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Newsblog zur Geiselnahme in Köln: Täter wacht möglicherweise nicht mehr aus Koma auf

EXPRESS-Logo EXPRESS 19.10.2018 express

Vier Tage nach der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof sind noch viele Details unklar. Am Montagmittag hatte sich ein bewaffneter Mann in einer Apotheke verschanzt und eine Frau als Geisel gehalten. Gegen 15 Uhr griffen die Beamten in der Apotheke zu und brachten den Täter unter Kontrolle. Seitdem kommen immer mehr Details zutage. Lesen Sie alle Entwicklungen im Newsblog.

Freitag, 19. Oktober

16.00 Uhr: Täter wacht möglicherweise nicht mehr auf

Der Geiselnehmer Mohammed R. wird möglicherweise nicht mehr aus dem Koma erwachen. Der 55-Jährige war beim Zugriff der SEK-Beamten am Montag sechs Mal getroffen worden. Eine Kugel traf ihn in den Kopf. Der Täter erlitt einen Herzstillstand und wurde noch auf dem Breslauer Platz reanimiert. Danach wurde er in die Uniklinik Köln gebracht und stundenlang operiert. Die Ärzte konnten ihn stabilisieren, mussten ihn Allerdings in ein Koma versetzen.

Aus Polizeikreisen erfuhr EXPRESS, dass die Ärzte wohl keine Hoffnung hatten, dass Mohammad R. die Schussverletzungen überleben wird. Das Gehirn des Mannes wurde durch den Schuss in den Kopf verletzt. Deshalb ist völlig unklar, ob der Täter wieder aufwacht. Das wäre für die Beamten allerdings wichtig. Denn nur so können sie klären, was er am Montag am Hauptbahnhof wirklich vor hatte.

12.26 Uhr: Aufräumarbeiten in der Apotheke und in McDonald's

Auch fünf Tage nach der Geiselnahme ist das Areal rund um die Apotheke und McDonald's am Kölner Hauptbahnhof noch immer abgesperrt und wird von Polizisten bewacht. Hinter den mit Folie beklebten Fenstern werden Aufräumarbeiten durchgeführt. An der Fensterscheibe der Apotheke sind jetzt auch die beiden Einschusslöcher, SEK-Beamte hatten beim Eindringen in die Apotheke geschossen.  

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Wann der McDonald's wieder geöffnet wird, dazu machte das Unternehmen keine Angaben. Auch zur Schadenshöhe wollte sich McDonald's auf Anfrage nicht äußern. Auch wann die Apotheke wieder aufmacht, ist unklar. 

Donnerstag, 18. Oktober

06.25 Uhr: Täter zündete Geisel an

Entgegen ersten Informationen handelte es sich bei den beiden Knallgeräuschen unmittelbar vor dem Zugriff um 14.50 Uhr am Montagnachmittag nicht um Blendgranaten, mit denen die Spezialkräfte den Täter in der Apotheke im Kölner Hauptbahnhof ablenken wollten, sondern um Pistolenschüsse aus einer oder zwei Waffen der Spezialeinsatzkräfte.

Unmittelbar vor dem Zugriff hatte Mohammad A.R. seine Geisel mit Benzin übergossen. Als er die SEK-Beamten sah, soll er das Benzin angezündet haben. Rauch stieg auf. Im nächsten Moment schossen die Polizisten ihn nieder. Nachrückende Einsatzkräfte löschten die Flammen sofort und brachten die Angestellte in Sicherheit. Sie kam laut Feuerwehrangaben ohne Brandverletzungen davon.

Mittwoch, 17. Oktober

15 Uhr: Geiselnehmer forderte, zum IS nach Syrien ausreisen zu können

Die Bundesanwaltschaft hat neue Details zum Geiselnehmer und dessen Tat bekanntgegeben: Ihm wird versuchter Mord in zwei Fällen sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Der Geiselnehmer schüttete im Schnellrestaurant eine brennbare Flüssigkeit aus und setzte diese mit einem Molotow-Cocktail in Brand. Die 14-Jährige rutschte bei ihrer Flucht vor den Flammen auf der Benzinpfütze und fing Feuer. Während SEK-Beamte die Apotheke stürmten, um den Geiselnehmer zu überwältigen, verletzte dieser seine weibliche Geisel.

