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Fünf gute Gründe, warum Liverpool den Titel gewinnen kann

kicker-Logo kicker 14.03.2019 kicker.de

Obwohl erst mal das Viertelfinale ansteht, ahnt man nach dieser Vorstellung in München: So nah am Champions-League-Titel war der FC Liverpool vielleicht noch nie. Dabei gibt es einen noch größeren Traum.

Unter den letzten Acht: Jürgen Klopp, Torwart Alisson & Co. © Getty Images Unter den letzten Acht: Jürgen Klopp, Torwart Alisson & Co.

Noch ein Handschlag, ein letztes Selfie an der Tür, ein herzliches Lächeln. Dann stieg Jürgen Klopp am Mittwoch kurz nach Mitternacht in München in den Bus und entschwand in die Nacht. Die Reise seines FC Liverpool geht weiter nach diesem verdienten 3:1-Erfolg beim FC Bayern. Wo führt sie hin?

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Erst mal nach England, am Sonntag genauer gesagt nach Fulham. Liga-Alltag ist in diesem Zusammenhang das falsche Wort, denn dort, in der Premier League, stehen noch acht "Endspiele" im Kampf um die Meisterschaft an. Ein Fehltritt im Fernduell mit ManCity - und der Traum vom ersten Titel in diesem Wettbewerb seit 1990 wäre wohl geplatzt. Dabei wünscht sich ganz Liverpool, also die Toffees mal ausgeklammert, diese Trophäe so sehr. Mehr noch als die Champions League.

Die Bayern wurden 2001 und 2013 nicht zufällig Champions-League-Sieger

Aber das heißt natürlich nicht, dass Liverpool, dass vor allem Klopp, diesen Titel nicht auch gerne mitnehmen würde. Klappt das auch? So souverän die Vorstellung in der Arena in Fröttmaning war - der Weg nach Madrid zum Finale ist noch weit. Aber fünf gute Gründe sprechen nach den Eindrücken von München trotz namhafter Konkurrenz wie vor allem ManCity, schon wieder Pep Guardiolas Team also, wie Juve und Barça für die Reds:

Das Vorjahr: Da musste Liverpool diese bittere, weil von teils surrealen Umständen begleitete Finalniederlage in Kiew gegen Real Madrid hinnehmen. Solche Ereignisse, siehe Bayern 1999 oder 2012, schweißen einen Klub noch mehr zusammen. Der deutsche Rekordmeister erklomm 2001 und 2013 Europas Thron. Das war kein Zufall, denn zweimal wollte man unbedingt etwas wiedergutmachen. So ist es nun auch bei den Reds. Sie haben die entscheidende Schwachstelle, nicht nur dieses Finals, behoben. Alisson hat Loris Karius abgelöst und avancierte schnell zu dem Rückhalt, den ein Titelanwärter zwischen den Pfosten braucht.

Van Dijk ist derzeit der beste Innenverteidiger der Welt

Die Abwehr: Virgil van Dijk war zwar 2018 auch schon dabei, doch so richtig angekommen ist der Niederländer, derzeit der beste Innenverteidiger der Welt, erst in dieser Saison. Er ist der uneingeschränkte Abwehrchef. Klopp schwärmt schon lange in höchsten Tönen von seiner Nummer 4, mittlerweile weiß jeder, warum. Dass er sich - wie in München - auch noch als Torschütze und Vorlagengeber krönt, ist das Sahnehäubchen für ihn. Er allein kann es natürlich nicht richten, hat mit Joel Matip, mittlerweile viel besser als sein Ruf, trotz des Eigentores und mit zwei jungen, aufstrebenden Außenverteidigern gute Nebenleute: Trent Alexander-Arnold und Andy Robertson zeichnen sich nicht nur durch starke Zweikampfführung aus, sondern vor allem durch den Mut, offensiv ständig Überzahl schaffen zu wollen.

Das Mittelfeld: Der FC Bayern hatte - nicht nur auf dem Papier die spielstärkere, technisch bessere Zentrale. Thiago oder James sind Künstler, an deren Klasse Liverpools Leute nicht heranreichen. Gute Fußballer, klar, aber keine filigranen. Doch das müssen sie auch gar nicht sein. Was Jordan Henderson, diesmal früh verletzt raus, James Milner und Georginio Wijnaldum im wahrsten Sinne des Wortes abspulen, laufen, rackern, wie sie Räume schließen in allen Nischen des Spielfeldes, das ist schon stark. Fußball-Ästheten kommen nicht unbedingt auf ihre Kosten, aber sie machen kaum Fehler und es durch ihre Disziplin jedem Gegner schwer. Zu dieser Disziplin gehört auch das Fügen in die Rolle, dass für die Show eben andere zuständig sind.

Das Sturm-Trio ist schnell, kalt vor dem Tor - aber noch viel mehr

Der Angriff: Über die Torgefährlichkeit des Trios Salah, Firmino und Mané muss kein Wort mehr verloren werden. Einziger Nachteil ist eben, dass es eine gewisse Berechenbarkeit gibt, die aber auch ihre Grenzen hat, wenn diese Stürmer dann im entscheidenden Moment eine derartige individuelle Klasse zeigen, dass für die Abwehrreihen alles zu spät ist. So wie bei Mané in München. Nein, bemerkenswerter ist die Tatsache, wie vielschichtig ihr Spielstil ist. Klar, das sind alle drei super Techniker, schnell, kalt vor der Kiste. Aber es ist mehr: Selbst die eher "schmächtigen" Firmino und Salah wissen ihre Körper so gut einzusetzen, arbeiten zudem so konsequent nach hinten, dass in Liverpool die Floskel von der "Verteidigung, die vorne beginnt" mit viel Leben gefüllt ist. Und zwar mit so viel, dass Salah mehrfach am eigenen Strafraum auftaucht, um Franck Ribery zu doppeln.

Jürgen Klopp: Es gibt vieles, was den Trainer des FC Liverpool von seinen Kollegen unterscheidet. Das Signifikanteste mag seine Nähe zur Mannschaft sein. Und zwar buchstäblich. Schon beim Warmmachen steht er 25 Minuten mit auf dem Platz, beobachtet alles und jeden. Er versucht, das erklären alle seine Spieler, immer das Positive mitzunehmen, auch aus Niederlagen. Eben auch aus Finalpleiten. Seit 2013 hat er davon reichlich gesammelt, auch schon drei mit Liverpool. Aber wie sagte er 2016 in Basel nach dem Europa-League-Endspiel gegen Sevilla, in der er in der Coachingzone auch an eigene Grenzen stieß, weil er dem Spiel keine Wende mehr zu vergeben mochte? "Das ist kein Grund für mich, für uns, es nicht immer wieder zu versuchen."

Nur Entertainment und "große Siege" werden auf Dauer nicht reichen

Und genau das tut er. Er hat sich in diesen drei Jahren weiterentwickelt, einen Plan B und C für jedes Match entworfen. Er weiß, dass die Meisterschaft für den Klub wichtiger ist, aber er weiß auch, wie wichtig es für ihn ist, endlich mal wieder ein Finale zu gewinnen. Denn nur Entertainment und "große Siege" (Klopp) wie in München werden auf Dauer auch in Klopp-City keinen zufriedenstellen. Der Henkelpott würde seine Arbeit krönen. Und wer die Reds in München gesehen hat, ahnt: Obwohl nun erst mal das Viertelfinale ansteht - so nah dran waren sie vielleicht noch nie.

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