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Weil er etwas vermisst : Kein Witz: Kölner Juwelierräuber schwärmt von Knast in Monaco

EXPRESS-Logo EXPRESS 07.04.2020 Hendrik Pusch
Der Angeklagte mit seiner Verteidigerin Pantea Farahzadi. © Hendrik Pusch Der Angeklagte mit seiner Verteidigerin Pantea Farahzadi.

Ein wahrer Berufsverbrecher muss sich seit Dienstag vor dem Kölner Landgericht verantworten, der mehrere Juweliere ausgeraubt und dafür bereits elf Jahre hinter Gittern gesessen hat. Jetzt klagt er über die Haftbedingungen in Köln – ihm fehlt seine Playstation ...

Köln: Häftling beklagt Essen und vermisst Playstation

In Frankreich und Monaco, wo der Mann ebenfalls auf Raubzug war, habe er neben der Spielekonsole auch einen Kleiderschrank in der viel größeren Zelle gehabt – dort konnte er die Nobelklamotten unterbringen, die er auch bei seinen Taten anhatte.

Auch schmecke Essen in der JVA Köln weitaus schlechter. Womöglich ändert sich das in der Schweiz wieder, denn hier wartet auf den 46-Jährigen nach dem Gefängnisaufenthalt in Deutschland ein weiteres Verfahren.

Überall auf Kölner Juwelier in der Breite Straße

Zunächst dürfte der aus Montenegro stammende Angeklagte aber noch einige Jahre im Kölner Knast verbringen. Wie er zum Prozessauftakt zugab, hatte er im Dezember 2007 einen Juwelier in der Breite Straße beraubt. Im feinen Anzug hatte der Täter geklingelt, dann kam ein Komplize mit einer geladenen Pumpgun dazu, der damit außerhalb des Geschäfts noch Passanten bedrohte.

Aus einer Vitrine ließ er Uhren mit einem Einkaufswert von knapp 300.000 Euro mitgehen. „Ich war der Mann fürs Grobe“, sagte der Angeklagte, mit der Planung habe er nichts zu tun gehabt. Man sei dann in einem geklauten Nissan Micra geflüchtet. Bei einem weiteren Überfall in Mülheim an der Ruhr wurden Uhren im Wert von rund einer Million Euro erbeutet.

Täter soll Mitglied der „Pink Panther“-Bande sein

Er habe einen Anteil von 100.000 Euro erhalten, womit der Räuber auch seinen damaligen Drogenkonsum finanziert habe. Der Angeklagte wird berüchtigten „Pink Panther“-Bande zugerechnet, die immer wieder durch spektakuläre Raubüberfälle aufgefallen war. Bei früheren Prozessen in Köln waren Beschuldigte per Hubschrauber eingeflogen worden, da die Justiz aufgrund von Vorfällen in der Vergangenheit Angriffe von Fluchthelfern befürchtet hatte.

Hier lesen Sie mehr: Flug ging trotz Corona – Mann steigt am Airport Köln/Bonn aus und wird verhaftet

Zu seinen Mittätern wollte sich der Mann nicht äußern. Er habe diesen mitgeteilt, aus welchem Dorf seine Familie stamme und auch heute noch, nach 13 Jahren, Angst vor einer möglichen Vergeltung.

Maßnahmen beim Kölner Prozess wegen Corona

Die Richterin achtete beim Prozess darauf, dass alle Beteiligten aufgrund des grassierenden Coronavirus einen Sicherheitsabstand einhalten. Verteidigerin Pantea Farahzadi hatte thematisiert, dass der eigentlich vorgesehene Vorsitzende aufgrund einer Infektion unter Quarantäne stehe und fragte, ob Kontakt zwischen den jetzigen Richtern und dem Erkrankten bestanden habe.

Die Ersatz-Vorsitzende versicherte, dass es dafür keine Anhaltspunkte gäbe, ansonsten hätte man den Prozess vertagt. Ein Urteil im aktuellen Fall ist für den 24. April geplant. 

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