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Coronavirus aktuell: Über 70.000 Infizierte in China – Klinikchef aus Wuhan gestorben

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Die Zahl der Coronavirus-Infizierten ist in China auf über 70.000 gestiegen. Der ärztliche Direktor der Wuchang-Klinik in Wuhan, Liu Zhiming, starb am Montag, 17. Februar 2020, an den Folgen der Erkrankung. © dpa Die Zahl der Coronavirus-Infizierten ist in China auf über 70.000 gestiegen. Der ärztliche Direktor der Wuchang-Klinik in Wuhan, Liu Zhiming, starb am Montag, 17. Februar 2020, an den Folgen der Erkrankung.

Das Coronavirus greift weiter um sich: Erstmals gibt es nun ein Todesopfer in Europa. 

Coronavirus: Der aktuelle Stand vom 17. Februar 2020

  • Zahl der Virusfälle in China übersteigt 70.000 
  • Erstmals ist ein an dem Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben
  • Das Coronavirus ist erstmals in Afrika nachgewiesen worden
  • Zahl der Infizierten in Deutschland liegt bei 16
  • Mittlerweile sind über 1500 Menschen am Virus gestorben
  • Außerhalb Chinas gibt es mehr als 500 bestätigte Infektionen
  • Deutschland hat die meisten Infizierten in Europa

Über 70.000 Corona-Erkrankte in China

Die Corona-Infektion breitet sich weiter rasant aus. Inzwischen sind mehr als 70.000 Menschen in China mit dem Coronavirus infiziert.

Die chinesische Gesundheitskommission bestätigte, dass die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen um 2048 auf jetzt registrierte 70.548 gestiegen ist.

Wie „Peoples Daily China“ berichtet, ist Liu Zhiming, Direktor des Wuhan Wuchang Krankenhauses, am 17. Februar 2020 an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. Er ist der erste Klinik-Direktor, der an COVID19 starb.

Mit Coronavirus infiziert: Erster Toter in Europa

Erstmals ist ein an dem Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben. Der chinesische Tourist sei in einer Pariser Klinik der Krankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am 15.2.2020 mit.

Coronavirus aktuell © AP Coronavirus aktuell

Bei dem Mann handelte es sich demnach um einen 80-Jährigen aus der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch Wuhan liegt. Der Tourist war Anfang Februar 2020 auf die Intensivstation des Krankenhauses Bichat in der französischen Hauptstadt gebracht worden. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen.

Deutsche auf Kreuzfahrtschiff mit Coronavirus infiziert

Unter den mit dem neuen Coronavirus infizierten Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes in Japan sind zwei deutsche Staatsangehörige. Das teilte die Deutsche Botschaft in Tokio am 15. Februar 2020 mit. Inzwischen beläuft sich die Zahl der positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getesteten Passagiere und Crewmitglieder von der in Yokohama unter Quarantäne gestellten „Diamond Princess“ auf 285. Die Betroffenen werden in örtliche Krankenhäuser gebracht.

Nach Angaben des japanischen Außenministeriums sollen bis Montag alle Passagiere getestet sein, so dass die Resultate spätestens am Mittwoch vorliegen. Bis dahin gilt die über das Schiff verhängte Quarantäne.

Negativ getestete Passagiere sollen ab Mittwoch das Schiff verlassen können, hieß es unter Berufung auf das Ministerium weiter. Jeder Fahrgast müsse vorher jedoch noch einen Gesundheitscheck durchlaufen.

Coronavirus erreicht Afrika – erste Fall in Ägypten

Das neuartige Coronavirus hat Afrika erreicht. Das ägyptische Gesundheitsministerium teilte am Freitagabend in Kairo mit, es handele sich um eine ausländische Person. Zur Nationalität machte das Ministerium keine weiteren Angaben. Unklar blieb auch, aus welchem Land die Person nach Ägypten gereist war.