Nach dem bisherigen Erkenntnisstand lägen, so die Bundesanwaltschaft, mehrere Anhaltspunkte für einen radikal-islamistischen Hintergrund der Tat vor. Sie ergeben sich unter anderem aus Zeugenangaben. Danach soll der Beschuldigte die Freilassung einer Frau gefordert haben, deren Mann sich terroristisch betätigt haben soll. Zudem soll er geäußert haben, dass er Mitglied des sogenannten Islamischen Staates sei und zu diesem nach Syrien ausreisen wolle. Darum hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie will klären, ob der Mann das Attentat als Mitglied des sogenannten Islamischen Staates oder einer anderen terroristischen Vereinigung begangen hat oder aber unmittelbar vor oder während der Tat zu einem Mitglied einer Terrororganisation in Kontakt oder unter deren Einfluss stand. Auch wird der Frage nachgegangen, ob bislang unbekannte Tatbeteiligte oder Hintermänner in die Tat eingebunden waren.

12.40 Uhr: Bereich um Tatort Kölner Hauptbahnhof immer noch abgesperrt

Auch zwei Tage nach der Geiselnahme ist der Bereich um den Tatort am Breslauer Platz weiträumig abgesperrt und von Beamten gesichert.

Die Polizei hatte bereits am Dienstag bekanntgegeben, dass die Durchsuchungen und Ermittlungen in der Apotheke und im Schnellrestaurant McDonalds abgeschlossen seien. 

11.40 Uhr: Geiselnehmer nach wie vor nicht vernehmungsfähig

Der schwerst verletzte Geiselnehmer liegt nach einer Operation weiterhin im Koma und kann nicht vernommen werden. Das 14-jährige Mädchen, das am Montag bei der Explosion eines Molotow-Cocktails schwere Brandwunden erlitt, wurde am Dienstag operiert und liegt nach wie vor am Krankenhaus. Die Geisel konnte das Krankenhaus mittlerweile verlassen.  

9.10 Uhr: Generalbundesanwalt ermittelt

Die Bundesanwaltschaft hat nach dem Brandanschlag und der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte eine Sprecherin dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf Anfrage. Zur Begründung heißt es bisher nur, dass der Fall eine „besondere Bedeutung“ habe.

Dienstag, 16. Oktober

20.30 Uhr: Sicherheitsbehörden: Geiselnehmer eher kein Islamist

Die Sicherheitsbehörden haben bisher keinen Anhaltspunkt dafür, dass es sich bei dem verdächtigen Geiselnehmer von Köln um einen Islamisten handelt oder einen Mann, der aus einer islamistischen Motivation agierte. Das berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Bisher sei der 55-jährige Flüchtling aus Syrien nicht als Islamist aufgefallen, hieß es weiter. Überdies sei er mit 55 Jahren für einen islamistischen Attentäter schon relativ alt, in der Regel handele es sich um junge Männer. Und schließlich soll der Verdächtige Passanten zufolge gerufen haben, dass er zur Terrorgruppe Daesh gehöre. „Daesh“ ist der arabische Name für die Terrormiliz „Islamischer Staat“, wird aber von IS-Kämpfern nicht zur Selbstbezichtigung genutzt, sondern dient in den einschlägigen Kreisen zur Abgrenzung von dieser. In Sicherheitskreisen geht man nach Informationen des RND eher davon aus, dass der Mann geistig verwirrt ist. Dafür würden auch Aussagen von Menschen sprechen, die ihn kennen.

18 Uhr: Stadt Köln erklärt, warum der anerkannte Flüchtling nicht abgeschoben werden konnte

Die Stadt Köln hat eine umfangreiche Pressemitteilung zum Geiselnehmer veröffentlicht. Darin teilt sie mit, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) anerkannten Flüchtling handelt, der sich legal in Deutschland aufhielt. Er lebt in einer in einer Wohnung in Neuehrenfeld. Der syrische Staatsbürger reiste am 2. März 2015 nach Deutschland ein. Die Stadt hatte seine Aufenthaltserlaubnis im Juni 2018 um drei Jahre verlängert. Das Einreiseverfahren für die syrische Ehefrau läuft seit 2016. Die Ausländerbehörde lehnte ihr Gesuch zweifach ab, zuletzt im Juni 2018.

