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Ausflug in die Vulkaneifel: 13 Maare in der Eifel und ihre Besonderheiten

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 07.05.2021 Katrin Reiche
Der Laacher See. © Bernd F. Meier/picture alliance/dpa/dpa-tmn Der Laacher See.

Maare sind das Markenzeichen der Vulkaneifel. 75 Maare sind wissenschaftlich nachgewiesen und zwölf von ihnen bis heute ständig mit Wasser gefüllt. Die Maarseen sind als „Augen der Eifel“ bekannt, denn sie sind oft kreisrund und das Wasser leuchtet blau.

Es gibt wunderschöne Wanderungen oder auch kürzere Spaziergänge rund um einzelne Maare, aber auch Wanderwegnetze durch die Vulkaneifel, die einige Maare miteinander verbinden.

Jeder Maarsee hat seinen besonderen Reiz. So kann man in einigen größeren Seen, wie im Gemündener Maar, sogar schwimmen, an anderen kann man angeln oder seltene Vogelarten beobachten, wieder andere sind voller Legenden, Geheimnisse oder sogar Rekorde. Im Folgenden, eine Übersicht der 13 Maare in der Vulkaneifel.

Wissenswertes rund um die Eifeler Maare finden Sie auch in dieser Broschüre.

Eichholzmaar

Das Eichholzmaar liegt in der Vulkaneifel an der Landstraße zwischen Steffeln und Duppach. Perfekt zum Spazierengehen ist das Gelände rund um das wassergefüllte Maar, eines der kleineren in der Eifel. Zu Anfang des letzten Jahrhunderts wurde das Eichholzmaar trockengelegt, um Wiesenflächen zu erhalten. Von 2007 bis 2008 wurde eine Renaturierung durchgeführt und die Wasserfläche mit einer Größe von ca. 1,1 ha wiederhergestellt. Inzwischen hat sich das Maar zu einem Refugium für seltene Wasservögel und Reptilien entwickelt.

Rund 100 Meter oberhalb und 200 Meter unterhalb des Eichholzmaares gibt es jeweils im Bachtalbereich eine Mineralquelle.

Normalerweise können von April bis Oktober an regelmäßigen Führungen des örtlichen Eifelvereins teilnehmen – wegen der Corona-Maßnahmen sind diese aktuell ausgesetzt.

Größe: etwa 1 Hektar, Durchmesser: ca. 120 Meter

Tiefe: maximale Tiefe 3 Meter

Alter: eventuell sogar älter als 100.000 Jahre.

Gemündener Maar

Das Gemündener Maar ist das nördlichste der drei Dauner Maare, in unmittelbarer Nähe des Dauner Ortsteils Gemünden und ca. 1,5 km südlich von Daun in der Eifel. Für Wasserfreunde gibt es sogar ein Naturfreibad im Gemündener Maar.

Mit einer Fläche von rund 7,2 ha ist das 30.000 Jahre alte Maar das kleinste der drei Dauner Maare (dazu gehören Gemündener Maar, Weinfelder Maar, Schalkenmehrener Maar). Teile des Sees werden im Sommer als Freibad genutzt.

Bei der vulkanischen Dampfexplosion, die das Maar entstehen ließ, blieb nur ein schmaler Grat aus Schiefer, Grauwacke und Sandstein zwischen dem Maar und dem benachbarten Liesertal stehen. Auf einem Weg rund um das Maar kann man diese Steine um den See verteilt finden.

Größe: 7.2 Hektar, 325 Meter lang und 300 Meter breit

Tiefe: 38 Meter

Alter: 30.000 Jahre

Holzmaar

Das Holzmaar liegt im Naturschutzgebiet, zwischen Gillenfeld und Eckfeld. Es ist von Wald umgeben und besitzt durch den Sammetbach einen Zu- und Ablauf. Im Holzmaar leben verschiedene Fischarten. Angler mit einem Angelschein dürfen vom Ufer aus fischen. Ein 4 km langer Rundweg führt um das Maar.

Größe: 6.8 Hektar, Umfang: 325 Meter

Tiefe: 21 Meter

Alter: 25.000 Jahre

Immerather Maar

Wenige Minuten fußläufig des Ortes Immenrath, mitten in einem Naturschutzgebiet, liegt das fast kreisrunde Immerather Maar. Mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur 1,50 m ist es das flachste Eifelmaar, die See-Oberfläche misst 60.000 Quadratmeter. Das Maar wird ausschließlich aus Niederschlag gespeist. Das Eifelauge bei Immerath ist ein beliebtes Angelrevier und Ziel für Erholungssuchende.

Ufersaum, Flachmoor und Wiesen bieten wertvolle Räume für seltene Vögel, Frösche und Libellen. Ein rund 5 km langer Maarwanderweg führt durch das Naturschutzgebiet. Es gibt auch einen Uferweg rund um das Maar und in der Nähe befinden sich ein Barfuß-Pfad und ein Labyrinth, die Teil des „Parcours der Sinne“ sind, der in und um Immerath zu finden ist.

