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"Thematik Özil hat beispiellose Größenordnung erreicht"

WELT-Logo WELT 05.08.2018
Mesut Özil © dpa/Yong Teck Lim Mesut Özil

Reinhard Rauball ist der Präsident der Deutschen Fußball Liga. Die Aufarbeitung der Affäre um Mesut Özil sei kompliziert, sagt er und vergleicht sie mit dem größten Skandal der Bundesligaschichte.

Wie groß die Anerkennung für Mesut Özil ist, offenbarte gerade erst ein neuer Teamkollege bei Arsenal London. Lucas Torreira heißt er. Der Uruguayer hat mit voller Stolz gegenüber Sport 890, einem Radiosender in seiner Heimat, erzählt, warum er die Rückennummer elf gewählt hat.

"Es ist eben nicht nur mein Geburtstag, sondern bedeutet auch, dass ich in der Umkleide neben Mesut Özil sitzen darf", sagte der 22-Jährige. Özil trägt seit diesem Sommer die Nummer zehn. "Es ist unglaublich", so Terreira, "wenn du in eine Umkleide kommst und siehst, dass dein Spind genau neben dem von Özil ist. Einem Weltmeister, der so viel in seiner fantastischen Karriere erreicht hat."

Während Özil & Co. dem Start der Premier League in England am kommenden Wochenende entgegenfiebern, ist hierzulande noch immer die Aufarbeitung der Affäre um Özil das große Thema. Für Reinhard Rauball, den Präsidenten der Deutschen Fußball Liga, ist die Aufarbeitung der Affäre "erheblich komplizierter als die sportliche Aufarbeitung" nach dem WM-Aus.

Bundespräsident, Kanzlerin, Außenminister

"Die Thematik hat eine Größenordnung erreicht, die beispiellos ist. Selbst der Bundesliga-Skandal Anfang der 70er-Jahre hat nicht solche Wellen geschlagen", sagte der 71-Jährige im Interview mit der "Bild am Sonntag". Damals hatten Rot-Weiß Oberhausen und Arminia Bielefeld Spiele manipuliert, um in der 1. Bundesliga zu bleiben. "Der Bundespräsident war eingeschaltet gewesen, die Kanzlerin hat sich geäußert, der Außenminister, der Innenminister, der Bundestagspräsident, der türkische Präsident etc.", sagte Rauball. Diese Dinge auch im gesellschaftspolitischen Bereich wieder einzufangen sei nicht einfach.

Özil war vor der WM wegen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in die Kritik geraten. In einer Erklärung nach der Endrunde hatte der Profi des FC Arsenal Rassismusvorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund und Präsident Reinhard Grindel erhoben.

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