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Düsseldorf: Räuber will Kiosk überfallen – doch Büdchen-Mann kontert mit mutiger Aktion

EXPRESS-Logo EXPRESS 05.05.2020 Barbara Kirchner
Ein Aufstellersteht vor einem Kiosk. In Düsseldorf verlief ein Büdchen-Überfall ganz anders als vom Räuber geplant. (Symbolfoto) © picture alliance/dpa Ein Aufstellersteht vor einem Kiosk. In Düsseldorf verlief ein Büdchen-Überfall ganz anders als vom Räuber geplant. (Symbolfoto)

Was seine kriminelle Karriere anbelangt, begann die nicht sonderlich ruhmreich. Und sie endete auch so.

Tobi M. (21) überfiel vermummt und mit einer Pistole bewaffnet eine Trinkhalle. Doch der Angestellte dort reagierte wenig beeindruckt. Er schrie den Räuber so lange an, bis der Panik bekam und flüchtete.

Dü_ Kiosk überfallen © Kirchner Dü_ Kiosk überfallen

Richter in Düsseldorf: Besonders unprofesionelles Vorgehen

Am Dienstag (5. Mai) stand der Anfänger-Räuber vor Gericht.

Nur wenige Monate zuvor drehte Tobi M. zusammen mit einem Kumpel sein erstes Ding. Der Richter bescheinigte ihm dafür ein „besonders unprofessionelles Vorgehen“. 

Damals hatte er einen Tipp bekommen, dass sich bei einer Frau Koks und Geld befindet. Man vermummte sich und drang mit Machete und Messer bewaffnet in die Wohnung ein. Die Aktion scheiterte. Bei der Frau war nichts zu holen.

Dann der Überfall auf eine Trinkhalle. Wegen seines Drogenkonsums, brauchte Tobi M. Kohle.

Zuerst nur Zigaretten gekauft

Er betrat den Laden und verlor zunächst den Mut. Er kaufte nur eine Packung Zigaretten und ging wieder.

Stunden später tauchte er wieder auf. Vermummt mit Sturmhaube und Sonnenbrille. In der Tasche einen Spielzeugpistole.

Was nun folgte, könnte ein Slapstick von Mr. Bean sein. Mit tiefer Stimme forderte er den Mann an der Kasse auf: „Geld her! Ich habe eine Pistole.“ Und zeigte ein Stück der Waffe in seiner Hosentasche.

Mutiger Büdchen-Mann: „Ich gebe Dir kein Geld!“

Doch der Angestellte reagierte cool. „Ich gebe Dir kein Geld!“ Fünfmal wiederholte Tobi M. seine Drohung, wurde dabei immer lauter.

Doch auch das beeindruckte wenig. Stattdessen schrie der Kassierer zurück. Und verlangte, dass der Räuber verschwindet. 

Tobi M. war schließlich klar, dass hier nichts zu holen war. Und flüchtete aus dem Kiosk.

Was ihn da geritten habe, wurde er vom Gericht befragt. Die Antwort: „Ich weiß es nicht. Ich hatte Drogen genommen und brauchte Geld.“

Kiosk-Räuber ist jetzt clean

Dass es so mit ihm nicht weiter geht, hat er begriffen. Er ist jetzt seit einem Monat clean und will eine Therapie machen. Von seinem Freundeskreis hat er sich getrennt und will neu anfangen.

Die Jugendgerichtshilfe bestätigt, dass Tobi jetzt auf einem richtigen Weg sei.

Deshalb wurde er noch zu eineinhalb Jahren Bewährungsstrafe verurteilt.

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