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Eintracht Frankfurt vor dem Rückspiel gegen Inter: Träume ohne Trainer

SPOX.com-Logo SPOX.com 14.03.2019 SPOX
Eintracht Frankfurt kämpft um den Einzug ins EL-Viertelfinale. © getty Eintracht Frankfurt kämpft um den Einzug ins EL-Viertelfinale.

Eintracht Frankfurt wird im Europa-League-Achtelfinale bei Inter Mailand (ab 20.55 Uhr auf DAZN und im LIVETICKER) von mehr als 13.500 Fans unterstützt. Kein Klub bringt für diesen Wettbewerb mehr Begeisterung auf. Doch ausgerechnet in dieser Partie fehlt der gesperrte Adi Hütter an der Trainerbank.

Immerhin: Den offiziellen Klubanzug von Eintracht Frankfurt darf Adi Hütter tragen. Der Bundesligist hat sich für diese Europapokalsaison besonders in Schale geworfen. Mit einem eigens angefertigten Zwirn, dessen Innenfutter ein Emblem mit Eintracht-Logo und DFB-Pokal ziert - eingewebt die Inschrift: "Zu Hause in Europa". Damit soll symbolisiert werden, dass die internationalen Spiele echte Frankfurter Feiertage sind, zu denen man sich besonders schick anzieht.

Mehr: Europa League: UEFA sperrt Adi Hütter

Dumm nur: Trainer Hütter erlebt das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League bei Inter nicht auf der Trainerbank, sondern auf der Tribüne des legendären San Siro. Konsequenz aus seinem Innenraumverweis beim Hinspiel (0:0) durch den schottischen Schiedsrichter William Collum, der damit Hütters Fußtritt gegen eine Trinkflasche aus Frust über einen nicht gegebenen Elfmeter ahndete.

Jeder Kontakt zu seinen Spielern und den Co-Trainern Armin Reutershahn und Christian Peintinger ist Hütter verboten. Der 49-Jährige scherzte vor einer Woche noch, jeder habe sehen können, dass er in aktiven Zeiten "mal einen starken rechten Fuß" gehabt habe. Jetzt ist dem Vorarlberger das Lachen vergangen und Reue eingekehrt: "Leider bin ich nur auf der Tribüne. Das tut mir weh. Aber ich bin selber schuld."

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Eintracht Frankfurt ohne Adi Hütter gegen Inter Mailand

Dafür, dass sich der ansonsten für seine Besonnenheit geschätzte Fußballlehrer einmal nicht im Griff hatte, wirkt die Bestrafung hart. Aber: Artikel 67 der Rechtspflegeordnung der UEFA ist eindeutig, denn die besagt, dass ein des Feldes oder der technischen Zone verwiesener Spieler oder Offizieller automatisch für das nächste Spiel desselben Wettbewerbs gesperrt ist.

Für die Eintracht kommt die Absenz zur Unzeit: Hütters Ansprachen in der Kabine sind emotionaler als viele denken, seine Vorgaben detail- und erkenntnisreich. Dazu kommt sein Geschick, das laufende Spiel zu lesen. Auf wechselnde Anforderungen durch den Spielstand oder taktische Änderungen seines Gegenübers - Inter-Trainer Luciano Spalletti nennt er sogar als eines seiner Vorbilder - situativ reagieren zu können. Hütter hofft, dass seine Assistenten, der überaus erfahrene Reutershahn und Landsmann Peintinger, zu Brüdern im Geiste werden: "Im Hinspiel hätte ich schon genauso gewechselt wie die beiden. Wir denken sehr, sehr ähnlich. Das Pushen in der Kabine können sie auch."

Aber natürlich sei das etwas anderes: "Ich darf vor dem Spiel nicht zur Mannschaft. Ich darf in der Pause nicht zu Mannschaft. Nach dem Spiel ist es dann wurscht, aber das sind eben genau die Momente, in denen man als Trainer noch einwirken kann." Er müsse eben seine Arbeit im Vorfeld noch gründlicher machen "und schon bei der Spielerbesprechung die richtigen Worte finden". Am Spieltag hofft er darauf, dass er wieder einen so guten Platz mit bester Sicht erhalte wie beim Hinspiel, als er im Logenbereich neben Sportvorstand Fredi Bobic stehend das Geschehen verfolgte ("aus der Perspektive habe ich sehen können, was uns im Rückspiel hilft").

