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Die enttäuschende Karriere von Schalkes ehemaligem Talent Levan Kenia

90min-Logo 90min 10.04.2020 Yannik Möller
France v Georgia - FIFA 2014 World Cup Qualifier © John Berry/GettyImages France v Georgia - FIFA 2014 World Cup Qualifier

Kaum ein Neuzugang von ​Schalke 04 hatte mit einer solch großen Differenz zwischen Talent und tatsächlicher Leistung zu kämpfen, wie Levan Kenia. Im Alter von jungen 18 Jahren kam er aus Georgien zum S04, doch den Durchbruch hat er nie geschafft.

Spieler, denen ihr Ruf als großes Talent vorauseilt, gibt es viele. Youngsters, denen eine große Karriere vorhergesagt wird, ebenso. Levan Kenia verband wohl beides, als er nach Deutschland wechselte. Im Frühjahr 2008 kam er für 500.000 Euro vom FC Locomotive aus Georgien, im Alter von 18 Jahren.

Kenia als hoffnungsvolles Talent

Schon in jungen Jahren galt er als sehr großes Talent. Sein erstes halbes Jahr auf Schalke verbrachte er jedoch noch in der U19. Somit spielte er zunächst in der U19-Bundesliga, wo er auf zehn Einsätze kam. In diesen Partien konnte der Offensivspieler noch zwei Treffer und sieben Assists zum Besten geben. Im Sommer sollte dann der Schritt zu den Profis erfolgen - viel Hoffnung machten sich die Vereinsverantwortlichen mitsamt Trainer Fred Rutten, der zu diesem Zeitpunkt als neuer Chefcoach vorgestellt wurde. 

Allerdings sollte sich schon in der ersten Saison, bereits in den ersten Monaten, zeigen, dass Kenia noch längst nicht bereit war, um in der Bundesliga Partien beeinflussen zu können. Zum Saisonstart stand er das ein oder andere Mal nicht im Kader, saß entweder lediglich auf der Bank oder er lief zunächst in der zweiten Mannschaft auf. Trotzdem gab es noch keinen Grund, den Transfer anzuzweifeln - immerhin war er noch sehr jung und noch nichtmal ein Jahr beim S04, und die ersten Auftritte bei den Junioren waren noch ziemlich vielversprechend. 

Eine hartnäckige Sprunggelenksverletzung und darauffolgende Oberschenkelprobleme waren die ersten Anzeichen, dass sich die Hoffnung auf das große Talent nicht auszahlen wird. In der restlichen ersten Saison kam er nur zu einem einzigen Einsatz, als er etwa zwei Minuten gegen den Karlsruher SC auflief. Hinzu kam ein kurzer Auftritt im UEFA-Cup. 

So sollte die zweite Saison, dieses Mal unter Felix Magath, besser laufen - das erhoffte man sich zumindest. In der ersten Begegnung konnte Kenia direkt einen Assist zum Auswärtssieg gegen die Freunde des 1. FC Nürnberg beisteuern, wenige Wochen später folgte eine weitere Vorlage. Kenia stand kurz vor dem Durchbruch und spielte nun eine wichtige Rolle! Nach seinem zehnten Einsatz im zehnten Spiel in Folge traf es ihn jedoch erneut: Wieder eine komplizierte Sprunggelenksverletzung, die für ihn das Saisonende bedeutete. Das gesundheitliche Problem setzte sich auch in der nächsten Saison fort: 2010/11 gab es keine weitere Partie für den Georgier. Diese häufigen und vor allem langen Verletzungen standen seinem Durchbruch und der so wichtigen Entwicklung im Weg.

Verletzungen als leidiger K.O.-Faktor: Die große Karriere blieb Kenia verborgen

Die Verletzungen kamen erst inmitten seiner dritten Saison beim S04 zu einem vorzeitigen Ende. Im Frühjahr 2012, nachdem er theoretisch unglaubliche 109 Pflichtspiele (via Transfermarkt) verpasste, konnte er sich langsam wieder erholen. Spielen sollte er für Schalke jedoch nicht mehr. Die traurige und verzwickte Bilanz: Viereinhalb Jahre bei Königsblau, nur 14 absolvierte Spiele, ein Tor, das er 2009 in der ersten Runde des DFB-Pokals schoss. Die Hoffnungen, die so lange angehalten hatten, waren längst verflogen, als Kenia 2012 ablösefrei in die Ukraine wechselte. Der damals 21-Jährige konnte sein Talent nie wirklich ausschöpfen, was speziell an seinem Verletzungspech lag.

Die Station in der Ukraine war ebenso kurzweilig wie sein einjähriger Aufenthalt bei ​Fortuna Düsseldorf anschließend. Nach weiteren, kleinen Verletzung musste er in der Saison 2016/17 (bei Slavia Prag) erneut ganze 255 Tage aussetzen. Heute spielt der 29-Jährige wieder in Georgien, wo er beim FC Saburtalo versucht, zumindest wieder verletzungsfrei gegen den Ball zu kicken. 

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