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321 kuriose Tage im Fußballerleben von Lukaku: "Ich bin mit Inter immer in Kontakt geblieben"

kicker-Logo kicker 30.06.2022

Seit Mittwochabend ist ein Strich drunter: Romelu Lukaku hat seinen Willen bekommen und ist nur ein Jahr nach seiner Rückkehr zum FC Chelsea wieder an Bord von Inter Mailand. Das alles aber nicht ohne Nebengeräusche.

Winkt wieder den Inter-Fans zu: Rückkehrer Romelu Lukaku. © IMAGO/Independent Photo Agency Int. Winkt wieder den Inter-Fans zu: Rückkehrer Romelu Lukaku.

Stürmer stichelt auch nochmals gegen Chelsea

Von einer kleinen Saga kann schon gesprochen werden, wenn es um die vergangenen 321 Tage im Leben von Romelu Lukaku geht. Denn just vor eben 321 Tagen - damals, am 12. August 2021 - hat der belgische Nationalspieler die auf einen Verbleib hoffenden Inter-Fans massiv enttäuscht, weil er aus deren Sicht dem Lockruf des Premier-League-Geldes und dem Lockruf seines früheren Arbeitgebers Chelsea (2011 bis 2013) gefolgt ist. Für eine Ablöse von 115 Millionen Euro.

Ein Zitat der Interisti von damals: "Lieber Lukaku, wir haben von dir ehrlicheres und transparenteres Verhalten erwartet. Wir wünschen dir trotzdem alles Gute, auch wenn sich Gier nicht immer auszahlt." Warum? Weil Lukaku zuvor immer wieder unterstrichen hat, wie sehr er seine Zeit bei den Nerazzurri schätzt, das Leben in Mailand genießt und die Herzlichkeit aller Fans, Mitarbeiter und Teamkollegen liebt.

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Und doch ist Lukaku gegangen. Sein Wunsch von einem zweiten Anlauf in der Premier League hat überwogen, hat ihn von der Rückkehr auf die Insel überzeugt. "Es war eine lange Reise: Ich kam zunächst als Kind und musste noch lernen, jetzt kehre ich mit vielen Erfahrungen und als Mann zurück", so Lukaku damals vorfreudig auf sein zweites Blues-Kapitel, die er mit der Empfehlung von beeindruckenden 64 Toren und 16 Vorlagen in nur 95 Pflichtspielen für Inter Mailand inklusive der Serie-A-Meisterschaft 2021 angetreten ist.

Ratloser Tuchel

321 Tage später ist zu konstatieren: Lukakus Hoffnungen sind zerplatzt. In 26 Premier-League-Partien für Chelsea unter Thomas Tuchel sind ihm nur acht Treffer gelungen - und zudem "anderes" passiert. Stichworte: eine historisch schlechte Ballkontakt-Statistik beim 1:0-Auswärtssieg über Crystal Palace Mitte Februar, kein Platz im Kader beim Champions-League-Viertelfinalrückspiel gegen den späteren Champion Real Madrid und ein mitunter ratloser ("Ich weiß nicht, was ich sagen soll") oder auch angefressener Coach Tuchel ("Manchmal muss Romelu auch abspielen - er ist ein Teil von uns und hat oft in vielversprechenden Situationen den Ball verloren"), der seinen Star-Stürmer Anfang des Jahres sogar kurzerhand vor dem Ligakracher gegen Liverpool aus seiner Truppe streicht.

"Es ist nicht das, was wir wollen und nicht das, was Romelu will", ergänzt Tuchel zu der ganzen Causa etwas später - um damit den Nagel auf den Kopf zu treffen. Denn das, was Lukaku will, unterstreicht dieser selbst schon Ende des Jahres 2021 in einem Interview mit "Sky". "Vom tiefsten Herzen" hofft Lukaku schon hier auf ein Comeback bei den Nerazzurri der Serie A - und zwar "wenn ich noch auf Top-Level bin, damit wir zusammen mehr gewinnen können". Klar, dass dieses Interview bei den CFC-Bossen nicht gut angekommen ist.

Lukaku hat sogar sein Haus in Italien behalten

Seit Mittwochabend ist aber klar: Chelsea hat Lukaku am Ende ziehen lassen - und den Stürmer nun für acht Millionen Euro plus etwaige Boni auf Leihbasis sowie ohne Kaufoption zurück zu Inter gegeben. Dabei verzichtet der Belgier und WM-Fahrer sogar auf 35 Prozent seines Gehalts. Und das nur, um wie er sagt, zurück zu seiner "Familie" zu kommen.

Darum macht Lukaku keinen Hehl, wie er in seinem ersten Interview mit Inter an diesem Donnerstag unterstreicht. "Es ist sehr emotional", sagt der 29-Jährige im vereinseigenen TV. "Inter hat mir viel gegeben. Ich hoffe, dass ich es von nun an noch besser machen kann als zuvor. Ich habe mein Haus nicht verkauft, als ich nach England ging. Ich denke, das sagt etwas aus."

Sicherlich Worte, die manch einem Chelsea-Mitglied oder -Fan immer noch sauer aufstoßen. Zumal Lukaku auch noch zugibt, während seinen 321 Chelsea-Tagen dauerhaft mit dem FC Internazionale in Kontakt geblieben zu sein. Und zwar auch mit Mailands Coach Simone Inzaghi, mit dem der Stürmer nicht mal zusammengearbeitet hat bislang - Meistertrainer vor einem Jahr ist schließlich noch der heute für Tottenham tätige Antonio Conte gewesen. "Ich bin mit Simone Inzaghi während der gesamten letzten Saison in Kontakt geblieben." Zudem seien die Inter-Teamkameraden wie Lautaro Martinez, Marcelo Brozovic, Nicolo Barella & Co. für ihn "wie Brüder": Er habe deswegen in den letzten Wochen "praktische mit jedem gesprochen. Ich wollte unbedingt zurück, sie haben auch darum gebeten, dass ich komme. Danke!"

"Es fühlt such so an, wieder nach Hause zu kommen"

Besonders dankt Lukaku wegen der am Ende erfolgreichen Rückholaktion Inter-Präsident Steven Zhang: "Wir haben zuletzt über so viel geredet, auch darüber, wie es eigentlich unmöglich für mich ist, hierher zurückzukommen. Doch wir haben es geschafft - und darüber bin ich überglücklich. Es fühlt sich so an, wieder nach Hause zu kommen."

Dazu passt dann auch Lukakus kleine Stichelei Richtung Chelsea und Tuchel, weil dieser ihn ja zwischenzeitlich mal als zu egoistisch auf dem Fußballfeld bezeichnet hat: "Ich bin kein egoistischer Spieler, ich denke immer ans Team." An welches? An Inter - und an das offenbar schon intensiv in den letzten 321 Tagen.

Zum Thema: Rückkehr des Rückkehrers - Lukaku spielt wieder für Inter

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