Corona-Info: Barfuß-Pfad und Labyrinth sind, je nach der aktuellen Corona-Situation, eventuell nicht zugänglich. 

Größe: 6 Hektar, Umfang: 371 Meter

Tiefe: 1.50-1.90 Meter

Alter: möglicherweise rund 60.000 Jahre alt

Laacher See

Der Laacher See liegt in der Vordereifel, rund 8 km von Andernach entfernt. Er ist mit etwa drei Kilometern Länge und zwei Kilometern Breite ein großer Anziehungspunkt in der Eifel. Geologisch gesehen ist der Laacher See weder ein Maar noch ein Kratersee, sondern eine wassergefüllte Caldera – ein kreisrundes Becken, das durch das Absacken der Decke der entleerten Magmakammer unterhalb des Vulkans entstanden ist.

Im Laufe der Zeit kann sich ein solcher Kessel mit Wasser füllen. Der letzte Ausbruch des Vulkans, der diese Caldera schuf, fand um das Jahr 10.930 v. Chr. statt. Am Laacher See, am südöstlichen Ufer, lassen sich auch heute noch durch aufsteigendes Kohlenstoffdioxid leichte vulkanische Aktivitäten erkennen.


Video: Spektakuläre Nachtbilder vom Ausbruch des Vulkan Ätna (Euronews)

NÄCHSTES
NÄCHSTES

Rund um den See gibt es bewaldete Hänge und Felder. Er wird als Naherholungsgebiet zum Schwimmen, Segeln, Wandern und Campen genutzt. 1935 wurde der Laacher See, wegen seiner geologischen und morphologischen Beschaffenheit und als Lebensraum seltener Pflanzen- und Vogelarten, zum Naturschutzgebiet erklärt.

Größe: Umfang 7,3 km, 3 km Länge, 2 km Breite

Tiefe: 53 Meter

Alter: rund 13.000 Jahre

Meerfelder Maar

Das Meerfelder Maar liegt in der Nähe der Stadt Manderscheid. Am südlichen Ufer des Sees liegt das Dorf Meerfeld. Das Ufer des Maars ist von vielen wasserliebenden Pflanzen besiedelt, wie Seerosen, Binsen, Schilf, Schierling und gelben Schwertlilien. Es gibt rund 15 Fischarten im See, es darf mit Angelschein geangelt werden. Auch Baden ist in markierten Bereichen gestattet.

Die höchste Kraterranderhebung liegt an der Nordseite, an der sich auch der Landesblick, ein 12 m hoher hölzerner Aussichtsturm befindet.

Größe: 125 Hektar, 780 Meter lang und 490 Meter breit

Tiefe: 18 Meter

Alter: rund 80.000 Jahre

Pulvermaar

Das Pulvermaar liegt südöstlich von Daun und ist ein Maar wie aus dem Bilderbuch. Fast kreisrund mit tiefblauem Wasser gefüllt, gehört es neben dem trockenen Strohner Märchen und dem Holzmaar zu den Gillenfelder Maaren. Mit einer Wassertiefe von rund 72m ist es der tiefste Maarsee in der Vulkaneifel und einer der tiefsten in ganz Deutschland. Für Geologen ist der mit ca. 20-25 000 Jahren recht junge Maarsee eine Spielwiese mit vielen sichtbaren Zeugnissen seiner Entstehungsgeschichte.

Bis heute wird das Maar von einem nahezu lückenlosen bis zu 20 Meter hohen Tuffwall umgeben, eine morphologische Einzigartigkeit in der Eifel. Der See ist von Buchenwäldern umgeben und ein Wanderweg von 2,3 km führt entlang des Ufers. Am Ostufer des Maars lädt ein Naturbad zum Baden ein. In der Nähe befindet sich der Campingplatz „Feriendorf Pulvermaar“.

Größe: 700 Meter Durchmesser

Tiefe:  72 Meter

Alter: ca. 23.000 Jahre

Schalkenmehrener Maar

Das Schalkenmehrener Maar liegt rund drei Kilometer südöstlich von Daun und gehört zu den drei Dauner Maaren (dazu gehören Gemündener Maar, Weinfelder Maar, Schalkenmehrener Maar). Es ist ein sogenanntes Doppelmaar und besteht aus dem westlichen Maarsee und dem Trockenmaar im Osten. In diesem Teil hat sich eine Flachmoorvegetation entwickelt. Pfeifengraswiesen und Seggenriede bieten Lebensraum für seltene Tierarten, insbesondere feuchtland- und wasserliebende Vogelarten. Schöne Wanderungen führen rund um den See. Wer sich danach abkühlen möchte, kann im Naturfreibad am östlichen Teil des Sees ins Wasser springen. Außerdem kann man im Schalkenmehrerener Maar Angeln.. 

Größe: 500 bis 575 Meter Umfang

Tiefe: 21 Meter

Alter: rund 10.500 Jahre

Trautzberger Maar

Er ist der kleinste Vulkansee der Eifel: Das Trautzberger Maar bei Strohn wurde vor Jahrzehnten trockengelegt. 2014 wurden Arbeiten zur Wiedervernässung durchgeführt, heute ist das Maar wieder mit Wasser gefüllt. Das Maar ist Bestandteil des Naturschutzgebiets Wartgesberg.

Größe: 75 Meter Durchmesser

Alter: ca 20.000 Jahre, Glazialzeit

Sangweiher

Der Sangweiher liegt im gleichnamigen Naturschutzgebiet in der Nähe von Daun - zwischen Schalkenmehren und Udler - nahe dem Maare-Mosel-Radweg. Der Sangweiher ist ein altes Maar, das im 17. Jahrhundert mit Hilfe eines Dammes zum Fischweiher gemacht wurde. Der wiederum wurde im 19. Jahrhundert trockengelegt, um die Fläche landwirtschaftlich zu nutzen. In den 1980er Jahren wurde der alte Zustand wieder hergestellt. Das Naturschutzgebiet bietet Lebensraum für viele Vogelarten. Am Ufer stehen zwischen den Bäumen zwei Stationen zur Vogelbeobachtung.

Größe: 600 Meter lang und 500 Meter breit

Ulmener Maar / Jungferweiher

Das Ulmener Maar liegt in unmittelbarer Nähe zur Stadt Ulmen. Dieses Maar ist eines der jüngsten Eifelmaare.  Die Burgherren von Ulmen haben dort einst Karpfen gezüchtet, doch im Laufe der Zeit verlandete das Maar. Lange stachen die Ulmener in dem ehemaligen Maar Torf, bis 1942 beschlossen wurde, den Bereich wieder zu fluten und den Ulmener Bach aufzusauen. Um das Ulmener Maar ranken sich viele Geschichten und Sagen. Am südlichen Rand des Walls befinden sich die Ruinen einer Ritterburg aus dem 11. Jahrhundert. Es führen schöne Wanderwege und Naturlehrpfade durch den Wald und um das Maar.

Ein Stück nördlich des Ulmener Maars – durch die Autobahn getrennt – befindet sich der Jungferweiher, ein wieder geflutetes Trockenmaar. Heute befindet sich dort ein Vogelschutzgebiet.

Größe: 510 Meter lang und 350 Meter breit

Tiefe: 37 Meter

Alter: rund 10.900 Jahre

Weinfelder Maar

Das Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt, liegt etwa zwei Kilometer von Daun entfernt und gehört zu den drei Dauner Maaren. Die Bezeichnung „Totenmaar“ stammt vom in unmittelbarer Nähe des Maars gelegenen Friedhof mit einer kleinen, teilweise bereits im 14. Jahrhundert erbauten Kapelle. Esel und Ziegen sind am Weinfelder Maar angesiedelt worden, um den Bewuchs zu regulieren. Denn die einzigartige Flora und Fauna des Maars sind unter Naturschutz gestellt.

Es ist das tiefste Maar der drei Dauner Maare (Gemündener Maar, Weinfelder Maar, Schalkenmehrener Maar). Es gibt viele Sagen und Geschichten rund um das Totenmaar. Einer Legende zufolge soll hier einmal ein Schloss gestanden haben, in dem ein Graf lebte. Als dieser eines Tages von der Jagd zurückkehrte, war das Schloss mit allen Bewohnern im Erdboden versunken und hinterließ einen See, das Totenmaar. Schwimmen ist hier nicht erlaubt. Es gibt aber einen rund 2 km langen schön Uferweg zum Spazieren.

Größe: 525 Meter lang und 375 Meter breit,

Tiefe: 51 Meter

Alter: vor rund 20.000 bis 30.000 Jahren entstanden

Windsborn Bergkrater See

Der Windsborn ist einer der seltenen echten Kraterseen nördlich der Alpen und gehört zur Mosenberg-Vulkangruppe. Er liegt in der südwestlichen Vulkaneifel, bei Bettenfeld in Rheinland-Pfalz. Der Windsborn ist kreisrund und komplett von einem 20 bis 30 m hohen Wall umgeben, der steil zum See abfällt. Der Wall rund um den See besteht aus rotbrauner Asche und Schlacke, die vor etwa 29.000 Jahren aus dem Vulkan ausgeworfen wurde. Der kleine Windsborn ist nur rund 1,70 m tief und besitzt keinen Zu- und Abfluss, wodurch das Wasser sehr nährstoffarm ist. Die Pflanzen des Sees, unter anderem Fieberklee und Sumpfblutauge, stehen unter Naturschutz.

Tiefe: 1,70  Meter 

Alter: vor rund 29.000 Jahren entstanden

Weitere Infos über die Maare in der Eifel finden Sie auch hier

Hinweis: Wegen der Corona-Maßnahmen ist die Zusammenkunft im privaten und öffentlichen Raum weiterhin eingeschränkt. Bitte richten Sie sich bei gemeinsamen Aufenthalte im Freien nach den aktuell geltenden Corona- und Abstandsregeln und tragen Sie dort, wo es geboten ist, Ihren Mund-Nasenschutz. Halten Sie Abstand und nehmen Sie Rücksicht.

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