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Werder Bremen: Ein brutal leerer Klub vor dem bitteren Gang in Liga zwei

90min-Logo 90min 21.06.2020 Marc Knieper
Florian Kohfeldts gewohnt optimistische Zuversicht schwindet © Pool/Getty Images Florian Kohfeldts gewohnt optimistische Zuversicht schwindet

Normalerweise gibt Werder-Trainer Florian Kohfeldt alles, nur nicht auf. Doch auch dem sonst so lebendigen, ehrgeizigen und unermüdlichen Fußballlehrer fehlten nach der herben 1:3-Pleite in Mainz die Worte. Während die Fans in den sozialen Medien einen Klassenerhalt beinahe einstimmig totsagen, zeigt auch Kohfeldts Reaktion, wohin es für den brutal leeren Bundesligisten geht.

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Ein Beitrag geteilt von Sky Sport DE (@skysportde) am Jun 20, 2020 um 11:00 PDT

Auf der anschließenden Pressekonferenz fand Kohfeldt kaum Worte. Erstmals war von seiner wöchentlichen Kampfeslust und vorsichtig optimistischen Zuversicht weit und breit keine Spur. Der Bremer Cheftrainer war den Tränen nahe. Statt der üblichen sportlichen Analyse betonte der "brutal leere" Coach lediglich: "Wir müssen da sein, das haben wir 33 Spieltage nicht geschafft."

Gemeint ist damit die Präsenz seines Teams im Saisonfinale gegen den 1. FC Köln am kommenden Samstag. Leistungsträger Theodor Gebre Selassie ist für die Partie womöglich keine Option. "Wenn Theo, der diesem Verein so verbunden ist und ihn so liebt wie kaum jemand anders, sich auswechseln lässt, kann man davon ausgehen, dass es schwierig wird, dass er im nächsten Spiel auf dem Platz steht", so Kohfeldt.

Wollen die da unten überhaupt raus?

Gegen Mainz wirkten die Bremer über weite Strecken lustlos. Ganz nach dem Motto "Wollen die da unten überhaupt raus?" vermissten die grün-weißen Fans vor allem das in den letzten Wochen starke Offensiv-Pressing der Mannschaft.

Nachdem Josh Sargent und Leonardo Bittencourt zwei gute Chancen zum Führungstreffer liegen ließen, war der ärgerliche Rückstand durch Robin Quaison (25.) richtungsweisend für die Partie. Es war das 22. Gegentor nach einem Standard, welches durch eine stärkere Bremer Körpersprache durchaus verhindert hätte werden können. Erst behindern sich Sargent und Gebre Selassie im Klärungsversuch gegenseitig. Als wäre das nicht schon genug, verpasst der US-Amerikaner seinem tschechischen Kollegen obendrein einen Cut am Auge, ehe er sich hinter der Linie schmälert und somit äußerst unglücklich aussieht.

Gegentreffer Nummer zwei (30.) unterstreicht das besagte, fehlende Pressing: Danny Latza darf ungestört durch die Bremer Defensive tanzen, per Hacke wunderschön auf Jean-Paul Boetius auflegen und der kann sich das Leder so zurecht rücken, dass er ungestört ins Toreck einschiebt. Edimilson Fernandes' Treffer zum 1:3-Endstand (85.) vernichtete die kurzzeitigen Hoffnungen auf ein schmeichelndes Unentschieden. Maxi Eggestein trabt nur hinterher, wirkt besonders wegen seines Vorsprungs im Zweikampf deutlich zu schläfrig.

Ein Wunder von der Weser im Abstiegskampf?

Der Abstieg in die zweite Bundesliga ist so gut wie besiegelt. Nahezu niemand glaubt an eine Niederlage der Düsseldorfer bei Union Berlin und einem gleichzeitigen Heimsieg über Köln. Dennoch ist die Schützenhilfe der Eisernen natürlich nicht ausgeschlossen.

Man nehme ein Düsseldorfer Remis in Köpenick an. Wie soll Werder ein 4:0-Kantersieg gelingen, wenn man in dieser vollständig pervertierten Saison gerade einmal einen Heimsieg bejubeln durfte? Die allseits bekannten Wunder von der Weser jedenfalls haben sich auf internationaler Ebene, aber keineswegs im Abstiegskampf abgespielt.

Besonders jetzt: Die Ostkurve fehlt dem SV Werder © MinuteMedia Besonders jetzt: Die Ostkurve fehlt dem SV Werder

Die Wahrscheinlichkeit wird größer und größer, dass die Bundesliga ein wahres Urgestein verliert. Nur einmal spielten die Hanseaten bisher in Liga zwei. Der erste Abstieg seit 40 Jahren steht bevor. Sowohl die Verantwortlichen, als auch die Fans sind sich da ziemlich sicher. Und das, obwohl besonders Letztere für gewöhnlich bis zum bitteren Ende kämpfen.

Aktionen wie #greenwhitewonderwall und eine Ostkurve als Festung im Rücken des Teams lässt die aktuelle Situation jedoch nicht zu. Der Support von zu Hause genügt nicht. Die Fans müssen sich auf einen Abstieg einstellen, ohne sich im vorerst letzten Heimspiel im Obergeschoss wenigstens noch einmal für ihren geliebten SVW die Kehle aus dem Hals geschrien zu haben.

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