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Die schmerzhaften Torjubel des Lucien Favre

WELT-Logo WELT 14.06.2020
Am Rasenteppich in der Düsseldorfer Arena hat es nicht gelegen, dass Lucien Favre sich an der Wade verletzte Quelle: dpa/Bernd Thissen © dpa/Bernd Thissen Am Rasenteppich in der Düsseldorfer Arena hat es nicht gelegen, dass Lucien Favre sich an der Wade verletzte Quelle: dpa/Bernd Thissen

Es läuft die fünfte Minute der Nachspielzeit. Borussia Dortmund stürmt noch einmal auf das Tor des Gegners zu. Manuel Akanji flankt aus dem linken Halbfeld, der Ball segelt in den Strafraum und findet den Kopf von Erling Haaland. Der junge Norweger wuchtet die Kugel zum erlösenden 1:0 ins Netz.

Das späte Siegtor gegen Fortuna Düsseldorf bescherte dem BVB die Qualifikation zur Champions League, verhinderte die vorzeitige Meisterschaft des FC Bayern und sicherte nebenbei Erzrivale Schalke 04 den Klassenerhalt. Doch Haarlands Treffer sorgte auch für Schmerzen auf der Dortmunder Bank.

Lange hatte der BVB in Düsseldorf vergeblich versucht, den Ball im Tor des Gegners unterzubringen. Zudem war dem Favoriten nach dem Einsatz des Videoschiedsrichters ein Tor von Raphael Guerreiro (65.) aberkannt worden, was besonders Trainer Lucien Favre und Manager Michael Zorc verärgerte.

Als Haaland dann in der 95. Minute doch noch zum Matchwinner für Dortmund avancierte, brachen auf der BVB-Bank alle Dämme. Der sonst eher verhaltene Favre sprang jubelnd durch die Coaching-Zone, ehe er sich plötzlich an die linke Wade fasste. Der schmerzverzerrte Blick des Schweizers ließ nichts Gutes erahnen.

Zweite Verletzung der Saison

Lucien Favre freute sich so sehr über den Last-Minute-Treffer Erling Haalands, dass er beim Jubel einen Schmerz in der Wade spürte. Nach dem Spiel gibt der BVB-Coach aber Entwarnung. Quelle: Omnisport © Omnisport Lucien Favre freute sich so sehr über den Last-Minute-Treffer Erling Haalands, dass er beim Jubel einen Schmerz in der Wade spürte. Nach dem Spiel gibt der BVB-Coach aber Entwarnung. Quelle: Omnisport

„Ich tippe mal auf einen Faserriss in der Wade“, probierte sich Sky-Experte Dietmar Hamann nach dem Spiel als Unfallchirurg. Der Verletzte steuerte wenig später selbst eine Diagnose bei, die nahelegt, dass der zurückhaltende Eidgenosse doch häufiger den Bodenkontakt verliert als gedacht.

„Ich habe schon gestern einen Sprung gemacht und mich dabei an der Wade verletzt“, klärte Favre auf. „Es ist nicht weiter schlimm. Vor Freude habe ich beim Tor nicht nachgedacht, bin hochgesprungen und habe wieder etwas in der Wade gespürt.“ Für den BVB-Trainer ein unangenehmes Déjà-vu.

Denn Dortmunder Fans werden sich an eine Szene aus dem Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach im Oktober 2019 erinnert fühlen. Damals sprang Favre nach dem Siegtor von Julian Brandt ebenfalls an der Seitenlinie auf und ab, bis er sich plötzlich an den linken Oberschenkel griff.

BVB stellt Torrekord ein

Auch damals sprach Dortmunds Trainer von einer Vorverletzung: „Ich war schon vor dem Spiel verletzt, es ist eine Muskelverletzung. Ich habe mir vor zwei Tagen einen Faserriss im Training geholt, das hatte ich beim Jubel total vergessen.“ In Düsseldorf streikten Favres Muskeln nun also erneut.

Doch immerhin war es ein besonderer Treffer für den BVB. Denn Haaland hat mit seinem elften Saisontor den Bundesliga-Torrekord der Dortmunder eingestellt. Gegen Düsseldorf traf die Favre-Elf zum 82. Mal in dieser Spielzeit.

Damit kommt die Borussia nach 31 Spielen auf denselben Wert, den sie in der gesamten Spielzeit 2015/2016 aufgestellt hatte. Nun hat der BVB drei Spieltage Zeit, einen Rekord aufzustellen.

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