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Löws Gesellschaftskritik: "Erde scheint sich zu wehren"

sport1.de-Logo sport1.de 18.03.2020 Sportinformationsdienst
FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - MARCH 18: Head coach of the German national team Joachim Loew (cut in) talks to the media whilst press officer of the German national team Jens Grittner (R) looks on during a video press conference at DFB Headquarter on March 18, 2020 in Frankfurt am Main, Germany. (Photo by Thomas Boecker/DFB/Pool/Getty Images) © Getty Images FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - MARCH 18: Head coach of the German national team Joachim Loew (cut in) talks to the media whilst press officer of the German national team Jens Grittner (R) looks on during a video press conference at DFB Headquarter on March 18, 2020 in Frankfurt am Main, Germany. (Photo by Thomas Boecker/DFB/Pool/Getty Images)

Joachim Löw hat sich im Angesicht der Coronakrise emotional und mit intensiver Gesellschaftskritik zu Wort gemeldet.

Der Fußball-Bundestrainer rief sichtlich angefasst zur Mäßigung im Kapitalismusdenken und zu mehr Empathie auf. "Die Welt hat ein kollektives Burn-out erlebt. Die Erde scheint sich ein bisschen zu wehren gegen den Menschen, der immer denkt, dass er alles kann und alles weiß", sagte Löw am Mittwoch in einer Videoschalte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

In den vergangenen Jahren hätten weltweit "Machtgier, Profit und Rekorde" im Vordergrund gestanden."Das Tempo, das wir vorgegeben haben, war nicht mehr zu toppen", betonte Löw: Verheerende Brände in Australien oder Ebola in Afrika "haben uns nur am Rande berührt. Jetzt haben wir etwas, was die ganze Menschheit betrifft, und merken, was wirklich zählt: Freunde, Familie und Respekt füreinander." Die Corona-Pandemie habe die Welt "fest im Griff, und nichts ist mehr, wie es vorher war".

DFB schickt Mitarbeiter ins Homeoffice

Die Coronakrise hat den DFB zu Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter gezwungen.

"Im DFB haben wir Notstand", sagte Verbandsdirektor Oliver Bierhoff am Mittwoch, "wir haben alle nach Hause geschickt und überlegen, welche Reisen man machen muss. Die meisten Mitarbeiter sind im Homeoffice."

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DFB-Präsident Fritz Keller zitierte den Klassiker "Über den Wolken" von Reinhard Mey: "Was uns gestern noch wichtig und richtig erschien, ist heute nichtig und klein."

Keller ruft zu Solidarität auf

Keller rief zur Solidarität in der Gesellschaft auf und passt die Planung des Verbandes von Tag zu Tag an. Auch Kurzarbeit für die 500 Mitarbeiter ist ein Thema, Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw hätten bereits Gehaltsverzicht angeboten. 

"Alles, was wir planen, kann morgen schon überholt sein, wir wollen aber Lösungen erarbeiten. Die Struktur von 25.000 Vereinen und sieben Millionen Mitgliedern muss erhalten werden", sagte Keller.

Anderswo sei es freilich noch schlimmer: Er habe bei der Konferenz der Verbände zur Verschiebung der Europameisterschaft ins kommende Jahr "in sehr besorgte und entsetzte Gesichter meiner Kollegen aus Italien und Spanien" geblickt. Die Verschiebung sei ohne Alternative gewesen.

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