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Leichen der Fußballer verbrannten bis zur Unkenntlichkeit

WELT-Logo WELT 09.02.2019
Große Trauer bei Flamengo Rio de Janeiro © picture alliance/ZUMA Press Große Trauer bei Flamengo Rio de Janeiro

Brasiliens Topklub Flamengo Rio de Janeiro gerät unter Druck. In den Containern, in denen zehn Nachwuchsfußballer bei einem Brand starben, hätte nie einer wohnen dürfen. Laut Bauplan handelte es sich nur um einen Parkplatz.

Nach dem Feuerunglück von Rio de Janeiro am Freitag mit zehn toten Nachwuchsfußballern bringen vermeintliche Fahrlässigkeiten beim Bau des Container-Dorfes Brasiliens Topklub CR Flamengo in die Bredouille. Der jüngste und von April 2018 stammende Bauplan weist das als Wohnquartier für die Juniorenmannschaften genutzte Gelände nur als Parkplatz aus. Eine Freigabe der Feuerwehr mit den erforderlichen Brandsicherungen fehlte völlig.

Laut der Stadtregierung wird nun "ein Prozess, der die Verantwortbarkeiten ermittelt", in Gang gesetzt. Wegen fehlender Lizenzen war der Klub bereits zuvor rund 30 Mal angezeigt worden, das Trainingsgelände daraufhin gar im Oktober 2017 kurzfristig gesperrt worden, danach konnte Flamengo aber auf dem in Vargem Grande am äußersten Westrand Rios gelegenen Terrain wieder ungeschoren frei walten und schalten.

Flamengo-Idol Zico, zurzeit als Technischer Koordinator von Kashima Antlers in Japan, forderte bereits per Instagram: "Ich hoffe, es wird alles genauestens ermittelt, denn eine Tragödie wie diese darf nicht ungestraft bleiben." Entsetzt zeigte sich auch Real Madrids Supertalent Vinicius Junior. "Wenn ich an die Tage und Nächte denke, die ich im Trainingsquartier verbracht habe, schaudert es mir. Ich kann es noch gar nicht fassen", schrieb das 18 Jahre alte Flamengo-Eigengewächs auf Twitter.

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Klimanlage geriet auf Flamengo-Gelände in Brand

Flamengo, auf dessen Klubgelände die schwarz-rot gestreifte Klubfahne auf Halbmast hängt, hat trotz Millionen-Investitionen in das auch vom Profiteam genutzte Trainingscamp zur Unterbringung des teils von auswärts kommenden Nachwuchses als Billigvariante insgesamt neun Container angemietet, die vom Klub selber mit Klimaanlagen ausgestattet wurden. Eine davon war am frühen Freitagmorgen in Brand geraten.

Die Flammen überraschten die nach der wegen des Unwetters über Rio am Mittwoch erfolgten Trainingsabsage für den Rest der Woche verbliebenen Jugendkicker im Schlaf. Die meisten der zwischen 14 und 16 Jahre alten Opfer erwachten wegen der starken Rauchentwicklung nicht einmal, was eine Identifizierung der daraufhin fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen erschwerte.

Bei sechs Opfern fällt es besonders schwer, sie zu identifizieren. Sie können vermutlich erst über einen Abgleich des Gebisses oder einer DNA-Analyse zugeordnet werden.

Als erstes Todesopfer wurde der Leichnam des 15 Jahre alten Torhüters Christian Esmerio identifiziert, der in der brasilianischen U15-Selecao spielte. Aufgrund der Tragödie wurde das für Samstag angesetzte Stadtderby zwischen Flamengo und Fluminense sowie das zweite Halbfinale der Bundeslandmeisterschaft zwischen Resende und Vasco da Gama abgesagt.

Neben den zehn Toten beklagte der Klub auch drei Verletzte, einer davon schwebt wegen schwerer Verbrennungen noch in Lebensgefahr. Laut Flamengo konnten sich 13 Jugendliche retten, bevor das Flammeninferno in nur wenigen Minuten nach einem mutmaßlichen Kurzschluss im Ventilator eines Wohncontainers richtig ausbrach.

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