Der Stadt Köln sei bekannt gewesen, dass der mutmaßliche Täter sich in den vergangenen Jahren mehrfach strafbar gemacht hat. Diese Strafbarkeit führe aber nicht zu einer Ausreisepflicht. Die Stadt Köln sei an eine etwaige Entscheidung des BAMF gebunden. Die Stadt selbst hätte den Flüchtling nur ausweisen können, wenn dieser eine Verurteilung zu mindestens zwei Jahren Freiheitsstrafe erhalten hätte. „Der konkrete Fall liegt weiter unter dieser Grenze. Selbst wenn die Voraussetzungen vorliegen würden, wäre in einem Fall wie diesem eine Abschiebung rechtlich nicht möglich, da die Schutzwürdigkeit des Geflüchteten aufgrund der Situation in seinem Heimatland einer Vollziehung der Abschiebung entgegenstehen würde”, heißt es in der Pressemitteilung. Der Mann hätte in diesem – nicht eingetretenen – Fall den Status einer Duldung erlangt. 

17 Uhr: Augenzeugin war nur zwei Meter von Explosion entfernt – ein Bericht

Eine Augenzeugin, die in einem Geschäft neben McDonalds arbeitet, hat die Explosion am Montag in ihrer Mittagspause aus zwei Metern Entfernung miterlebt. Sie sah die Stichflamme, spürte eine enorme Hitzeentwicklung. „Am Fenster gingen die Flammen bis zur Decke, sofort ging die Sprinkleranlage an. Alles war voller Rauch. Ich bin dann wie die anderen Gäste panisch nach draußen geflüchtet." Über ihre Erlebnisse sagt sie: „Es war wie im Film.”

15.56 Uhr: Geisel war Zufallsopfer

In der Apotheke im Kölner Hauptbahnhof haben sich am Montag nach Angaben der Polizei nur wenige Personen aufgehalten. Die Angestellte, die der Täter als Geisel nahm, war ein Zufallsopfer. Offenbar war eigentlich der McDonalds Ziel des Täters. Darauf weisen mehrere „Tatmittel” hin, die der Täter in dem Schnellrestaurant zurückließ, darunter ein Koffer voller Molotow-Cocktails. Warum er dann in die Apotheke wechselte, mit nur einer Gaskartusche und weiteren Brandbeschleunigern, ist laut Polizei noch unklar.

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Wenn der Täter die Gaskartuschen eingesetzt hätte, wäre die „Sprengwirkung ungeheuerlich” gewesen, so Kripochef Klaus-Stephan Becker. Dafür bedürfe es jedoch großer Hitze. Ob das mitgeführte Benzin dafür ausgereicht hätte, darüber könne bislang nur spekuliert werden. Bei der Waffe, die der Täter bei sich trug, habe es sich um eine täuschend echte Softair-Waffe gehandelt. 

15.53 Uhr: Bundesanwaltschaft prüft Übernahme

Die Staatsanwalt Köln hat Haftbefehl wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Geiselnahme erhoben. Die Bundesanwaltschaft prüft derzeit eine Übernahme des Verfahrens. Vermutlich werde sie im Laufe des Nachmittags übernehmen, sagte Markus Schmitt von der Bundesanwaltschaft. „Wir gehen derzeit von einer besonderen Bedeutung des Falles aus”, sagt er zur Begründung. 

15.30 Uhr: Tatortaufnahme abgeschlossen

Im Umfeld des Täters führt die Polizei weitere Ermittlungen durch. Ein Bruder und der Sohn des Täters leben ebenfalls in Deutschland. Beide sind offenbar schon vernommen worden, weitere Einzelheiten gab die Polizei dazu nicht bekannt. Die Frau des Geiselnehmers lebt noch in Syrien, zwei Einreiseanträge von ihr sind bislang von den zuständigen Behörden abgelehnt worden.