Der Patient zeige keine Krankheitssymptome und werde auf einer Isolierstation behandelt. Andere Personen, die mit ihm in Kontakt standen, wurden dem Ministerium zufolge negativ getestet.

Bislang war nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 auf dem Kontinent bekannt geworden.

Viele Experten haben die Sorge, dass das Virus Länder mit einem schlechten Gesundheitssystem etwa in Afrika oder Asien erreicht, wo es schwer zu kontrollieren wäre. Dann drohe sich die Lungenkrankheit dauerhaft auf der Welt einzunisten.

Außerhalb von Festland-China waren am Freitag in mehr als zwei Dutzend Ländern rund 580 Fälle bestätigt. In China, wo der Erreger der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 zuerst aufgetaucht war, sind auf dem Festland derzeit knapp 64.000 Infektionen mit Sars-CoV-2 erfasst.

Als erstes Land der arabischen Welt hatten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Ende Januar vier bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Mittlerweile sind weitere Ansteckungen hinzugekommen. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um Chinesen.

Air China stoppt Flüge nach Düsseldorf 

Die Corona-Krise trifft auch den Flugverkehr nach Düsseldorf. Die Airline Air China setzt ihre bisher zweimal wöchentlich stattfindenden Flüge in die NRW-Hauptstadt ab kommender Woche aus. Das berichtet die Düsseldorfer „Rheinische Post“ (Freitag) unter Berufung auf eine Auskunft des Airports.

Air China habe „kapazitive Gründe“ für das Aussetzen der Flüge genannt, erklärt der Airport. Die Maschinen waren also nur schlecht ausgelastet, auch weil sehr wenige Menschen aktuell nach China fahren. Es sei geplant, ab März die Route wieder zu eröffnen, erklärte Air China gegenüber dem Flughafen

Erster deutscher Coronavirus-Patient aus Krankenhaus entlassen

In Bayern ist der erste mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Webasto-Mitarbeiter sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, teilte die München Klinik Schwabing am Freitag mit. Die anderen acht isolierten Coronapatienten seien klinisch stabil und weitestgehend symptomfrei.

Der Entlassung am Mittwoch war ein intensiver Austausch mit den Behörden vorausgegangen. Dabei wurden Entlassungskriterien bestimmt, die nun angewendet wurden. Dazu gehört, dass kein Coronavirus nachgewiesen werden kann. Zudem müssen Symptomfreiheit und eine ausreichend lange Isolationsdauer vorliegen.

Die anderen acht Coronapatienten blicken nach Angaben der Klinik ihrer Entlassung entgegen. Bei einem von ihnen sei eine Entzündung der Atemwege diagnostiziert worden, die jedoch abklinge. 

Cornavirus: Ärzte können jetzt „offizielle“ Diagnose stellen

Wie die Gesundheitskommission der Provinz Hubei mitteilte, seien die Diagnoseergebnisse nach einer Untersuchung „überarbeitet“ worden. Patienten seien gemäß der neuen Klassifikation hinzugefügt worden. Demnach würden seit Donnerstag auch Fälle „klinischer Diagnosen“ in die Zahl der bestätigten Diagnosen aufgenommen.

Wie die Zeitung „China Daily“ unter Berufung auf chinesische Experten berichtete, können Ärzte jetzt eine offizielle Diagnose stellen, die auf einer Kombination von Faktoren wie Lungenbildern, dem physischen Zustand und epidemiologischer Vorgeschichte beruht. Bislang war demnach nur ein Testverfahren über Nukleinsäuren zugelassen, das aber viele eindeutige Erkrankungen erst nach drei oder vier Tests erkannt habe.

Generell vermuten Experten eine sehr hohe Dunkelziffer. So sind die Möglichkeiten begrenzt, auf das neue Virus zu testen. Ferner erscheint das sich wandelnde Berichterstattungssystem Chinas mit unterschiedlichen Definitionen der einzelnen Fälle besonders für lokale Stellen kompliziert. Die täglich berichteten Zahlen repräsentieren laut Experten somit eher die Fähigkeiten, Fälle zu identifizieren und zu melden, als das wirkliche Ausmaß der Epidemie.