Mehr Tickets: Eintracht Frankfurt lobt Inter Mailand

Einen besseren Blickwinkel als die 13.500 Eintracht-Anhänger besitzt der gesperrte Trainer auf jeden Fall. Hoch oben im dritten Rang der Fußball-Oper mit ihren steilen Hintertortribünen wird die Eintracht-Entourage versuchen, akustisch die Hoheit zu gewinnen. Dass die Vereinsführung von Inter als auch die Stadt Mailand das den Gästen zustehende Kartenkontingent recht unbürokratisch mehr als verdoppelte, bedachte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann mit einem dicken Lob: "Inter Mailand ist nicht nur ein großer Klub, sie haben auch Größe gezeigt."

Die Eintracht-Führung erwartet, dass sich deutlich mehr als 15.000 Frankfurter über den Brenner machen. Und Hellmann glaubt auch, dass hässliche Bilder wie am Rande des letzten Gruppenspiels bei Lazio Rom ausbleiben. "Unsere Fans wissen: Wenn es weitergehen soll, darf nichts mehr vorfallen." Ganz Frankfurt lechzt nach magischen Nächten wie vor einer Woche, als eine imposante Choreografie fast punktgenau zum 120-jährigen Vereinsbestehen bei allen Beteiligten für Gänsehautstimmung sorgte. Die gar nicht mehr launische Diva vom Main hat nach Mailand rund 100 Sponsoren und Ehrengäste in der Gefolgschaft, darunter ehemalige Kicker-Größen wie Andreas Möller oder Uwe Bein.

Aktuell bringt kein anderer Europa-League-Teilnehmer in seinem Umfeld eine solche Begeisterung für diesen Wettbewerb auf. Hellmann hat das mal so erklärt: "Stadt und Region sind international angehaucht, und man sieht sich dann als Metropolregion auf Augenhöhe mit Paris oder London. Dahinter steckt natürlich viel Traum und Wunschvorstellung, aber das projiziert sich auf den Klub." Ergo: "Europa ist in der DNA von Eintracht Frankfurt." Als Endstation Sehnsucht gilt das Endspiel in Baku. Es sei legitim, den Ort (die Hauptstadt von Aserbaidschan) und das Datum (29. Mai) im Hinterkopf zu haben, erklärte Sportdirektor Bruno Hübner wiederholt. Und der Klub hat per Option bereits alle Tickets für seine Heimspiele bis einschließlich Halbfinale veräußert.

Mehr Interesse, mehr Mitglieder: Eintracht Frankfurt boomt

Die Internationalisierung gilt zudem als wichtiger Wachstumstreiber für den Klub, der dieses Faustpfand bei der Vermarktung vermehrt einsetzt. Beim Neujahrsempfang des Marketing-Club Frankfurt ließ Hellmann wissen, dass dieser Verein in der Bundesliga - dort spielt er gerade seine 50. Saison - eine "emotional-magnetische Kraft" entfalte. Eintracht Frankfurt sei "der größte emotionale Reaktor der Region". Tatsächlich wächst die Mitgliederzahl seit dem Pokalsieg 2018 so schnell wie nirgendwo anders und steuert auf die 70.000 zu.

Die meisten finden es auch vollkommen in Ordnung, dass die Kaderplanung seit den zweieinhalb Jahren unter Bobic so resolut den internationalen Gepflogenheiten des Marktes folgt, dass mehrere A-Juniorenspieler schon Profiverträge unterschreiben mussten, um das vorgeschriebene Kontingent deutscher Spieler zu erfüllen.

Denn: Das Faustpfand für eine erfolgreiche Zukunft sind jene Spieler, die eine realistische Chance haben, Inter aus dem Europapokal zu eliminieren. Und über die sagt Hütter nun: "Sie müssen nicht für ihren Trainer spielen, sondern für Eintracht Frankfurt."

Alle Achtelfinal-Spiele der Europa League im Überblick

DatumAnstoßRundeBegegnungErgebnis
14.03.201918.55 UhrAchtelfinale, RückspielDynamo Kiev - FC Chelsea-:-
14.03.201918.55 UhrAchtelfinale, RückspielFK Krasnodar - FC Valencia-:-
14.03.201918.55 UhrAchtelfinale, RückspielRed Bull Salzburg - SSC Neapel-:-
14.03.201921.00 UhrAchtelfinale, RückspielBenfica Lissabon - Dinamo Zagreb-:-
14.03.201921.00 UhrAchtelfinale, RückspielSlavia Prag - FC Sevilla-:-
14.03.201921.00 UhrAchtelfinale, RückspielInter Mailand - Eintracht Frankfurt-:-
14.03.201921.00 UhrAchtelfinale, RückspielFC Villarreal - Zenit St. Petersburg-:-
14.03.201921.00 UhrAchtelfinale, RückspielFC Arsenal - Stade Rennes-:-

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