Die Untersuchungen in der Wohnung des Geiselnehmers und der Apotheke sind laut Polizei abgeschlossen. Wann Wohnung und Geschäft freigegeben werden, steht allerdings noch nicht fest. 

15.48 Uhr: Verdächtiger häufiger polizeilich aufgefallen

Der 55-Jährige lebt seit März 2015 in Deutschland, er ist als Asylbewerber anerkannt. Im Sommer 2016 ist er wegen Marihuana-Besitzes erstmals aufgefallen. Insgesamt ist er 13 Mal polizeilich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Diebstahl, Betrug und Hausfriedensbruch. Ferne wurde bekannt, dass der Täter arbeitslos war. Er ist nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei „psychisch nicht in der Lage” gewesen, zu arbeiten. 

Die Wohnung des Geiselnehmers in Neuehrenfeld wurde am Montagabend durchsucht. Dort wurde weiteres Benzin sichergestellt, außerdem fand die Polizei Schriftzeichen in arabischer Schrift an den Wänden. Sinngemäß habe „Gott ist groß, Mohammed ist sein Prophet” an den Wänden gestanden, so die Polizei. Bezüge zum Islamischen Staat seien aber nicht erkennbar. 

15.43 Uhr: Mehr als 100 Beamte ermitteln

Deutlich mehr als 100 Kriminalbeamte ermitteln nach der Geiselnahme am Montag. Unter anderem werten sie die Videos am Hauptbahnhof aus. Die Polizei möchte den Weg des Täters zum Tatort rekonstruieren. Derzeit steht noch nicht fest, mit welchem der Mann angereist ist und ob er alleine war oder Mittäter hatte. Darum bittet die Polizei nach wie vor um Zeugen-Hinweise. 

15.41 Uhr: Verletzter Täter außer Lebensgefahr

Die verletzte Jugendliche muss operiert werden, sie hat schwere Brandverletzungen davongetragen. Die Geisel kann am Nachmittag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Beide Verletzten werden durch die Opferschutzbeauftragten der Polizei betreut. Der Täter befindet sich nach einer mehrstündigen OP außer Lebensgefahr und liegt derzeit im Koma. Er hat mehrere Schüsse abgekommen. Deswegen kann er nicht vernommen werden. Weiterhin wird ermittelt, ob es eine Tat mit terroristischen Hintergrund war. 

Lange Zeit stand nicht fest, ob es sich bei dem Ausweis eines 55-jährigen Syrers, der am Montag in der Apotheke gefunden wurde, um den des Täters handelt. Nun ist erwiesen, dass der Ausweis zweifelsfrei vom Täter stammt.

15.38 Uhr: Polizei zeigt Film von der Tat

Die Polizei zeigt vor der Pressekonferenz einen Film, der einen Teil der Tat im Schnellrestaurant zeigte. Dort ist auch zu sehen, wie der Täter Benzin auf den Boden gießt und die 14-Jährige durch ein Feuer verletzt wird. 

Köln PK Geiselnahme © dpa Köln PK Geiselnahme

15.30: Start der PK verzögert sich

Das mediale Interesse an der Pressekonferenz ist groß. Da keine Kameras zugelassen sind, verzögert sich der Beginn um ein paar Minuten.

15.25 Uhr: PK startet gleich

Wie angekündigt, geben die Kölner Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz weitere Details zur Geiselnahme am Hauptbahnhof bekannt. In fünf Minuten geht es los. Wir berichten im Liveblog.

13.45 Uhr: Nachbarn des mutmaßlichen Täters äußern sich

Noch in der Nacht auf Dienstag haben Ermittler die Wohnung des mutmaßlichen Geiselnehmers in Köln-Neuehrenfeld durchsucht. Nachbarn ist es ein Rätsel, wie es zu der Tat kommen konnte. Sie beschreiben den Mann als das „Gegenteil eines Extremisten“.

