Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Kein Zutritt für Schwangere: Hamburger Krankenhaus sperrt Kreißsaal

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 05.02.2019 Nina Gessner
Die Helios Klinik Maria Hilf an der Stader Straße in Harburg. © Marius Röer Die Helios Klinik Maria Hilf an der Stader Straße in Harburg.

Von wegen „Mariahilf“! Die Helios-Klinik in Harburg hat ihrem Namen am Wochenende keine Ehre gemacht. Sie verwehrte Schwangeren die Geburtshilfe. Grund war ein Personalengpass.

Wie die Klinikleitung bestätigte, wurden von Freitagmittag um 12 Uhr bis  Sonnabendfrüh um 9 Uhr, sowie von Sonntagmorgen, 8 Uhr, bis Montagmorgen, 8 Uhr, „nur Kinder entbunden, die es ganz eilig hatten“. Schwangere, die sich in dieser Zeit mit ersten Wehen in das Krankenhaus an der Stader Straße begaben, wurden an nahegelegene Krankenhäuser verwiesen. 

Klinik spricht von „bisher einmaligen Reihung von unglücklichen Ereignissen“

Grund für die Sperrung des Kreißsaals sei ein Personalengpass gewesen. Laut der offiziellen Mitteilung der Klinik sei es zu einer „bisher einmaligen Reihung von unglücklichen Ereignissen“ gekommen.  Und weiter: „Dass sowohl die eigenen Oberärzte als auch ein bestellter Honorararzt gleichzeitig krank werden, ist bis jetzt noch nicht vorgekommen“, so das Schreiben.

Berichte über Personalengpässe im Mariahilf gibt es immer wieder. Erst im Dezember kündigte die Chefärztin der Geburtsklinik Maike Manz nach nicht einmal zweijähriger Amtszeit. Drei Oberärzte folgten ihr. Auf Antrag von SPD und Grünen beschäftigt sich der Gesundheitsausschuss der Bürgerschaft am 12. Februar mit der Situation im Mariahilf.

Linke üben scharfe Kritik

Für die Linke ist die Privatisierung der Krankenhäuser Ursache für die schwierige Personal-Situation. „Wenn es nur noch darum geht, wie viel Gewinn gemacht wird, geht dies zu Lasten der Arbeitsbedingungen. Deshalb kündigt das Personal oder wird krank“, so der Harburger Fraktionschef Jörn Lohmann im „Abendblatt“.

Es könne nicht angehen, dass die einzige Geburtenklinik, die nach der Schließung der Geburtenstation des Asklepios Klinikums Harburg südlich der Elbe übrig geblieben sei, keine Geburten mehr vornehmen könne.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von der Hamburger Morgenpost

Hamburger Morgenpost
Hamburger Morgenpost
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon