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Herbstferien: So reisen die Deutschen in den Urlaub - trotz Krise

EXPRESS-Logo EXPRESS 29.09.2022 Björn Cremer (bcr)
Reisende stehen am Flughafen Düsseldorf Schlange, aufgenommen am 27. Juli 2022. © dpa Reisende stehen am Flughafen Düsseldorf Schlange, aufgenommen am 27. Juli 2022.

Nordrhein-Westfalen ist dieses Jahr früh dran: Schon am 4. Oktober starten im bevölkerungsreichsten Bundesland die Herbstferien. Mit dem Wochenende und einem Feiertag davor heißt das, dass ab Samstag, 1. Oktober, viele Menschen in den Urlaub fahren werden.

Doch gleichzeitigen liegen Energiekrise und Inflation schwer auf den Geldbeuteln. Im September ist die Teuerungsrate bereits auf 10 Prozent gestiegen, verantwortlich dafür sind vor allen Dingen die hohen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln. 

Herbstferien bereits gut gebucht – keine Häufungen von Stornierungen

Da kann sich doch kaum noch jemand einen Urlaub leisten - oder? Fehlanzeige: Am eigenen Urlaub wollen die Deutschen nämlich nicht knapsen, wie Vertreterinnen und Vertretern der Tourismusbranche auf Nachfrage von EXPRESS.de erklären. 

Eine Sprecherin von TUI, dem größten Touristikunternehmen Europas, erläutert, dass die Herbstferien bereits gut gebucht seien. Man könne auch keine Häufung von Stornierungen oder ein Ausweichen auf günstigere Ziele feststellen. 

Stattdessen gebe es einen Trend zu Pauschalreisen mit All-Inklusiv-Angebot. Beliebte Reiseziele seien jetzt im Herbst vor allem Länder, in denen es noch immer warm ist: Vor allem Griechenland, die Türkei und die Kanaren seien gefragt. 

Die Reiselust ist offenbar stärker als die Inflation: Dass die Deutschen vermehrt wegfliegen wollen, wird auch vom Betreiber des Flughafens Düsseldorf bestätigt. Der rechnet für Oktober mit 1,7 Millionen Fluggästen. Im Vergleich zum Vorjahr (1,3 Millionen) ein deutliches Plus, aber noch immer weniger als 2019, dem letzten Jahr vor der Corona-Pandemie (2,6 Millionen). Nach Monaten der Reiseeinschränkungen bleibt die Nachfrage nach Urlaub – trotz Krisen-Stimmung – ungebrochen.

Wie die Reisekonzerne unisono berichten, sei allgemein auffällig, dass die Menschen ihren Herbsturlaub kurzfristiger buchen als gewöhnlich. Last Minute buchen – auch das ein Trend der Deutschen in diesem Jahr. Es scheint, als wollten viele Reisende flexibel bleiben – und sind bei ihren Urlaubsplanungen vorsichtiger.

Neben TUI vermelden auch die DER Touristik Group und der Tourismuskonzern FTI Group ein hohes Buchungsniveau. Laut dem Chef von FTI liegen die Buchungszahlen zwar einerseits noch immer unter denen von 2019. Andererseits seien die Umsatzzahlen auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres geblieben. „Dies deutet darauf hin, dass unsere Gäste längeren und hochwertigeren Urlaub buchen“.

Die Unternehmenssprecherin des TUI-Konzerns gibt sogar eine mögliche Erklärung des Phänomens an: „Die jetzige Inflation und die steigenden Energiepreise werden sich nicht vollumfänglich auf die Preise auswirken, da viele Hotel- und Flugkontingente für Reisen im Herbst im letzten Jahr verhandelt wurden.“ Zu einer Zeit also, als Inflation und Energiekosten noch viel niedriger waren als jetzt.

Urlaub bleibt also vorerst noch verhältnismäßig günstig. Welches Bundesland wann die niedrigen Preise für einen spontanen Herbsturlaub nutzen kann, sehen Sie in der folgenden Auflistung der Ferienzeiten.

Herbstferien in Deutschland: Das sind die Ferienzeiten in den Bundesländern

  • Nordrhein-Westfalen: 4. Oktober - 14. Oktober
  • Mecklenburg-Vorpommern: 10. Oktober - 14. Oktober + 1. November - 2. November
  • Hamburg und Schleswig-Holstein: 10. Oktober - 21. Oktober
  • Niedersachsen: 17. Oktober - 28. Oktober
  • Bremen, Sachsen und Thüringen: 17. Oktober - 29. Oktober
  • Rheinland-Pfalz: 17. Oktober - 31. Oktober
  • Hessen: 24. Oktober - 29. Oktober
  • Sachsen-Anhalt und Saarland: 24. Oktober - 04. November
  • Brandenburg und Berlin: 24. Oktober - 05. November
  • Baden-Württemberg: 31. Oktober + 02. November - 04. November
  • Bayern: 31. Oktober - 04. November + 16. November

Die Urlaubslust der Deutschen scheint also trotz zahlreicher Krisen ungebrochen. Die Tourismus-Branche zeigt sich zufrieden.

Nach zwei Jahren mit coronabedingt wenig Reisenden hätte ein Einbruch der Buchungszahlen aufgrund der Inflation vielen Reiseveranstaltern wohl ziemliche Kopfschmerzen bereitet. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Reiselust der Deutschen auch in den kommenden Monaten bestehen bleibt – denn die hohe Inflation wird uns wohl auch 2023 begleiten. (bcr)

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