13 Uhr: Polizei veröffentlicht Beschreibung des Geiselnehmers

Die Polizei Köln hat eine Beschreibung des Geiselnehmers veröffentlicht und bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wer hat den Verdächtigen bereits auf dem Weg zum Bahnhofsgebäude gesehen und kann hierzu Angaben machen? Wer kann Hinweise zu den vom Täter mitgeführten Gegenständen (Koffer und Tasche) geben? Wer hat den Tatverdächtigen an Tankstellen in Köln-Neuehrenfeld und Umgebung beobachtet, wo er möglicherweise Benzin erworben hat? Der Geiselnehmer ist vom äußeren Erscheinungsbild her etwa 55 bis 60 Jahre alt, hat längere graue Haare, einen Dreitagebart und machte einen verwahrlosten Eindruck.

Köln Geiseldrama © dpa Köln Geiseldrama

Er war dunkel gekleidet und nach Zeugenaussagen wahrnehmbar alkoholisiert. Er dürfte einen Koffer und eine Tasche mitgeführt haben. Ersten Ermittlungen zufolge stammt der Mann aus Köln-Neuehrenfeld. Von dort ist der Kölner Hauptbahnhof direkt mit der S-Bahn zu erreichen.

12.30 Uhr: Augenzeuge berichtet von Brand in der Apotheke

Der Besitzer der Currywurst-Bude am Breslauer Platz, Zeki Servar, hat die Geschehnisse am Montagmittag aus nächster Nähe verfolgt. Zunächst habe er laute Schreie gehört, erzählt er am Vormittag nach der Geiselnahme auf dem Breslauer Platz. Er habe spontan an einen Streit unter Jugendlichen gedacht. Dann habe er gesehen, wie es in der Apotheke brannte. „Ich habe sofort meinen Feuerlöscher geschnappt und bin dorthin gerannt."

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Eine Polizistin habe ihm den Feuerlöscher dann allerdings abgenommen und sich selbst damit zum Feuer begeben. „Dann war nur noch großes Durcheinander.“ Er habe am Montag lediglich Einnahmen von 23 Euro gehabt. „An einem guten Tag in den Ferien sind es 3000 Euro.“ 

12.05 Uhr: Polizei will weitere Details bei Pressekonferenz bekanntgeben

Staatsanwaltschaft und Polizei Köln wollen bei einer Pressekonferenz nachmittags um 15.30 Uhr weitere Details zur Geiselnahme am Hauptbahnhof bekanntgeben.

11.40 Uhr: Hilflose Reisende im Kölner Hauptbahnhof

 Das Reisezentrum der Deutschen Bahn im Kölner Hauptbahnhof ist am Dienstagmorgen komplett überfüllt, vor dem Zentrum steht eine lange Schlange. Dort stehen viele Reisende, die sich hilflos fühlen und verärgert: Viele Züge haben auch am Morgen nach der Geiselnahme noch Verspätung oder fallen aus. Eine Familie aus Dortmund ist seit 9 Uhr morgens am Kölner Hauptbahnhof.

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Ihr ICE hatte zunächst angeblich 90 Minuten Verspätung, dann wurde er gestrichen. „Die Informationspolitik ist schlecht”, regt sich der Familienvater auf, spricht von „Salamitaktik der Deutschen Bahn”. 

11 Uhr: Polizei durchsucht Kölner Wohnung des mutmaßlichen Geiselnehmers

Die Polizei Kölner hat eine Wohnung in Köln durchsucht und dabei Beweismittel sichergestellt. Es handele sich bei dem Gebäude um die „Wohnanschrift des potentiellen Geiselnehmers”, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger” erklärte. Die Wohnung gehöre zu dem Inhaber des in der Apotheke gefundenen Ausweises, einem 55-jährigen Syrer. Nach wie vor sei allerdings nicht zu „100 Prozent” sicher, dass Geiselnehmer und der Inhaber des Passes die selbe Person seien, erklärte die Polizei. Der Geiselnehmer ist nach wie vor nicht vernehmungsfähig, er schwebt in Lebensgefahr. Die Geisel und die junge Frau mit Brandverletzungen werden ebenfalls beide noch im Krankenhaus behandelt. 