Kreuzfahrtschiff „Westerdam“ vor Kambodscha eingetroffen

Das aus Hongkong kommende Kreuzfahrtschiff „Westerdam“, das wegen Coronavirus-Angst an mehreren asiatischen Häfen nicht andocken durfte, ist vor Kambodscha eingetroffen. Das Schiff mit rund 1500 Gästen und 800 Besatzungsmitgliedern an Bord liege 2,5 Kilometer vom Hafen entfernt.

Die Passagiere werden demnach medizinisch untersucht und auf Fieber überprüft. Laut dem Hafendirektor sollen am Donnerstag erst einmal 600 Menschen das Schiff verlassen, 800 am Freitag. Unter den Passagieren sind nach Angaben der Reederei Holland America Line 57 Deutsche.

Zuletzt hatten Thailand, Taiwan, Japan, die Philippinen und Guam das Einlaufen in ihre Häfen verweigert. Dabei sind bislang keine Fälle von mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten an Bord bekannt. Alle Gäste an Bord sind der Holland America Line zufolge gesund. Es gebe entgegen einiger Berichte weder bekannte noch mutmaßliche Coronavirus-Fälle an Bord. Die Reederei Line werde nicht nur die Heimflüge für die Gäste organisieren, sondern auch die Kosten für die Kreuzfahrt zurückerstatten.  

218 Coronavirus-Fälle auf Kreuzfahrtschiff

An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama ist unterdessen bei weiteren 285 Menschen eine Infizierung mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 festgestellt worden. Das gab das japanische Gesundheitsministerium bekannt.

An Bord des Kreuzfahrtschiffes sind auch zehn deutsche Staatsangehörige, wovon zwei mit dem Virus infiziert sind.

„Nach derzeitigem Kenntnisstand der Deutschen Botschaft Tokio sind 10 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit an Bord des Schiffes, darunter keine Minderjährigen“, hieß es in der Mitteilung der Botschaft. Man stehe in direktem Kontakt mit sechs dieser Passagiere sowie mit Kontaktpersonen an Bord der „Diamond Princess“ und der Reederei, so die Botschaft. 

Die Quarantäne gilt noch bis zum 19. Februar. Gesundheitsminister Katsunobu Kato gab jedoch bekannt, dass die Regierung Senioren mit chronischen Krankheiten früher von Bord gehen lassen werde als geplant, sofern sie negativ getestet wurden.

China zählt viele Infizierte nicht mehr in Virus-Statistik

China führt nachweislich mit dem neuen Coronavirus infizierte Personen, die aber keine Symptome zeigen, nicht mehr in seiner Statistik der Ansteckungen. Das ging am Dienstag aus neuen Bestimmungen zur Vorbeugung und Kontrolle der nationalen Gesundheitskommission in Peking hervor, die schon am vergangenen Freitag erlassen wurden. Erst wenn Krankheitssymptome aufträten, werde die Person als „infiziert“ geführt, heißt es darin.

Wie viele Infektionen damit gar nicht erst erfasst werden, ist unklar. Generell dürfte die Dunkelziffer nicht registrierter Fälle immens sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte in ihren täglichen Pressekonferenzen zum Virus zuletzt betont, dass rund 80 Prozent der Infektionen einen milden Verlauf nähmen. 

Coronavirus: Live-Karte zeigt alle bekannten Fälle weltweit

Die amerikanische John Hopkins University (Baltimore) hat eine interaktive Live-Karte zum Coronavirus veröffentlicht (hier klicken), um das weltweite Ausmaß der Ausbreitung zu dokumentieren.

Rote Punkte auf der Karte zeigen, wo das Coronavirus am stärksten verbreitet ist. In Echtzeit wird die Zahl der Infizierten, Geheilten und verstorbenen Menschen angezeigt.

