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Bundesliga: RB Leipzig in der Kaderanalyse: Hilft nur ein Gomez-Double gegen den Werner-Kater?

SPOX-Logo SPOX 08.09.2020 Max Schrader

Nur knapp 30 Millionen Euro soll RB Leipzig in diesem Sommer für Neuzugänge zur Verfügung haben. Auf welchen Positionen besteht beim Champions-League-Halbfinalisten noch Handlungsbedarf? Und wer soll eigentlich Timo Werner, Patrik Schick und die 44 Saisontore der beiden ersetzen? Der Kadercheck .

Der Abgang von Timo Werner muss laut Julian Nagelsmann © Bereitgestellt von SPOX Der Abgang von Timo Werner muss laut Julian Nagelsmann

RB Leipzig: Die Situation im Tor

  • Personal: Peter Gulasci (Vertrag bis 2023), Josep Martinez (Vertrag bis 2024), Philipp Tschauner (Vertrag bis 2021), Tim Schreiber (Vertrag bis 2022)
  • Abgänge: Yvon Mvogo (zweijährige Leihe zur PSV Eindhoven)
  • Zugänge: Josep Martinez (für 2,5 Millionen Euro von UD Las Palmas), Tim Schreiber (U19 RB Leipzig)
  • Fragezeichen: -
  • Kandidaten: -

Peter Gulacsi (30) ist als Stammtorhüter unumstritten. Seit 2016 steht er im Tor und erlebte mit dem Klub den Schritt von der zweiten in die erste Liga. Mit fast 72 Prozent gehaltener Bälle war der Ungar statistisch gesehen sogar einer der besten Torhüter in Europa und zeigte unter anderem im Champions-League-Achtelfinale gegen Tottenham Hotspur eine starke Leistung.

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Hinter Gulacsi wurde mit Josep Martinez (22) ein potenzieller Nachfolger verpflichtet. Der Spanier wurde bereits im Winter von UD Las Palmas geholt, in der Rückrunde war er aber noch an den Klub aus der LaLiga2 ausgeliehen.

In Leipzig wird er zum Saisonstart Yvon Mvogo (26) ersetzen, der für zwei Jahre an PSV Eindhoven ausgeliehen wurde. Die Leipziger verlängerten zuvor den Vertrag des Schweizers, der mehrfach einen Wechselwunsch geäußert hatte, bis 2023. Auf lange Sicht soll zwischen Mvogo, der bei seiner Rückkehr 28 Jahre alt wäre, und Martinez ein Duell um die Nachfolge von Gulacsi entstehen.

Als Nummer drei wird erneut Philipp Tschauner fungieren. Der 34-Jährige stand bislang noch keine Minute für die Leipziger zwischen den Pfosten. Tschauner soll, ähnlich wie damals Tom Starke beim FC Bayern, mit seiner Erfahrung und als Führungspersönlichkeit der Mannschaft helfen.

Zur neuen Saison soll er sich vor allem um Nachwuchstalent Tim Schreiber kümmern, der von der A-Jugend hochgezogen wurde. Er soll mit den Profis trainieren, eine mögliche Leihe wird nach Informationen von SPOX und Goal erst im kommenden Sommer diskutiert.

RB Leipzig: Die Situation in der Abwehr

  • Personal: Dayot Upamecano (Vertrag bis 2023), Ibrahima Konate (Vertrag bis 2023), Lukas Klostermann (Vertrag bis 2024), Willi Orban (Vertrag bis 2022), Marcel Halstenberg (Vertrag bis 2022), Nordi Mukiele (Vertrag bis 2023), Benjamin Henrichs (Vertrag bis 2022)
  • Abgänge: Angelino (Leihende, Manchester City), Frederik Jäkel (zweijährige Leihe, KV Oostende), Ethan Ampadu (Leihende, FC Chelsea), Malik Talabidi (FC Wil 1900)
  • Zugänge: Benjamin Henrichs (Leihe, AS Monaco)
  • Fragezeichen: Mukiele
  • Kandidaten: Angelino (zuvor von Manchester City ausgeliehen), Min-jae Kim

Julian Nagelsmann wechselte im Laufe der Saison immer wieder zwischen Dreier- und Viererkette. In der Endphase der Saison setzte er, auch aufgrund der Verletzungen von Willi Orban (27) und Ibrahima Konate (21), ausschließlich auf eine Dreierkette, die aus Lukas Klostermann (24), Dayot Upamecano (21) und Marcel Halstenberg (28) bestand. Mit Upamecano, Orban und Konate stehen momentan drei gelernte Innenverteidiger im Kader. Dazu kommen mit Nordi Mukiele (22), Klostermann und Halstenberg noch drei weitere Spiele hinzu, die in der Dreierkette agieren können.

Unabhängig von der Anzahl der Spieler in der Abwehrreihe, ist Upamecano die große Stütze im Team. Beim Champions-League-Finalturnier in Lissabon zeigte der Franzose teils überragende Leistungen. Gut für die Leipziger, dass bereits im Vorfeld der Vertrag um zwei Jahre bis 2023 verlängert wurde. Ab dem kommenden Sommer besitzt er allerdings eine Ausstiegsklausel, die zwischen 45 und 50 Millionen Euro liegen soll.

Um den Wettbewerb im Team noch weiter anzuheizen und sich für die vielen englischen Wochen noch breiter aufzustellen, soll sich RBL laut des Telegraph mit dem Südkoreaner Min-jae Kim (23) beschäftigen. In seiner Heimat hat dieser den Spitznamen "Das Monster" erhalten. Den Leipziger Scouts sollen vor allem seine Schnelligkeit, seine langen Pässe und sein Zweikampfverhalten imponiert haben. Die Personalie genießt bei den Leipzigern zurzeit aber keine Priorität. Möglich ist daher, dass Kim zunächst den fast schon traditionellen Weg zum Schwesterklub in Salzburg einschlägt. Der Klub sieht Kim nur als wirkliche Alternative an, sollte Angelino (23) nicht verpflichtet werden.

RB Leipzig: Angelino soll unbedingt gehalten werden

Der linke Außenverteidiger sollte nach seiner halbjährigen Leihe bereits zu Manchester City zurückkehren. Beide Klubs einigten sich zunächst auf eine Verlängerung der Leihe bis zum 8. September, um noch mehr Zeit für die Verhandlungen zu haben. Nach kicker-Informationen wird Angelino für eine weitere Saison nach Leipzig verliehen, am Ende haben die Roten Bull eine Kaufpflicht in Höhe von 20 Millionen Euro, immerhin zehn Millionen Euro unter der vorherigen Kaufoption.

Mit Neuzugang Benjamin Henrichs (23), der von der AS Monaco ausgeliehen wurde, hat Nagelsmann eine weitere Alternative auf der Außenbahn. Sowohl Klostermann als auch Mukiele sieht der Coach eher in der Dreierkette als auf der Außenbahn. Vor allem Nationalspieler Klostermann hat sich mit der Rolle als Innenverteidiger abgefunden, wie er dem kicker mitteilte. In der Rückrunde hatten Konrad Laimer (23) oder Tyler Adams (21) auf der rechten Seite die Nase noch vor Klostermann.

Mit Frederik Jäkel wurde ein Talent in die belgische Liga zu KV Oostende verliehen. Der Innenverteidiger soll dort unter Ex-RB-Jugendtrainer Alexander Blessin Erfahrungen sammeln, um danach die Leipziger "nachhaltig zu verstärken", so der Klub. Malik Talabidi wurde in die zweite Schweizer Liga abgegeben, RBL besitzt aber eine Rückkaufoption.

Ein kleines Fragezeichen steht bislang noch hinter Nordi Mukiele. Der Franzose kam trotz der Verletzungen von Orban und Konate nur sporadisch zum Einsatz. Sky brachte als möglichen Abnehmer den FC Bayern ins Spiel. Vorstandschef Oliver Mintzlaff erklärte aber jüngst, dass er keine "hohen Gebote" für Mukiele erwarte und schloss somit einen Verkauf in diesem Sommer aus. Mukiele könnte der Nutznießer sein, sollte Angelino doch nicht in Leipzig bleiben.

RB Leipzig: Die Situation im Mittelfeld

  • Personal: Tyler Adams (Vertrag bis 2025), Konrad Laimer (Vertrag bis 2023), Kevin Kampl (Vertrag bis 2023), Amadou Haidara (Vertrag bis 2023), Christopher Nkunku (Vertrag bis 2024), Dani Olmo (Vertrag bis 2024), Emil Forsberg (Vertrag bis 2022), Marcel Sabitzer (Vertrag bis 2022)
  • Abgänge: Hannes Wolf (zweijährige Leihe mit Kaufpflicht, Borussia Mönchengladbach), Mads Bidstrup (ablösefrei, Brentford B), Tom Krauß (Leihe, 1. FC Nürnberg)
  • Zugänge: Lazar Samardzic (Hertha BSC)
  • Fragezeichen: Haidara, Forsberg
  • Kandidaten: Florian Grillitsch (TSG Hoffenheim), Jakub Moder (Lech Posen), Ilaix Moriba (FC Barcelona B), Marc Roca (Espanyol Barcelona)

Nach dem Abgang von Diego Demme in Winter zur SSC Neapel rückte Marcel Sabitzer (26) neben Konard Laimer in die Mitte. Der Österreicher, der ab der neuen Saison der Kapitän des Teams sein wird, glänzte auf dieser Position. Obwohl Sabitzer groß aufspielte und mit Kevin Kampl (29), Tyler Adams (21) und Laimer schon weitere nominelle zentrale Mittelfeldspieler im Kader sind, haben die Leipziger dennoch nach einer weiteren Alternative im zentralen Mittelfeld gesucht und sie gefunden.

Zunächst galten Hoffenheims Florian Grillitsch (25) oder Marc Roca (23) von Espanyol Barcelona als heiße Kandidaten. Tatsächlich soll bei RBL intern über beide Spieler diskutiert worden sein, aufgrund der finanziellen Rahmenbedinungen und der Mindestforderung in Höhe von 20 Millionen Euro sahen die Leipziger jedoch schnell von einer Verpflichtung ab.

Jakub Moder (21) von Lech Posen hätte allein aufgrund seines Alters ins Beuteschema gepasst, der Pole passte dafür nicht ganz ins Nagelsmanns Vorstellungen. Am Ende einigten sich die Verantwortlichen mit Hertha-Juwel Lazar Samardzic (18) auf einen Transfer. Mit einer Ablösesumme von rund 800.000 Euro ist der deutsche U20-Nationalspieler sogar noch ein echtes Schnäppchen.

"Lazar Samardzic ist eines der größten deutschen Talente. Obwohl er auch international Begehrlichkeiten geweckt hat, ist es uns gelungen, ihn vom einem Wechsel zu RB Leipzig und unserem Weg zu überzeugen. Wir trauen Lazar bei uns die nächsten Schritte zu", sagt Sportchef Krösche am Dienstag.

RB Leipzig: Emil Forsberg will trotz Bankplatz bleiben

Emil Forsberg (28) soll hingegen trotz einiger Unstimmigkeiten im Laufe der vergangenen Saison und der Breite im zentralen Mittelfeld bleiben. Der Schwede glänzte zwar durch seine Ballbesitzstärke, im 3-4-3-System offenbarten sich aber seine Schwächen im Anlaufen und Umschalten. Mit Krösche habe es dennoch gute Gespräche gegeben, beteuerte er. Forsberg spielt bereits seit 2014 in Leipzig und gilt daher als eine Art Ur-Bulle. Nach dem Verkauf von Werner ist er neben Yussuf Poulsen das Gesicht des Klubs.

Wegen Dani Olmo (21) fühlten angeblich mehrere europäische Klubs, laut Bild-Informationen unter anderem Real Madrid, vor. Da sich der Spanier aber besonders in der Endphase der Saison als absoluter Gewinn präsentierte und erst im Winter gekommen war, gilt er nahezu als unverkäuflich. Im Leipziger-Tempospiel soll Olmo mehr Verantwortung übernehmen.

Der Abgang von Mads Bistrup machte derweil die Defizite in der Leipziger Jugendarbeit noch deutlicher. Bislang schaffte es kein Talent langfristig in die Profimannschaft. Bistrup wurde sogar einst für zwei Millionen Euro geholt, nun geht er ablösefrei nach England. Hannes Wolf verließ ebenfalls den Verein. Er folgte nach einem enttäuschenden Jahr seinem Salzburger Ex-Trainer Marco Rose nach Gladbach.

RB Leipzig: Die Situation im Angriff

  • Personal: Yussuf Poulsen (Vertrag bis 2022), Hee-chan Hwang (Vertrag bis 2025), Dennis Borkowski (Vertrag bis 2023), Ademola Lookman (Vertrag bis 2024), Fabrice Hartmann (Vertrag bis 2023), Jean-Kevin Augustin (Vertrag bis 2022)
  • Abgänge: Timo Werner (53 Millionen Euro, FC Chelsea), Patrik Schick (Leihende, AS Rom und Wechsel zu Bayer Leverkusen)
  • Zugänge: Hee-chan Hwang (9 Millionen Euro, RB Salzburg), Jean-Kevin Augustin (Leihende, Leeds United), Dennis Borkowski (U19, RB Leipzig)
  • Fragezeichen: Augustin, Lookman, Borkowski
  • Kandidaten: Alexander Sörloth (von Crystal Palace an Trabsonspor verliehen), Darwin Nunez (UD Almeria), Milot Rashica (Werder Bremen), Ricardo Horta (SC Braga)

Die größte Leipziger Kaderbaustelle ist zweifelsohne der Angriff. Hier müssen Timo Werner (24), Patrik Schick (24) und mit ihnen 44 Saisontore ersetzt werden. Allein der Abgang von Werner wiegt schwer. Neben dem großgewachsenen Schick, der zu Konkurrent Bayer Leverkusen wechselt, oder Yussuf Poulsen (26) schafften seine Läufe immer wieder Räume für seine Mitspieler. Für insgesamt 47 Scorerpunkte sorgte alleine Werner in der vergangenen Saison. Das aktuelle Zwischenfazit im Leipziger Sturm lautet also: Ohne Timo ist eigentlich alles doof.

Wie also sollen also Werners Vorlagen und Tore und Schicks Präsenz ersetzt werden? Zunächst einmal will Nagelsmann die Verantwortung dafür "auf mehrere Schultern verteilt" sehen. Hee-chan Hwang (24) vom Schwesterklub aus Salzburg soll eine dieser Schultern sein. "Er macht unsere Offensive mit seiner Schnelligkeit und Wendigkeit noch flexibler", kündigte Krösche an.

Trotz der Verpflichtung sieht RBL weiterhin Handlungsbedarf. "Es wäre extrem dämlich, wenn man es anders sieht", sagte Nagelsmann erst kürzlich. Dass er den zu Chelsea abgewanderten Werner nicht ersetzen kann, ist den Verantwortlichen klar.

Der Abgang von Timo Werner muss laut Julian Nagelsmann © Bereitgestellt von SPOX Der Abgang von Timo Werner muss laut Julian Nagelsmann

RB Leipzig: Wer schließt die große Lücke im Sturm?

Der Fall Milot Rashica (24) offenbarte, wie schwer es Leipzig in diesem Sommer auf dem Transfermarkt hat. Obwohl es lange Zeit nach einem Wechsel des Flügelflitzers von Werder Bremen aussah, sind die Fronten in den Verhandlungen nun verhärteter denn je. Leipzig will nicht die aufgerufenen 25 Millionen Euro bezahlen, Werder will (und kann) nicht entgegenkommen. Angeblich soll RBL sogar nur 15 Millionen Euro plus weitere Bonuszahlungen bieten.

Einen billigeren Rashica hat RBL dafür bereits im Blick: Ricardo Horta (25) könnte für 13 Millionen Euro aus Braga kommen, mit seinen 25 Jahren ist er aber fast schon zu alt für die RB-Philosophie. Eigentlich sollen nur Spieler geholt werden, die 24 Jahre oder jünger sind. Nur bei Kevin Kampl machte der Klubs bislang eine Ausnahme.

Bei Alexander Sörloth (24) ist die Situation ähnlich kompliziert. Der Norweger ist zurzeit von Crystal Palace an Trabzonspor ausgeliehen, die aber jederzeit eine Kaufoption in Höhe von lediglich sechs Millionen Euro ziehen könnten. Leipzig soll bislang 17 Millionen Euro geboten haben, zu wenig für den türkischen Klub, der um die 25 Millionen Euro fordert.

Alp Colok, Süper-Lig-Experte von SPOX und Goal, vergleicht Sörloth aufgrund seiner Spielanlage mit Mario Gomez. Für seine Größe von 1,95 Meter wirkt Sörloth aber bemerkenswert flink und könnte sogar wie Schick auf die Außenpositionen ausweichen und somit eine Art Schick 2.0. sein.

Mit Bruno Petkovic (25) von Dinamo Zagreb und Dusan Vlahovic (20) von der AC Florenz stehen auf dem RBL-Scoutingzettel noch weitere Namen. Die Beiden sollen aber nur Optionen sein, würde die Baustelle im Sturm nicht durch einen Sörloth- oder Rashica-Transfer geschlossen werden.

Zwei Fragezeichen stehen zudem hinter den Personalien Ademola Lookman (22) und Nachwuchsstürmer Dennis Borkowski (19). Lookman rechtfertigte seine Ablösesumme von 18 Millionen Euro bislang noch nicht. Der Engländer saß oft auf der Bank, wirkte lustlos und nicht überzeugend, wenn er eingewechselt wurde. Nagelsmann hatte daher wiederholt dessen Offensivausbeute kritisiert. Ein Wechsel ist aufgrund der aktuellen Personalsituation noch kein Thema, Interessenten aus England soll es aber geben.

Nachwuchsstürmer Dennis Borkowski soll sich im kommenden halben Jahr beweisen. Danach wird nach Informationen von SPOX und Goal über eine mögliche Leihe entschieden. Im Klub hoffen sie, dass er (endlich) der erste Jungspieler werden kann, der aus der eigenen, so teueren Jugend stammt und sich bei den Profis festspielt.

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