10.15 Uhr: Hilfsangebot für Opfer, Zeugen und Helfer

Der Landesverband Rheinland (LVR) bietet Opfern, Tatzeugen und Ersthelfern schnelle Hilfe an: Sie haben die Möglichkeit, in Traumaambulanzen psychologische Unterstützung und Beratung zu erhalten. Weitere Informationen und die Adressen von Traumaambulanzen gibt es hier. Information und Beratung leistet auch die „Infohotline für Opfer von Gewalttaten“ beim LVR. Unter der Telefonnummer 0800-654 654 6 stehen von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8 bis 14 Uhr Fachleute zur Verfügung. 

9.50 Uhr: Polizeiliche Durchsuchung

Nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof hat es nach Ermittlerangaben eine Durchsuchung gegeben. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Zum Ort und Zeitpunkt des Einsatzes machte die Polizei am Dienstagmorgen zunächst keine Angaben.

9 Uhr: Apotheke und Schnellrestaurant am Breslauer Platz weiter abgesperrt 

Am Morgen nach der Geiselnahme ist die Apotheke am Breslauer Platz weiträumig mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Auch das Schnellrestaurant McDonalds, in dem der Geiselnehmer einen Molotow-Cocktail zündete, ist abgesperrt. Polizisten bewachen die Sperrzone am Breslauer Platz, auch im Bahnhof selbst haben sich Beamte postiert. In beiden Geschäften würde weiter ermittelt und durchsucht, erklärte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Wie lange die Absperrung bestehen bleibt, ist unklar.  

8.25 Uhr: Gesundheitszustand der Opfer unverändert

Einen Tag nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof ist der Gesundheitszustand der drei verletzten Opfer unverändert. Unter ihnen ist auch ein 14 Jahre altes Mädchen.

Wie es dem angeschossenen Geiselnehmer geht, konnte eine Sprecherin der Polizei am Dienstagmorgen zunächst nicht sagen. Laut der Nachrichten-Agentur dpa wird der Täter weiter auf der Intensivstation behandelt. 

8.05 Uhr: Polizei bittet um Hinweise

Über den Kurznachrichtendienst Twitter rief die Kölner Polizei am Morgen Zeugen dazu auf, unter nrw.hinweisportal.de Fotos und Videos hochzuladen, die in möglichem Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen könnten“. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, hieß es dort. Es gebe aber vorerst keine neuen Erkenntnisse, sagte die Sprecherin. 

Montag, 15. Oktober

20.40 Uhr: Gleise am Hauptbahnhof freigegeben

Am Kölner Hauptbahnhof wurden am Abend die Gleise 9 bis 11 wieder freigegeben. Es kommt weiter zu Verspätungen, der Zugverkehr wurde schrittweise wieder aufgenommen.

20.32 Uhr: Spurensicherung

Auch nach Einbruch der Dunkelheit sind Einsatzkräfte mit der Spurensicherung beschäftigt. 

19.53 Uhr: Gleise am Bahnhof freigegeben

Nach dem SEK-Einsatz am Kölner Hauptbahnhof sind erste Gleise von den Behörden wieder freigegeben worden. Zugfahrten im Nah- und Fernverkehr sind somit wieder möglich. Allerdings sind die S-Bahn-Gleise auf behördliche Anordnung weiter gesperrt. Wann auch die S-Bahn-Gleise wieder zur Verfügung stehen, ist aktuell noch unklar. Der S-Bahn-Verkehr ist weiter eingeschränkt.

19.48 Uhr: Reker dankt Einsatzkräften

Oberbürgermeisterin Henriette Reker erklärt: „Ich danke allen Einsatzkräften für die zügige Auflösung der schwierigen Situation im Kölner Hauptbahnhof. Mein besonderer Dank gilt dabei der Polizei Köln und der Kölner Feuerwehr. Den unschuldig verletzten Frauen wünsche ich schnelle und vollständige Genesung.“

19.32 Uhr: Die Polizei war mit 500 Einsatzkräften vor Ort

19.25 Uhr: Vier Personen verletzt

Neben dem mutmaßlichen Täter wurden drei Personen verletzt. Die Geisel, bei der es sich um eine Angestellte der Apotheke handelt, erlitt einen Schock und eine Benzingasvergiftung. Die 14-Jährige erlitt Verbrennungen am Fuß, weitere Personen erlitten eine Rauchgasvergiftung.

