generation klingt. Bei der Wiedergabe eines Filmes solltet ihr dennoch besser vernünftige Kopfhörer anschließen, um ganz ins Geschehen eintauchen zu können.

Das ist und sonst noch aufgefallen

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