Die Karte zeigt: In Europa gibt es die meisten Infizierten in Deutschland. Bislang sind 1 Fälle dokumentiert. Die meisten Erkrankten sind Mitarbeiter der Firma Webasto mit Sitz in Bayern. Auch Familienangehörige zählen zu den infizierten.

Livekarte_Coronavirus © John Hopkins University Livekarte_Coronavirus

Ausgehverbot in China ausgeweitet

Erstmals seit Ausbruch des Lungenkrankheit in China ist am 2.2.2020 auch eine Millionenmetropole außerhalb der schwer betroffenen Provinz Hubei stillgelegt worden. Für die neun Millionen Bewohner von Wenzhou wird auch beschränkt, wie oft sie vor die Tür gehen dürfen. Jede Familie könne ein Mitglied auswählen, das alle zwei Tage zum Einkaufen könne, teilte die Stadtregierung am Sonntag mit. «Andere sollten grundsätzlich nicht das Haus verlassen.» Wenzhou liegt mehr als 800 Kilometer östlich vom Ursprungsort der Epidemie in Wuhan.

Rückblick: So kam das Coronavirus nach Deutschland

Zunächst war ein Fall einer Infizierung mit dem Virus in Bayern bekannt geworden. Am 28. Januar 2020 wurden vom Gesundheitsministerium in München dann drei weitere Fälle bestätigt, am 30. Januar 2020 kam noch ein Coronavirus-Fall hinzu. Es handelt sich um Mitarbeiter derselben Firma, in der auch der erste bestätigte Infizierte arbeitet, den Automobilzulieferer Webasto.

Am 1. Februar wurde der achte Fall aus Beyern bekannt. Es handelt sich um einen 33-Jährigen, der ebenso wie die übrigen sieben Erwachsenen für die Firma Webasto arbeitet.

Hier mehr lesen: Alle aktuellen Infos zum Coronavirus beim Bundesgesundheitsministerium

Der männliche Patient, der sich als erster in Deutschland mit dem Virus angesteckt hatte, stammt aus dem Landkreis Starnberg. Es handelt sich um einen 33-Jährigen. 

Der Mann hatte am 21. Januar 2020 an einem Meeting im Kreis Starnberg teilgenommen. Geleitet wurde dieses Meeting von einer Frau aus China. Dort hat er sich offenbar mit der Lungenkrankheit angesteckt. Bei der Frau handelte es sich um einem Gast seines Arbeitgebers.

Hier mehr lesen: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus

Das Besondere an dem ersten Fall in der BRD: Erstmals gab es eine Ansteckung zwischen nicht eng Verwandten in einem Land außerhalb Chinas.

Coronavirus: Wie alles begann

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurde das Landesbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China am Silvestertag über eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache in Wuhan, in der Provinz Hubei, informiert.

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Die chinesischen Behörden identifizierten nur wenige Tage später ein neuartiges Coronavirus als Ursache der Erkrankungen. Das Virus ist mit dem SARS-Virus verwandt, das zuletzt in den Jahren 2002 und 2003 fast überall auf der Welt für Beunruhigung sorgte.

Der WHO zufolge bestand basierend auf den bisher vorliegenden Informationen die Möglichkeit einer begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragung, da sich eine Reihe von Erkrankungsfällen nicht anders erklären ließen.

Ende Januar erklärte WHO Ausbreitung des Coronavirus zum internationalen Gesundheitsnotstand

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die rasante Ausbreitung des Coronavirus aus China noch Ende Januar 2020 zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Das bedeutet: Die mehr als 190 Mitgliedsländer müssen von der WHO empfohlene Krisenmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung gemeinsam koordinieren.

Mittlerweile sind von dem Virus deutlich mehr Menschen betroffen als vor 17 Jahren bei der SARS-Pandemie. Damals wurde SARS bei gut 8000 Menschen diagnostiziert.

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