19.19 Uhr: Polizei hatte Täterkontakt

Der mutmaßliche Täter soll aus der Apotheke heraus mit einer anderen Apotheke telefonischen Kontakt aufgenommen haben. Dort war zufällig ein arabisch sprechender Mann anwesend, der die Kommunikation übernehmen konnte.

19.18 Uhr: Täter stellte Forderungen

Laut dem leitenden Polizeidirektor Klaus Rüschenschmidt hatte der in der Apotheke verschanzte Geiselnehmer die Forderung nach freiem Abzug gestellt. Außerdem hatte er die Forderung, einen Koffer und eine Reisetasche ausgehändigt zu bekommen, die er im Café des Schnellimbisses hatte liegen lassen. Zudem hatte er die Freilassung einer Tunesierin gefordert. Weitere Details seien nicht bekannt.

19.17 Uhr: Feuerwehr mit 100 Einsatzkräften vor Ort 

Feuerwehrchef Johannes Feyrer bestätigt, dass am späten Vormittag ein Molotowcocktail im Schnellrestaurant gezündet wurde. Die Feuerwehr wurde daraufhin über die Brandmeldeanlage im Kölner Hauptbahnhof über ein Feuer informiert. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit annähernd 100 Einsatzkräften vor Ort, darunter auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr.

19.16 Uhr: Geisel verletzt

Die Geisel ist laut Aussagen der Feuerwehr mittelschwer verletzt.

19.14: Verfahren eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft Köln hat ein Verfahren wegen versuchten Mordes und Körperverletzung gen den Geiselnehmer eingeleitet.

19.11 Uhr: Aufenthaltsdokument gefunden

Im hinteren Teil der Apotheke wurde ein Aufenthaltsdokument der Stadt Köln mit Duldung bis 2021 gefunden. Laut diesem Dokument handelt es sich um einen 55 Jahre alten Mann aus Syrien. Der Mann soll schon mehrere Delikte begangen haben und seit 2016 in Köln sein. Noch ist nicht klar, ob das Dokument zum mutmaßlichen Täter gehört – das sei aber „sehr wahrscheinlich“.

19.09 Uhr: Täter hatte Schusswaffe

Der mutmaßliche Täter soll eine Schusswaffe bei sich gehabt haben –  noch ist nicht sicher, ob es sich um eine echte Waffe handelt. Die Polizei bestätigt, dass Einsatzkräfte des SEK mehrfach auf den Geiselnehmer geschossen haben. Anschließend wurde er reanimiert und in ein Krankenhaus gebracht. Dort wird er seit einiger Zeit notoperiert.

19.08 Uhr: Flucht in Apotheke

Laut Polizei löste die Sprenkleranlage in einem Schnellrestaurant aus, nachdem ein Mann dort einen Molotowcocktail gezündet hat. Danach ging der mutmaßliche Täter in eine Apotheke, verschanzte sich mit einer weiblicher Geisel sowie mit Brandbeschleunigern und blauen Campinggaskartuschen, von denen einige mit Klebeband verbunden gewesen seien. Nach Angaben eines Sprechers soll der Mann geäußert haben, dass er zur Terrorormiliz IS gehöre.

19.06 Uhr: Molotowcocktail verletzt 14-Jährige

Ein 14-jähriges Mädchen wurde durch einen Molotowcocktail verletzt.

19.05 Uhr: Terroranschlag nicht ausgeschlossen

Die stellvertretende Polizeipräsidentin Miriam Brauns schließt einen Terroranschlag nicht aus, es werde in alle Richtungen ermittelt. 

19.04 Uhr: Der Polizeisprecher begrüßt die Pressevertreter

19.00 Uhr: Die Pressekonferenz der Kölner Polizei startet

Es haben sich zahlreiche Journalisten versammelt. Mehrere Fernsehteams sind da. Alle warten auf die Aussagen der Polizei.

(mit dpa)

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