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Wetter zu Ferienbeginn: Hitze und volle Strände

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL vor 5 Tagen Alexander Preker

In mehreren Bundesländern haben die Ferien begonnen, die Strände an den deutschen Küsten füllen sich. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther besuchte Timmendorfer Strand - und glaubt, die Abstandsregeln werden eingehalten.

© Carsten Rehder/ dpa

Mit Ferienbeginn in mehreren Bundesländern ist es in deutschen Seebädern voll geworden. An den Stränden wimmelte es von sonnenhungrigen Menschen. Wer in den beliebten Orten an der Lübecker Bucht noch einen Strandkorb ergattern wollte, stand meist vor dem Schild: "Belegt".

In Hamburg, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben die Sommerferien bereits begonnen. In Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen geht es ebenfalls los. Es wird die erste große Reisewelle des Sommers erwartet, der ADAC rechnet mit teils langen Staus auf den Autobahnen.

Besonders auf den klassischen Urlauberrouten A3, A7, A8 und A9 sei mit viel Verkehr zu rechnen, sagte eine Sprecherin am Freitag. Auch auf der A1 und der A7 Richtung Norden würden Staus erwartet. "Dazu kommt, dass es gerade rund 750 Baustellen gibt." Am Freitag staute es sich bereits auf den Autobahnen im Norden. Viel Verkehr herrschte unter anderem auf der A1 Richtung Lübeck und auf der A7 bei Hamburg.

Wegen der Coronakrise machen in diesem Jahr mehr Deutsche als sonst Urlaub im eigenen Land. Um zu großes Gedränge an den Stränden zu verhindern, haben etwa die Ostseebäder Scharbeutz, Sierksdorf, Neustadt, Pelzerhaken und Rettin eine Internetseite entwickelt, auf der sich Tagestouristen bald vorab über das Platzangebot an den Stränden informieren können sollen.

Zudem müssen die Strandkörbe überall in einem Abstand von 3,25 Metern stehen, was in einigen Fällen bedeutet, dass nicht so viele Strandkörbe vermietet werden können. Er habe jetzt etwa 30 Prozent weniger Strandkörbe stehen, sagt Vermieter Peter Voß in Timmendorfer Strand. Strandkorbvermieterin Katja König konnte dagegen zusätzliche Flächen schaffen: "Ich hatte immer einen Spielplatzbereich, den habe ich jetzt aufgegeben."

Schaukelsommer mit kurzen Hitzephasen?

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther machte sich in Timmendorfer Strand ein Bild von der Lage. "Aus der Ferne betrachtet sieht der Strand schon sehr voll aus, aber wenn man näher ran geht, sieht man, dass die Menschen die nötigen Abstände mehrheitlich einhalten", sagte der CDU-Politiker.

Das Wetter dürfte nun jedoch erstmal schlechter werden. "Es wird wieder unbeständiger, auch mit Gewittern, ehe die Temperaturen erneut steigen", hieß es beim Deutschen Wetterdienst zu den Erwartungen vom Wochenende bis zur Wochenmitte. Das könne ein Hinweis auf einen bevorstehenden "Schaukelsommer" sein, in dem sich kurze Hitzephasen mit unbeständigen Sommertagen abwechseln.

Die Ferienorte an der Nord- und Ostsee berichten durchgängig von einer sehr guten Buchungslage. "Bei uns sind die Quartiere fast restlos ausgebucht. Die Vorbuchungen für den Sommer 2020 waren auch vor der Corona-Pandemie schon sehr gut, so dass nur noch wenige kurzfristige Reisende hinzugekommen sind", sagte die Sprecherin des Tourismus-Service Grömitz, Jaqueline Felsmann. Auch an der Nordseeküste sind die Betten vielerorts zum großen Teil ausgebucht. "Wir hatten vermutlich den stärksten Juni der vergangenen Jahre, und in der kommenden Woche werden wir die 90 Prozent-Marke in Auslastung und Belegung hinter uns lassen", sagte Olaf Raffel vom Büsumer Tourismus Marketing Service TMS.

Sorge vor zweitem Lockdown in Tourismuswirtschaft

Auch in Mecklenburg-Vorpommern füllen sich die Strände. "Es ist schon ziemlich voll, aber jetzt kommen die intensivsten Zeiten", sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf. Während der Sommerferienzeit in Deutschland bis Mitte September rechnet er mit rund vier Millionen Übernachtungsgästen im Land.

In Niedersachsen warnte der Tourismusverband Gäste und Gastgeber vor zu viel Lockerheit. "Wenn Abstands- oder Hygieneregeln nicht eingehalten werden, dann knallt uns das um die Ohren", sagte der Vorsitzende des Tourismusverbandes Niedersachsen, Sven Ambrosy. Das Allerschlimmste, was der Tourismuswirtschaft passieren könne, wäre ein coronabedingter Lockdown aufgrund erhöhter Infektionszahlen.

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